Habe ich Ads

      Habe ich Ads

      Hallo Leute, ich vermute, dass ich Ads habe. Ich bin mir aber nicht sicher. Nun möchte ich gerne eure Meinung dazu hören.
      Ich lebe ein ganz normales Leben. Ich arbeite als Beamtin der zweiten Qualifikationsebene beim Freistaat Bayern. Ich bin verheiratet und habe ein Kind. In der Arbeit bin ich deutlich langsamer als andere und kann mich oft schlecht konzentrieren. Mein Mann sagt, ich wäre total chaotisch und unordentlich, würde immer alles vergessen und reagiere total langsam. Meine Schwiegermutter hatte den Eindruck ich wäre schwerhörig. Ich habe nich nie Drogen genommen. Außerdem habe ich auch nicht oft die Partner oder die Arbeitsstellen gewechselt. Ich glaube auch nicht, dass ich impulsiv bin. Jedoch gibt es einige Dinge, die sich seit dem Kindergarten wie ein roter Faden durch mein Leben ziehen. Ich war immer verträumt und unkonzentriert. Ich hatte immer eine schlechte Schrift. Bestimmte Sachen konnte ich immer viel schlechter als meine Altersgenossen, z. B. Ballspiele, Tanzen. Bei Brettspielen konnte ich mich nie konzentrieren. Für den Führerschein habe ich ewig lang gebraucht. Das schlimmste war aber, dass ich oft Aussenseiter war. Die anderen fanden mich komisch oder langweilig. Das ging mir bis vor einigen Jahren so, dass andere mich nicht normal fanden. Hinzu kommt, im Kindergarten hatte meine Kindergärtnerin meine Eltern angesprochen, dass man mit mir was machen müsste, weil ich sonst in der Schule nicht mitkäme. Als ich Jugendliche war sind meine Eltern von einer Heilpädagogin angesprochen worden, was denn mit mir los sei. Als ich 18 war, sagte mein Heilpraktiket zu mir, ich solle eine Verhaltenstherapie machen. Seit ich 21 bin, bin ich eigentlich immer wieder bei verschiedenen Therapeuten. Ich denke, das hat mir viel gebracht. Eine Arztin bei der ich gerade bin, meint ich hätte eine Entwicklungsverzögerung. Meine Mutter und mein Bruder haben aber teilweise die gleichen Probleme. Was meint ihr?
      Lg Brunhilde
      Man könnte sagen, du führst, wenn auch mit Schwierigkeiten, ein eher normales Leben. Ziemlich typische ADHS-Merkmale sind von dir schon als nicht vorhanden bezeichnet. Es kann aber natürlich trotzdem ADHS sein.

      De Hinweis auf die Mutter und den Bruder halte ich für wichtig, denn es scheint sich hier wohl schlicht um ererbte Eigenschaften zu handeln. D.h. dann wiederum, dass klassische Psychotherapie an den Ursachen nicht viel ändern kann.

      Was könnte eine ADHS-Diagnose dir nun bringen? Ich sehe die Möglichkeit, dass medikamentös versucht werden könnte, etwas gegen die Konzentrationsschwäche zu unternehmen. Die meisten ADHSler betreiben dafür eine Art Selbstmedikation, sind am Anfang oft Kaffee- oder Nikotinjunkies (um mal mit den harmloseren Möglichkeiten anzufangen). Sie suchen also nach Stimulation. Die Nebenwirkungen der Medikation sind im Vergleich dazu i.d.R. weit weniger problematisch.

      Insofern wäre eine ADHS-Diagnose vielleicht hilfreich.