Perspektiven für Menschen mit psychischer Behinderung?

      Perspektiven für Menschen mit psychischer Behinderung?

      Hallo Zusammen, ich habe eine Tochter, bei der vor Kurzem ADS diagnostiziert worden ist (also vom hypoaktiven Typ). Sie hat noch Angststörungen und Depressionen. Sie ist eine junge Erwachsene, lebt zu Hause und versucht die Hochschulreife zu machen. Es sieht so aus, dass sie den Abschluss nicht schaffen wird. Ihr Klassenlehrer meint, die Schule kann auf psychische Erkankungen keine Rücksicht nehmen. Eine Ausbildung will sie nicht machen. Früher musste sie manchmal Praktika machen, die sie immer abgebrochen hat. Sie war nicht in der Lage, diese durchzustehen. Sie hat schon unzählige Therapien durchgemacht, auch jetzt ist sie in psychiatrischer / psychotherapeutischer Behandlung, bislang ohne Durchbruch. Was haben Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen für Lebensperspektiven? Sie wird die Schule bald ohne Abschluss verlassen müssen (die mittlere Reife hat sie bereits erlangt), eine Ausbildung kann sie nicht anfangen, alles aufgrund ihrer psychischen Behinderung. Wird sie zu Hause sinnlos herumhängen? Ich wünschte mir, dass es Schulen gäbe, welche die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen berücksichtigen. Meine Tochter hat einen durchschnittlichen IQ, mit dem sie laut ihrem Psychiater das Abi schaffen könnte. Eigentlich würde sie am liebsten studieren. Kennt jemand ggf. bundesweite oder Fernschulen, wo Menschen mit psychischen Erkankungen eine Chance haben? Und was gibt es für Hilfen, wenn man den Anforderungen einer Ausbildung / einer Arbeitsstelle nicht genügt? Vielleicht weiß hier jemand Rat. Danke.
      Die Antwort nach den Lebensperspektiven ist verständlich. Schon ADHS allein kann eine schwere Hypothek sein. In Kombination mit Angststörungen und Depressionen sieht die Zukunft noch weniger optimistisch aus. Dabei ist es erstmal ziemlich egal, ob es sich dabei um Begleiterkrankungen zur ADHS handelt, oder ob es drei eigenständige Erkrankungsbilder sind.

      Ich denke, es wäre erst einmal zu versuchen, psychotherapeutisch und psychiatrisch die Ängste und die Depressionen anzugehen, denn das sind Kräfteräuber. Wenn wieder Kräfte da sind, dann lassen sich die Probleme einer ADHS vom hypoaktiven Typ mit einiger Wahrscheinlichkeit gut in den Griff bekommen. Die Frage ist natürlich auch immer, wie therapiewillig- und therapiefähig die Tochter ist.

      Es ist nicht zu wünschen, aber es ist durchaus möglich, dass ambulante und stationäre Therapien nicht zu einer normalen Lebenstauglichkeit führen. Mit den genannten Hypotheken wird der 1. Arbeitsmarkt möglicherweise ein unerreichbares Ziel bleiben.

      Nach meiner Erfahrung greifen viele Hilfen und Unterstützungen erst, wenn die üblichen Wege (s.o.) versucht worden sind.

      Für Eltern sind das eher wenig erfreuliche Perspektiven.

      Dummerweise greifen manche Hilfen und Unterstützungen erst, wenn man die normalen Wege erfolglos gegangen ist.
      Hallo,

      um an Hilfen zu kommen, die über ambulante und stationäre Behandlungen hinausgehen, muss nach meiner Erfahrung das Scheitern der oben genannten Möglichkeiten irgendwie dokumentiert sein. Das kann z.B. ein Schwerbehindertenausweis (SBA) sein. Wenn es entsprechende fachärztliche Befunde gibt, würde ich den beantragen. Über den Behinderungsstatus kommt man dann an z.B. an Eingliederungsmaßnahmen und/oder ambulante Hilfen. Der SBA ist gewissermaßen ein Türöffner.

      Das ist aber schon ein längerer Prozess. Ihr werdet wahrscheinlich die Erfahrung machen, dass alle Behörden sich für nicht zuständig erklären und euch woanders hinschicken werden. Was das ist bzw. was bei Euch möglich ist, das ist alles abhängig vom Wohnort bzw. vom Bundesland. Da kann ich leider nichts zu sagen.