ADS ADHS & THC

      ADS ADHS & THC

      Hallo liebe Gemeinde,

      ich bin Neu hier, 43 Jahre alt und vor 2 Jahren erhielt ich die Diagnose ADHS, neben 7 anderen.
      Ich komsumierte THC in großen Mengen ca 2g pro Tag, selbst finanziert.
      Selbstreden konnte ich die Sucht nicht handhaben, allerdings kann ich unter THC Einfluß, klar denken, ich bin ruhig, nicht agressiv, kann mich konzentrieren ja regelrecht in Themen reinsteigern und sogar Bücher lesen.

      Seit zwei Jahren wehre ich mich gegen die Einnahme von Antidepressivas, Beruhigungs-- und Schlafmittel und auch Medikenet.

      Aus meiner Sicht ist THC ein Naturprodukt und die Sucht kann heutzutage leicht eliminiert werden.


      Meine Frage an Euch, hat jemand Erfahung mit der Verschreibung von medizinischen Cannabis, oder ist jemand unter Euch der sich auch selbst mit THC behandelt?



      Ich möchte für unsere Rechte kämpfen, andere Länder sind heir viel weiter was die Akzeptanz von medizinischem Cannabis anbgelangt.


      Ich freue mich über jede Antwort oder Erfahrug, denn ich weiß nicht mehr wirklich weiter.


      Lieben Gruß
      Ich bin Schmerzpatient mit schweren Schlafstörungen aufgrund einer neurologischen Erkrankung.

      Weil es nach über 6 Jahren Opiate und Opioide (Morphin, Oxycodon, Hydromorphon) zunehmend Probleme mit einer Toleranzentwicklung gibt und ich gegen ein weiteres Medikament, ein Antiepileptikum, das ich als Co-Analgetikum nehme und mir bisher primär beim Schlafen geholfen hat ähnliche Probleme gibt, hat mich meine Neurologin zu einer Psychiaterin geschickt, die mich mit Cannabis behandeln soll.

      Diese Ärztin behandelt auch ADS / ADHS Patienten mit Cannabis. Sie gab mir ein Infoblatt mit wo sie schreibt, dass sie ADHS-Patienten mit einem Cannabisextrakt mit einem THC zu CBD Verhältnis von 1:1 und zusätzlich Blüten bei Bedarf behandelt.


      Ich bin nicht primär wegen meiner ADS-Problematik zu ihr aber die Gelegenheit bietet sich natürlich an im Rahmen der Therapie der Schlafstörungen und Schmerzen auch das ADS mitzubehandeln.

      Ich soll nun erstmal einen Monat CBD-Öl nehmen damit wir verstehen, wie genau ich CBD vertrage und wie es sich auf meine Stimmung, meine Schmerzen und meine Schlafstörungen auswirkt bevor ich zusätzlich Cannabisextrakt plus Blüten bekommen werde.

      Bis zu einer Kostenübernahme werde ich aber alle Kosten selber tragen müssen. Da ich aber insgesamt schon über 50 verschiedene Medikamente versucht habe und de facto austherapiert bin, bin ich vorsichtig optimistisch, dass die Krankenkasse, wenn auch vielleicht nicht im ersten Versuch, so doch mittelfristig die Kosten übernehmen wird. Zumindest hat sich die Ärztin in meinem Fall ganz optimistisch gegeben.

      Cannabis bei ADHS ist ein interessantes Thema und es gibt ja tatsächlich einige Fälle, wo Patienten erfolgreich eine Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse durchsetzen konnten.

      Alles in allem ist es aber doch noch sein sehr experimentelles Gebiet. Es besteht viel Forschungsbedarf und es ist unklar, welche Cannabisprodukte in welcher Dosierung und ggf. in Kombination mit anderen Medikamenten am besten helfen.

      2 Gramm Cannabis pro Tag ist schon eine ganze Menge und 5 Gramm medizinisches Cannabis aus der Apotheke würden dich mindestens 100 EUR kosten, wobei die Tendenz eher in Richtung 160 bis 180 EUR gehen dürfte.

      Ohne Kostenübernahme durch die Krankenkasse wärst du also schnell arm.

      Wenn bei dir Medikinet nicht funktioniert, kannst du auch andere Methylphenidat-Präparate versuchen. Bei mir hat Medikinet auch nie funktioniert, dafür aber Ritalin Adult oder unretardiertes Methylphenidat. Eine weitere Alternative sind Amphetamine, z.B. "Dexamfetaminsulfat" als Fertigarzneimittel Attentin oder als Rezeptur Dexamfetamin-Tropfen nach NRF 21.9

      Allgemein dürftest du es aber schwer haben, so einen hohen Cannabiskonsum noch als therapeutischen Gebrauch zu verkaufen. Es gibt nur extrem wenige Ärzte, die Cannabis bei ADHS für sinnvoll halten. Du schreibst ja selber, dass hier wohl auch eine Abhängigkeit eine Rolle spielt.

      Aber alles in allem, nachdem was du schreibst scheint es für dich ja im Moment zu funktionieren und eine Kostenübernahme wirst du nur dann genehmigt bekommen, wenn du einen Arzt findest, der wirklich bereit ist sich dafür einzusetzen und du ohne Zweifel Glaubhaft nachweisen kannst, das alle anderen Therapiemethoden, für die eine bessere wissenschaftliche Evidenz bestehen, inklusive Psychotherapie, bei dir nicht funktioniert haben.

      Wahrscheinlich würde in deinem Fall die Krankenkasse erst einmal darauf pochen einen Entzug vom Cannabis zu machen um deine ADHS-Symptomatik sauber beurteilen zu können. Außerdem kannst du auch nicht erwarten, dass bei diesem massiven Konsum von Cannabis die klassischen ADHS-Medikamente richtig funktionieren.