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"Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt."
Gotthold Ephraim Lessing

 

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Über mich

Meine Diagnose:

  • ADS ohne Hyperaktivität (oder besser: wechselnden Phasen der Hyperaktivität und Hypoaktivität)
  • Überdurchschnittliche Intelligenz, aber mit der Teilleistungsschwäche Mathematik
  • Komorbidität: zeitweise Depression und soziale Phobie


Meine Name ist Katja, ich bin 31 Jahre alt, wohne in der Nähe von Trier. Von meiner Pubertät an schien mein Leben mir - trotz nahezu idealen Voraussetzungen - wie ein einziger Hürdenlauf. Rein nach dem Motto: "Zwei Schritte vor, einen zurück".

In meiner Abiturzeitschrift belächelte man meine "stark sensible Emotionalität", die "so manches Alltagsproblem zum kleinen Drama" wachsen ließ, meine Eltern verzweifelte an meinen Noten. Meine Tage verbrachte ich mit Träumen und Phantasieren- Sport oder Hobbys gab ich nach wenigen Wochen entmutigt auf - besaß kaum Leidenschaft für irgendetwas. Nachdem ich mit 20 Jahren aus meinem Elternhaus aus- und mit meinem damaligen Freund zusammen zog, verlor ich innerhalb weniger Wochen die Kontrolle über meine finanzielle, berufliche und soziale Situation. Als dann auch die Beziehung zu besagtem Freund zerbrach, schien ich völlig den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich tappte von da an von Krise zu Krise, verlor immer mehr meine Ziele und Träume aus den Augen. Der Tiefpunkt war ein (eigentlich) absoluter Traumurlaub in Senegal, in dem die ersten Gefühle zu einem anderen Mann mich so verunsicherten, dass ich tagelang nicht mehr aufhören konnte zu weinen.

Zwei Jahre lang vermutete man, dass ich durch meine verlorene "erste Liebe" in eine "Depression und Anpassungsstörung" gerutscht sei, erst später - mit fast 24 Jahren - kristallisierte eine Therapeutin im Gespräch mit meinen Eltern heraus, dass meine Probleme schon seit der Kindheit existierten und nur nie eskaliert waren, weil ich bei meinen Eltern die nötige geregelte Struktur hatte. Das Wort ADS fiel zum ersten Mal im Mai 2003 in einem Therapiegespräch.

Letztendlich hat das Buch " Die Chaos Prinzessin - Frauen zwischen Talent und Misserfolg"  bei mir alle "Schleusen geöffnet". Jedes Wort, jede Seite steigerte meine Aufregung. Plötzlich sah ich mein Leben in einem ganz neuem Licht. Es war, als ob man in diesem Buch von mir berichtete.

Derzeit kämpfe ich noch gegen meine Wut, viele Jahre lang (und viele Chancen) verpasst oder verschwendet zu haben, ohne diese "unsichtbare Wand" erkannt zu haben, gegen die ich immer geprallt bin- das ADS. Auch ist noch viel Scham und Schuldgefühl meiner Familie und Freunden gegenüber im Spiel. Laut Fachbücher ist das aber normal und wird als "Trauerzyklus" bezeichnet. Das wichtigere aber ist, dass die Erkenntnis, dass ich ADS habe, mir sehr viel Hoffnung und Energie gibt, mein Leben zu ändern und endlich wieder meine Träume und Ziele am "Ende des Tunnels" entdeckt zu haben. In mir ist ein richtige Bann gebrochen.

Leider musste ich feststellen, dass es kaum Hilfen für ADS'ler im Erwachsenenalter gibt. Der größte Teil der Öffentlichkeit und auch viele Ärzte haben überhaupt keine oder völlig falsche Kenntnisse über das Krankheitsbild oder Behandlung, es existieren erst wenige Fachbücher auf dem Markt und zumindest in meiner Region (Trier) bestand keine Selbsthilfegruppe oder ähnliche Unterstützung.
Aus diesem Grund ergriff ich die Initiative. Neben dieser Webseite rief ich eine Selbsthilfegruppe ins Leben. Geplant ist durch regionale Radiosender, Zeitungen wie der Trierischen Volksfreund, Internet und mündliche Verbreitung Kenntnisse über ADS weiterzugeben und die Menschen zu finden, die ihr Leben lang undiagnostiziert geblieben sind. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Verbreitung bis zu Einrichtungen wie Schulen oder sogar Kindergärten gehen, mit dem Ziel mögliche Betroffene bereits im Kindesalter zu erkennen und Hilfe zu stellen.

Und wer weiß, vielleicht sind gerade sie ADS'ler und finden durch diese Worte hier endlich das Gefühl, dass wir alle so vermissen: Verstanden zu werden und zu wissen, woran sie mit ihren Problemen sind. Und dadurch Kraft und Motivation zu sammeln, die positiven Seiten von ADS zu nutzen und zu lieben.


 
Alle Hinweise/ Empfehlungen ohne jede Gewähr. Fragen Sie in Zweifelfällen immer einen Therapeuten/ Fachkundigen Ihres Vertrauens in einer persönlichen Begegnung. Sofern psychologisch-psychotherapeutische Methoden, Verfahren oder Techniken ausgeführt werden, wird keinerlei Gewährleistung über den Nutzen oder die Unbedenklichkeit dieser Methoden, Verfahren oder Techniken übernommen. Sofern Sie sich in Therapie befinden, sollten Sie diese Methoden auch nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Therapeut/In anwenden. Eine Haftung der AutorIn für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen!


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