Unverständnis der Angehörigen

      Das Lied kenn ich zur Genüge.
      Mal versucht mit Muddern zu reden, ihr in nem ruhigen Gespräch die Homepage gezeigt, Symptome, Stärken, Schwächen, die ganze Litanei. Ihre Antwort: na wenns danach geht hat ja jeder ADS. Und schon wars Thema beendet.

      Unterstützung krieg ich von nem guten Freund, der es recht sachlich aufgenommen hat, mir ein wenig hilft.

      Ansonsten muß ich selber mit zurecht kommen.

      Phaidros
      Schopenhauer`s Entropie-Gesetz
      Wenn man einen Teelöffel Wein in ein Faß Jauche gießt, ist das Resultat Jauche.
      Wenn man einen Löffel Jauche in ein Faß Wein gießt, ist das Resultat ebenfalls Jauche.
      Original von tina_013
      "Warum, zum Teufel, schafft jeder Dummkopf, eine Aufgabe chronologisch abzuwickeln, nur ich nicht??!!"


      Oh, diese Frage habe ich mir mein Leben lang gestellt.

      (Besonders wenn ich bestimmte hochrangige Politiker reden höre. Da frage ich mich dann aber nicht nur, wie sie es geschafft haben, sondern auch, wie sie mit der Argumentation so weit kommen konnten. :D Und wer zum Teufel hat deren Mist geglaubt und diese Politiker gewählt? ... hust ... z.b. stoiber, bush ... hust ...) :P
      Original von Phaidros
      Das Lied kenn ich zur Genüge.
      Mal versucht mit Muddern zu reden, ihr in nem ruhigen Gespräch die Homepage gezeigt, Symptome, Stärken, Schwächen, die ganze Litanei. Ihre Antwort: na wenns danach geht hat ja jeder ADS. Und schon wars Thema beendet.



      Genau solche Reaktionen sind ziemlich ignorant. Aber so reagieren die Menschen um mich rum leider auch. Es gibt natürlich auch welche, die mich seit der Diagnose wie ein kleines Kind behandeln. Oder wie einen Volldepp.

      Alles nicht gerade klasse.

      Ich möchte doch keine Mitleid, aber auch nicht solche Reaktionen.

      Inzwischen habe ich gelernt: Gib nicht zu viel Preis, die können meistens eh nichts mit ADS anfangen oder stellen Dich als dumm dar...

      Deshalb finde ich dieses Forum nicht schlecht. Hier kann jeder offen schreiben.

      In diesem Sinne...

      Viele Grüße

      ads- gesellschaft

      ich habe viele fehler in meinem leben gemacht, bevor ich die diagnose bekam. ich habe auch mit leuten im drogen und partmilieu rumgehangen, weil ich einzig und allein von denen die akzeptanz bekam. ich habe mir den respekt von den leuten erkauft, indem ich viel für die personen tat. letztendlich habe ich mich total ausnutzen lassen und bin seit genau disem zeitraum dabei, diese negativen verhaltensweisen mir abzugewöhnen. das fällt mir unheimlich schwer, da ich manchmal in diese alten muster verfalle und unheimlich viel energie für die leute von damals ( mit denen ich noch vereinzelt kontakt habe) investiere und jedoch nicht viel dabei rauskommt und ich mir solche aktionen auch hätte sparen können. ich bin darüber hinaus auch gepägt von meinem elternhaus; in dem meine drogensüchtige schwester das geschehen sehr dominiert hat. :baby:
      Liebe lea

      Du kanst dir nicht vorstellen, wie es mir gerade geht im bezug deiner zeilen hier. Bei mir gings früher genau so zu und her.
      Mit 20 bin ich von zuhause ausgezogen. Früher hies es, mit 20 bist du volljärig, vorher hast du zu tun was mann dir zuhause sagt.Denkste ich hab schon mit 17 mein ding durchgezogen. Mit dem resultat das mich mein Vater immer wieder nach Hause holte.
      Kurz bevor ich mir den goldenen schuss verpasste, schüttelte mich mein heutiger Mann und sagte, das er mich lieben würde und mich auch Heiraten möchte, wenn ich mit den Drogen aufhören tät.
      Ich war damals gerade 20 geworden. Ich sagte damals schon das ich in eine ganz andere gegend umziehen will. Ich wusste ich muss weg von meiner gewohnten gegend, weg von den angeblichen Freunde.
      Das war wie ein Fisch der in frisches Wasser kommt.

      Heute weis ich, ich hab auch viele fehler gemacht, aber ich habe aus den fehlern vieles gelernt. Meine beiden erwachsenen Kindern konte ich von den drogen fernhalten. Sie haben mir zugehört, wenn ich ihnen von früher was erzählt habe. genau so konnten sie mir alles erzählen ohne das ich ihnen eine szene gemacht hätte.

      Okey... manchmal war ich allerdings auch überfordert.
      Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht gehen
      Wer den weg nicht geht kommt nie ans Ziel

      ads und gesellschaft

      ich habe nie drogen genommen ( außer haschisch und stechapfel), jedoch habe ich mich notgedrungen in diesem umfeld bewegen müssen. in meiner kindheit kam meine schwester auf drogen und sie begann ihr ganzes umfeld zu terrorisieren. manchmal war das so schlimm, dass ich mich einschliessen mußte, weil sie mich immer verprügeln wollte und es häufig auch getan hat. ich habe mich kaum gewehrt, da es mir total leid tat, wenn sie so drauf war. die konsequenz des ganzen war, dass ich die leidtragende in der geschichte war. ich habe einen suizidversuch mit 16 jahren hinter mir und war deswegen in der psychatrie. man hat in der psychatrie meine probleme mit dem adhs nicht erkannt und mir anfänge einer dissoziation bescheinigt und ich mußte doch wieder nach hause zurück. 8o
      Original von Chaos_Schnecke
      Original von Phaidros
      Das Lied kenn ich zur Genüge.
      Mal versucht mit Muddern zu reden, ihr in nem ruhigen Gespräch die Homepage gezeigt, Symptome, Stärken, Schwächen, die ganze Litanei. Ihre Antwort: na wenns danach geht hat ja jeder ADS. Und schon wars Thema beendet.



      Genau solche Reaktionen sind ziemlich ignorant. Aber so reagieren die Menschen um mich rum leider auch. Es gibt natürlich auch welche, die mich seit der Diagnose wie ein kleines Kind behandeln. Oder wie einen Volldepp.

      Alles nicht gerade klasse.

      Ich möchte doch keine Mitleid, aber auch nicht solche Reaktionen.

      Inzwischen habe ich gelernt: Gib nicht zu viel Preis, die können meistens eh nichts mit ADS anfangen oder stellen Dich als dumm dar...

      Deshalb finde ich dieses Forum nicht schlecht. Hier kann jeder offen schreiben.

      In diesem Sinne...

      Viele Grüße



      Bei mir ist das gemischt.
      Meine Eltern haben sich das höflich angehört, aber weiter nix dazu gesagt.
      Eine Freundin vermutet, selbst betroffen zu sein.
      Die Andere will mir das ausreden.
      Und mein Partner akzeptiert es schon, hat auch darüber gelesen, möchte aber nicht, dass ich ADS als Ausrede nutze.
      Er sagt dann immer: Ich will auch ein Syndrom :-)
      Original von uno
      Hallo,

      diese Sorte Mitmensch sollte man, wo immer es geht, sich nicht antun und meiden. Wie gesagt - wo es geht.

      Und wo es nicht geht, erwähnt man ADS besser nicht mehr. Kurzfristig ist bei denen nichts zu machen :O

      Das Problem haben hier viele.

      Ich habs irgendwie geschafft, dauerhaft Kurven um das alles herum zu kriegen (Konzerte etc.). Schade, dadurch entgeht mir sicher einige Lebensqualität, es ist aber besser für meinen Frieden.

      LG
      uno



      Interessant, bin auch so ein Vermeidungsexperte :-)
      Fängt an damit, dass ich bestimmte Strecken meide (30 Zonen, Stau), weil ich es sonst ziemlich an den Nerven kriege... (man hatte mir mal gesagt, gerade in diese Situationen solle man sich stürzen, um sich weiterzuentwickeln *lol*). Ich denke, ich handle da instinktiv richtig.
      Jetzt weiß ich zum Beispiel auch, warum ich wider besseren Wissens auf den letzten Drücker losfahre.
      Zum einen, ich hasse WARTEN! Das macht mich irre!
      Zum anderen, nur wenn ich unter Druck stehe, fahre ich gut, kann mich konzentrieren und verpasse nicht die Abfahrt *lol*.
      Wenn ich zu früh losfahre, komme ich hinterher zu spät, weil ich noch im "Standby-Modus" bin :-)
      Und ich vermeide auch (zurück zum Thema :-)) Gespräche mit ignoranten Leuten, die alles besser wissen und mich mit ihren unqualifizierten Kommentaren nur runterziehen.
      Original von Nina
      hi leuts,

      ich kann dazu nur sagen: ich als angehörige eines adslers....

      Verhaltensweisen (...) die andere haben, die aber etwas dagegen tun könnten und es teilweise auch machen, weil sie es wollen. ihr könnt das nur einfach so nicht, selbst, wenn ihr es wolltet - das ist eure "einzige behinderung" - um mal bei eurer wortwahl zu bleiben ... d.h. ihr verlangt von euerm umfeld das verständnis dafür, dass ihr euch jetzt hinter eurer diagnose versteckt und dahinter, dass ein ausbrechen aus diesen verhaltensweisen unmöglich, schwierig usw. ist .... aber mal ehrlich: das aussteigen aus jeder verhaltensweise ist schwer - weil verhaltensweisen gewohnheit sind - und gewohnheit bedeutet alltägliche sicherheit ... und die gibt man nicht so einfach auf. ... ich habe als angehörige verständnis dafür, dass es schwer ist, etwas zu ändern - weigere mich aber mich damit abzufinden, dass man es aufgrund der diagnose ads ganz sein lässt, etwas zu ändern, weil psychologen sagen, es sei schwierig. auch weigere ich mich zu akzeptieren, dass es einem adsler unmöglich sein soll zu begreifen, was er mit seinen verhaltensweise so alles in der familie, partnerschaft, freundschaft kaputtmacht ... aber genauso wie "normalos" mit ihren ticks und macken ...
      quote]

      Wenngleich dieser Beitrag schon älter ist, möchte ich gern was dazu sagen.

      Ich denke, niemand der ADS nicht hat, kann sich vorstellen, was es bedeutet, damit zu leben!!
      Zu sagen, wir ruhen uns darauf aus und ein ADS-indiziertes Problem anzugehen, ist genau so wie für Normalso, Gewohnheiten zu ändern, finde ich sehr arrogant (sorry).
      Ich sag doch auch nicht zu einem Depressiven Suizidgefährdeten.
      Lach einfach und alles wird besser, laß doch den Quatsch mit den blöden Gedanken, jeder ist mal traurig!!!
      Mit soviel Ignoranz läßt man Leute im Stich.
      Tipp: Mal ab und zu den Standpunkt/die Perspektive wechseln, sowas kann Sichtweisen bereichern!!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „ChaosAD“ ()

      Original von Nina
      hi leuts,

      auch weigere ich mich zu akzeptieren, dass es einem adsler unmöglich sein soll zu begreifen, was er mit seinen verhaltensweise so alles in der familie, partnerschaft, freundschaft kaputtmacht ... aber genauso wie "normalos" mit ihren ticks und macken ...

      verständnis für ads zu haben, heißt nicht automatisch, adsler nicht mehr kritisieren zu dürfen - aber genau das erwartet ihr am anfang - dass alle euch bemitleiden, weil ihr eine diagnose erhalten habt, die alles ändert. so ein bullshit.


      @ nina
      du sprichst mir aus dem herzen!
      Danke!!!!!!!!!!!!!

      es stimmt, hier wird oft aufgrund der diagnose/des verdachts toleranz eingefordert, die einige nicht bereits sind, auch zurück zu geben.
      Und es wird das ADS auch oft als Ausrede benutzt.

      aber gerade nach einer diagnose bekommt man auch taktiken, tipps und anderes, um den umgang damit zu lernen. gegen eine beratungsresistenz kann man leider nichts machen...

      :D :D :D :D :D :D :D


      @ chaosAD
      hier wird der Vergleich zu suizidialem verhalten gezogen - das finde ich hochbrisant...

      aber auf brillenträger nehme ich auch keine rücksicht!!!
      Tach,
      es trägt ja auch niemand ein Schild um den Hals "Habe ADS".
      Ich kann nicht riechen und man sieht mir das auch nicht an. Sollen sich jetzt alle nach mir richten? Soll ich jetzt auch alle Riechenden, die mir sagen "Schnupper mal" für borniert halten? Sie können es doch gar nicht begreifen, weil ich eine Nase habe wie jeder andere auch.

      Und wenn sich jemand ungewöhnlich verhält: Keiner (auch kein ADSler) kann sich davon freisprechen, dass er keine Vorurteile gegenüber anderen Menschen hat, die sich aus seiner Sicht "seltsam" verhalten.

      Beispiel: Jemand schreit plötzlich in der Straßenbahn unflätige Worte oder eine andere Person pupst 10mal hintereinander. Wer reagiert dann wirklich nicht überrascht und sagt sich SOFORT "Der kann gar nichts dafür, denn der hat Tourette" oder "Der Pupsende leidet unter krankhafter Flatulenz"?

      Wir sehen doch nur das Verhalten der anderen, was uns in dem Moment ankotzt oder abschreckt.
      Und ich möchte lieber Kritik hören, wenn ich wieder einmal einen Wutanfall habe und dadurch andere ungerecht behandle. Und ein übernervöser Mensch, der neben mir im Wartezimmer eines Arztes mit allen Extremitäten herumhibbelt nervt mich auch, egal ob ADS oder nicht.

      Gruß
      Lysol
      Wenn ADS eine Frage des Anpassungswillen wäre, wär's kein ADS. Dann bräuchte man nur eine Erziehungskur und gut is.

      Auch für Menschen ohne ADS gibt's, Dinge die für sie nicht mehr im Bereich des Möglichen liegen. Mit ADS hat man halt das Problem, dass manche Dinge im Bereich des Unmöglichen liegen, die für andere selbstverständlich sind.
      Und die Intoleranz mancher, die nicht akzeptieren können, dass man diese Dinge nicht im selbstverständlichen Bereich ansiedeln kann, wie sehr man sich auch bemüht, muss man sich auch als ADS'ler nicht antun.
      Manche Dinge können einfach nicht oft genug gesagt werden, deswegen stehen sie jetzt auf T-Shirts! mO.omstyle
      ja ja... die sache mit leuten, die mir vorwerfen, dieses oder jenes.... ach was solls.

      mir wurde von arbeitgebern und freunden gesagt, ich würde mein ADS ständig als krücke und ausrede benutzen, wenn mal irgendwas nicht hinhaut. ich würde mich auf der diagnose ausruhen und mich nicht mehr drum bemühen, gut zu arbeiten... würde fehler einfach akzeptieren und alles ständig auf mein ADS schieben, weil es bequem wäre.

      solche und ähnliche aussagen rauben mir so manches mal den letzten nerv. "gesunde" menschen haben nicht den hauch einer ahnung, wie es ist, mit einem ADS-hirn leben zu müssen. sich ständig selber vorwürfe zu machen, nur weil wieder mal was schief gelaufen ist, weil ein termin vergessen wurde oder sonst etwas krumm lief.

      vorallem jetzt - ich bin arbeitslos und habe deswegen einmal im monat einen termin bei der arbeitsvermittlung, muss monatlich formulare ausfüllen, meine bewerbungsbemühungen auflisten, darf nicht einmal etwas vergessen, sonst flattert 2 tage später ein brief ins haus, welcher mir in schwarzen lettern klar macht, dass ich wieder einmal mehr etwas vergessen habe......


      ätzend - ADS ist für mich eine grosse BÜRDE!!!

      gruss
      ewig
      Unverständnis basiert auf einer subjektiven Sichtweise und nicht auf einer Ebene des gegenseitigen Verstehens. Wenn ein ADSler weiß, was er/sie falsch macht und dann die andere Seite und dessen Bedürfnisse versteht, warum sollten dann die nicht Adsler ihre Erwartungen verleugnen nur zum Wohle der Symptomatik ADS?
      Was ist wenn ein ADSler sein Gehalt, oder sonstige finanzielle Zuwendung nicht pünktlich auf dem Konto hat und damit in Not gerät? Ist dann ein Verständnis für das Vergessen, oder sonstigen Gründen der Normalo-Welt vorhanden? Auch ADSler sind nicht erwartungslos und damit auch nicht besser als Menschen die kein ADS haben. Ein Arbeitsvertrag ist ein Vertrag in dem man für ein paar Stunden am Tag sein Wissen und Kraft verkauft und nur mit gemeinsamen Regeln, die jeder einhalten muss, zu einem erfolgreichen und befriedigenden Ziel für beide Seiten kommt. Der Arbeitgeber hat z.B. auch die Pflicht pünktlich das vereinbarte Gehalt zu zahlen, so wie Ihr pünktlich zu erscheinen.
      Wenn Ihr einen Handwerker beauftragt ein Haus zu bauen und er vergisst oft aufgrund seines ADS seine Arbeiten zu erledigen, oder überhaupt zu erscheinen, so fordert Ihr euer Recht der Erfüllung seines Vertrages. Ein unzuverlässiger Handwerker würdet ihr wahrscheinlich sehr schnell feuern und dann einen zuverlässigen suchen.
      Ob sich nun um die Arbeitswelt handelt, oder um Beziehungen es geht doch immer um den Grundsatz das hier oft genug folgendes Bild verwendet wird: „Ich bin frei von Erwartungen, habe ADS und darf nun mit Steinen werfen“.

      In diesem Sinne, einfach mal an die eigene Nase fassen!

      Lines
      Hallo Lines,

      also ich muss gestehen, dass sich mir gerade die Nackenhaare aufgestellt haben als ich Deinen Beitrag las.

      ADSler wissen um ihre Defizite und sind da sicher keineswegs glücklich drüber, macht es ihnen das Leben doch schwerer als den sogenannten Normalos. Es ist nun keineswegs so, dass wenn man seine Defizite nun kennt, dann bedarf es doch einfach nur einer Verhaltensänderung und schon sei das Problem gelöst. Übrigens eine häufige Erwartung von Nicht-ADSlern! So einfach ist es nur leider nicht.

      Unser Hirn tickt aufgrund neurobioligischer Ursachen nunmal leider anders und macht es uns sehr schwer, den ganz normalen Alltag so zu leben wie es von uns erwartet wird. Unsere Vergesslichkeit oder unsere mangelnde Konzentration basiert ja nicht auf "Nicht-wollen"! Hier solltest Du Dich noch etwas mehr mit der Thematik beschäftigen.

      Viele von uns haben ihr Leben lang Verletzungen, Ablehnung und immer wieder Zurückweisungen erfahren und verständlicherweise damit auch eine hohe Frustration entwickelt. Es hat uns sehr viel an Selbstbewußtsein gekostet, weil wir uns eben nicht auf unseren Defiziten ausruhen.

      Mehr Hintergrundwissen sowie Akeptanz und Verständnis ist notwendig, wenn man sich auf einen AD(H)Sler einlassen möchte, sonst ist das zum Scheitern verurteilt!

      LG
      carinena
      Ich bin ein einziges Chaos... doch jedes Chaos ist auch eine Herausforderung!
      Hallo Carinena,

      mein Beitrag hat keinen Kontext des Superlativs der Defizite, da mir durchaus bewusst ist, das man als ADSler schon weiß wenn man durch die eigenen Defizite behindert wird.
      Meine Meinung sagt auch nicht aus, das eine schnelle Verhaltensveränderung erreicht werden kann, sondern ein Erkennen der äußeren Konsequenzen und nicht nur das Erhaschen von Mitleid für die eigene Behinderung, Krankheit, oder wie man es auch immer nennen mag, die ja vehement mit diesen Betitelungen als abwertend von vielen ADSlern empfunden wird.
      Verhaltens-Veränderungen erfordern auch immer eine gewisse Notwendigkeit des Erkennens einer Situation. Ob es nun einem ADSler sehr schwer fällt, oder auch nicht, tut nichts an der Dringlichkeit. Ich glaube dass der Hauptfehler darin liegt, dass ein Nicht-ADS Betroffener immer als strukturiertes Wesen, ohne Probleme gesehen wird und damit schon von vornherein aus Angst vor dem Erkennen der Tragweite eines ADS-Defizits die Empfindungen von anderen abgeschwächt werden. Somit schließt sich der Teufelskreis der ewig währenden Probleme.
      Verletzungen, Ablehnungen erfährt jeder Mensch mit seinem eigenen Konstrukt der Persönlichkeit und damit ist Deine erfahrene Ablehnung auch nichts Besonderes im Leid des menschlichen Erfahrungsschatzes. Die Untertreibung das ich mich mit dem Thema besser mal intensiver beschäftigen sollte, zeigt mir das Du eine Toleranz der Einbahnstrasse für ADS verteidigst, wobei Dich das Leben jeden Tag, wenn ein Problem auftaucht, eines besseren belehren wird. Ob nun eine neurologische Erkrankung, oder eine Masererkrankung vorliegt, ist irrelevant, wobei die Nachweisbarkeit ja immer noch nicht zu 100% physisch vorliegt, da die Folgen nur mit eine gegenseitigen Verständnis und nicht mit Akzeptanz der Krankheit erfolgen kann. Das Einlassen auf ADSler sehe ich da schon ein wenig anders, wenn dies nach Deiner Zusammenfassung darum handeln würde jemand jeden Tag den Popo zu pudern. Da ist ein Pflegedienst der bessere Ansprechpartner. Kein Mensch sagt dass es leicht sein wird, sich zu verändern, aber kein Mensch sagt dass man auf seinem Stuhl sitzen kann und sieht wie das Leben an einem vorbei zieht. Eine Veränderung muss auch kein 100% erfüllen, sondern 50% reichen in den meisten Fällen auch schon, wenn Du von deinem Partner nämlich 150% Akzeptanz deiner Person verlangst, so macht er auf Dauer ein ziemliches Verlustgeschäft und Du wunderst Dich vielleicht warum er geht.
      Wie gesagt meiner Meinung nach geht es um beide Seiten die verstehen müssen und nicht um Einlesen, Verstehen und Handeln nach ADS-Kriterien. Wenn doch die meisten hier hochbegabt sein sollten, so müsste es möglich sein das der Horizont so weit reicht, um diesen Beitrag zu verstehen.

      Lines