Benötige dringend Rat: Diagnose ADS zu 100% nur durch Ausprobieren von Medikinet?

      Benötige dringend Rat: Diagnose ADS zu 100% nur durch Ausprobieren von Medikinet?

      Hallo zusammen,

      ich habe eine ADS-Diagnostik hinter mir. Danach besteht eine Wahrscheinlichkeit von 80-85%, dass ich ADS habe.
      Bei dieser Diagnostik gibt es aber grosse Lücken:
      1. Impulsivität nicht vorhanden
      2. Test, die während der Diagnostik gemacht wurden, z.B. Konzentrationstests, waren alle nicht auffällig
      3. Kindheit war in Bezug auf ADS-Symptome überhaupt nicht auffällig, vor allem nicht hyperaktiv und auch nicht impulsiv und auch nicht unkonzentriert
      4. ich war in der Schule hochkonzetriert und war ein absolutes Lernkind (Einser-Noten).
      5. Probleme tauchten erst im Studium bzw. im späterem Beruf auf
      6. Ein anderer Arzt, Allgemeinmediziner tippt aber eher auf eine Burn-Out-Symtomatik mit Konzentrationsschwierigkeiten als auf ADS
      7. LRS habe ich nicht


      Nun wurde mir angeraten, dass ich das Medikament "Medikinet" paar Tage ausprobieren soll, um festzustellen wie es bei mir wirkt.
      Sollte ich mich besser dadurch konzentrieren und das Gefühl haben ich werde runterreguliert, dann habe ich ADS. --> 100% Diagnose
      Sollte es aber mich high machen, dann habe ich kein ADS.

      Ich bin sehr skeptisch, grds. habe ich selbst grosse Zweifel ob ADS richtig ist. Andererseits gibt es auch viele Symptome, die dazu passen.

      Leider habe ich weitere Schwierigkeiten wie Ängste, Zwänge, Stimmungsschwankungen (absoluter Tief immer morgens) etc.
      Was würdet ihr machen bzw. mir raten? Medikament nehmen? Erreicht man allein durch das Nehmen eine 100% Diagnose?


      Vielen Dank für zahlreiche Meinungen!

      Gruss Lena
      Hallo,

      die Wirkung von MPH kann ein Indiz sein, aber sicher keine Diagnose. MPH (hier als Medikinet) führt bei Nicht-ADHSlern auch nicht zu einem High-Gefühl. Es hat ggf. die typischen Effekte von Stimulantien, gut vergleichbar z.B. mit Koffein. Überdrehtheit, überspannte Wachheit kann es natürlich geben und ähnliche Effekte.

      Die Wirkung vom MPH auf Menschen ohne ADHS wird aber m.E. oft deutlich überschätzt, oft gibt es kaum positive, sondern eher negative Wirkungen.

      Es gibt relativ viele Menschen, die nicht oder nicht wie gewünscht auf MPH reagieren. Deswegen ist das Ausbleiben positiver Effekte auch kein schlagendes Gegenargument für ADHS.

      Ein weiteres Problem der Diagnose per Medikament ist, dass die Dosis für eine bestimmungsgemäße Wirkung zwischen 2,5 mg und 20 mg je Einzelgabe schwankt. Wenn man also mit 10 mg testet, dann kann es sein, dass die Wirkung eher im negativen Bereich liegt oder dass es gar keine Wirkung gibt.

      Und dann könnte es noch ein Problem damit geben, dass z.B. die Ängste negativ beeinflusst werden.