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"Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt."
Gotthold Ephraim Lessing

 

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Leserbriefe

Jeden Tag erreichen mich Emails, Briefe und Anrufe-- Menschen sprechen mich auf der Straße an und haben das Bedürfnis Ihre Geschichte zu erzählen. Haben viele Fragen und brauchen Antworten von mir. Hier habe ich Platz dafür geschaffen.

(Natürlich verändere ich Personennamen und ändere den Inhalt der Briefe so, dass sie nicht wiedererkannt werden.)



Soziale Phobie im Zusammenhang mit ADS


Hallo Katja, ich hab vor kurzem bei Dir irgendwo gelesen das auch Du mit einer Sozial Phobie gesegnet bist. Wie bist Du drauf gekommen?
Lieber Unbekannter.
Ja, ich denke, dass ich mit der Zeit große Ängste aufgebaut habe. Ob es eine Soziale Phobie ist, weiß ich nicht, weil es so viele Baustellen in meinem Leben gab und immer noch gibt, dass ich oft nicht weiß, wie was zusammen hängt.
Definitiv habe ich noch totale Panik davor ans Telefon zu gehen, was aber daran liegt, dass ich einfach teilweise sehr stark verschuldet war und ständig Angst hatte, dass mich jemand wegen Geld anruft. Oder auch weil ich Angst vor Kritik habe, die z.B. Vorgesetzte natürlich auch oft und gerne per Telefon ausdrücken. Die Angst vor dem Telefonieren ist bis jetzt geblieben.
Früher war ich jemand, der immer das falsche gesagt hat und so immer zum Aussenseiter wurde. Mir war oft nicht klar, wie ich auf andere wirke und wie falsch man Aussagen von mir verstehen konnte. Die wenigsten haben mich dann mit meinen Fehlern konfrontiert, sondern angefangen über mich zu tuscheln. Ich war sensibel genug das zu spüren und habe mich dann durch meine Impulsivität noch blöder verhalten. Ich weiß noch, dass ich mich in der Oberstufe des Gymnasium jeden Morgen so stark im ganzen Gesicht geschminkt hatte, das man kaum noch meine Haut sehen konnte. Es muss völlig lächerlich ausgesehen haben. Aber ohne fühlte ich mich schwach. Es war wie eine Maske. Das war wohl einer der Tiefpunkte in meiner Vergangenheit. Und war in der Zeit, in der ich noch nichts von ADS wusste.
Ich weiß nicht wie, aber es hat sich vieles geändert. Eventuell weil ich seit vielen Jahren einen festen Freund habe und er mich etwas stabilisiert. Vielleicht auch weil man aus Fehlern lernt. Oder weil ich selbstbewusster geworden bin.
Allerdings habe ich jetzt schon mehrmals bereits bezahlte Kurse in einer Kunstakademie bereits nach einem Tag abgebrochen mit dem leisen Gedanken, das mir die neue Klasse Angst macht. Natürlich entwickel ich für mich und mein Umfeld immer andere Entschuldigen darüber. Aber insgeheim denke ich doch, dass es eine Art Phobie ist..
Lieben Gruß Katja

 
Ist ADS eine Krankheit?
Hallo Katja. Was denkst du? Ist ADS eine Krankheit!??
ADS ist etwas, was genetisch bedingt ist. Man hat es von Geburt an oder nicht. Viele haben ADS, bemerken aber keine Beeinträchtigung und können sehr erfolgreich sein, ohne von dem ADS "gestört" zu werden. Sie haben dann die Verarbeitungsstörung im Gehirn von Geburt an so nutzen können, dass ihnen dadurch keine Steine in den Weg gelegt werden, ja - nutzen es vielleicht sogar für ihren persönlichen Vorteil. Andere merken es an jedem Tag und in jedem Bereich des Lebens und werden davon so beeinträchtigt, dass sie Hilfe suchen. Ab diesem Moment ist es für mich dann eine "Krankheit" im weitesten Sinne. Man kann es aber nicht kurieren, wie bei einer Grippe, sondern man kann nur lernen damit umzugehen. Und im besten Fall wird dann aus der "Krankheit" ADS eine Stärke, die Betroffenen sogar eine große Hilfe sein kann.
 


Alle Hinweise/ Empfehlungen ohne jede Gewähr. Fragen Sie in Zweifelfällen immer einen Therapeuten/ Fachkundigen Ihres Vertrauens in einer persönlichen Begegnung. Sofern psychologisch-psychotherapeutische Methoden, Verfahren oder Techniken ausgeführt werden, wird keinerlei Gewährleistung über den Nutzen oder die Unbedenklichkeit dieser Methoden, Verfahren oder Techniken übernommen. Sofern Sie sich in Therapie befinden, sollten Sie diese Methoden auch nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Therapeut/In anwenden. Eine Haftung der AutorIn für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen!


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