AD(H)S oder was sonst?

      AD(H)S oder was sonst?

      Hallo zusammen, ich bin neu hier im Forum und hoffe, dass ich in der richtigen Abteilung bin.

      Ich bin ein sogennantes Frühchen und schon als ich klein war, war ich ein zappeliges Kind. In der Schule war ich eher schüchtern, sehr oft unkonzentriert und hatte extrem schlechte Noten. Auf dem Gymansium wurde es auch nicht besser: ich war weiterhin schüchtern (wirkte also von aussen her sehr ruhig, war aber innerlich total unruhig) und die Leistungen waren alles andere als gut: ich konnte mir nie was merken und wenn ich anfing was zu lernen, wechselte ich nach einer halben Stunde das Fach, weil das jeweilige Fach plötzlich langweilig wurde. Die Konzentration war gleich Null. Nur in den Fächern, die mich interessierten (die wenigsten), war ich sehr gut.

      In meiner Jugend war ich sehr impulsiv und andauern gereizt, vor allem zu Hause, wo ich des öfteren Wutanfälle bekam. Nach den Wutanfällen war ich dann wieder ganz plötzlich ruhig, als ob nie was gewesen wäre.... meine Eltern meinte schon damals, ich wäre everrückt. Bei Freunden, hingegen, konnte ich mich immer beherrschen.

      Mit 26 Jahren schmiss ich die Uni, zog weg und fing an zu arbeiten. Die Probleme fingen erst richtig an: ich war sehr hippelig, konnte mich nicht konzentrieren und nichts merken. Andauern war ich angespannt.

      Ich habe mich in letzter Zeit mit dem Thema AD(H)S auseinandergestzt und erkenne mich in vielem wieder: ich habe es zwar im Griff bekommen, mich (einigermassen) zu beherrschen (Seit einigen Jahren habe ich keine Wutausbrüche mehr) aber: ich bin sehr emotional (wenn ich was neues anfange bin ich aufgeregt und setze mich ständig unter Druck), ich kann mich sehr schlecht konzentrieren und lasse mich des öfteren ablenken, öfters rede ich in Gesprächen dazwischen, ich leide unter einer inneren Unruhe, die ich selbst nicht beschreiben kann. ich habe auch immer einen angespannten Gesichtsausdruck.

      Zum Thema Sexualität: ich hatte bisher 2 langanhaltende Beziehungen und mehrere kurzfristige Affären. Ich habe auch ein paar Mal meine jeweiligen Partner betrogen. Ich habe einen starken sexuellen Reiz und warte nicht lange, bis ich mit den jeweiligen Partner ins Bett gehe. Beim Sex bin ich hemmungslos und denke nicht nach. Ich gehe schnell zur Sache und folge meine Instinkte, als ob mein Gehirn in dem Moment ausgeschaltet wäre. Das hat auch öfters dazu geführt, dass so manch einer von einem Tag auf den anderen plötzlich verschwand.

      Ich werde demächst zu einem Spezialisten gehen, würde mich aber trotzdem schon auf eure Meinungen freuen. Könnte ich AD(H)S haben? Könnte ich meine ganzen Probleme mit einer Medizin beseitigen, ein "normales" Leben mit einem "normalen" Partner führen, meine sexuellen Instinkte ausschalten und "lernen", bestimmte Reize zu unterdrücken?

      Für Antworten wäre ich euch sehr dankbar.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Lya“ ()

      Hallo Lya, *zunge4*

      erst Mal herzlich Willkommen hier im Forum.

      Erkenne mich in deiner Beschreibung fast zu hundert Prozent wieder.
      Also könnte es schon sein das Du ADHS hast. Aber die Sicherheit bzw. Diagnose
      kann Dir nur ein Spezialist geben (Neurologe-Psychiater).

      Bin und war auch eher schüchtern und still. Schlechte Noten, keine Konzentration,
      sehr vergesslich, unruhig nach innen wie auch nach außen.

      Wutausbrüche habe und hatte ich auch, verbal und auch körperlich.

      Gut das Du zu einem Spezialisten gehen willst. Habe die Diagnose Misch typ.
      Es hilft einem ungemein weiter wenn man endlich nach so vielen Jahren weiß
      was mit einem los ist.

      Bei Fragen kannst Du dich gerne melden

      Liebe Grüße

      Justin
      Danke für die Antwort, Justin.

      Bei mir sind die Wutausbrüche seit mehreren Jahren verschwunden. Seitdem ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne, bin ich auch ruhiger geworden.... die innere Unruhe ist aber noch da. Und impulsiv bin ich auch noch Die Schüchternheit hat auch nachgelassen. Alles andere ist (leider) nicht verschwunden und bei der Arbeit habe bzw. hatte ich deswegen enorme Schwierigkeiten.

      Nimmst du Medikamente? Helfen sie dir, dein Leben im Griff zu bekommen?

      Und wie läuft es bei dir mit den Beziehungen? Ich vergesse extrem schnell eine beendete Beziehung, weil ich "weiß", dass der nächste bald kommen wird.... hüpfe von einem zum nächsten... ändert sich das auch mit den Medikamenten? Werde ich auch in dieser Hinsicht "ruhiger"?

      Ach, noch was: dauert es lange, bis man eventuell die Medikamente bekommt?

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Lya“ ()

      Hallo Lya,

      ich nehme nur was gegen die emotionale Instabilität (Valproat). Hat mir der Neurologe-Psychiater verschrieben der
      mich auch diagnostiziert hatte.
      Sie helfen mir auf jeden Fall. Aber trotz allem bin ich schnell überfordert und auf 180, kann aber besser mit umgehen, schon allein durch die Diagnose.

      Beziehungen laufen eigentlich ganz gut ( seit über 5 Jahren, vorherige Beziehung fast 12 Jahre). Bin aber auch mit dem Alter ruhiger geworden.
      Früher auch vielen Onights Stands.

      Ich denke es hängt von deiner derzeitigen seelischen Verfassung ab wie schnell du Medikamente erhälst.
      Man durchläuft ja normaler Weise einige Test und muss viele Fragen beantworten bevor man eine Diagnose bekommt.

      Liebe Grüße

      Justin
      Danke. In ein paar Wochen habe ich den Termin bei einem Facharzt der auf ADHs spezialisier ist. Und im November habe ich einen Termin beim Neurologen. Wennn ich beim ersten Arzt schon eine Diagnose bekomme, würde ich eventuell den Termin beim Neurologen absagen.

      Wenn ich mal wieder arbeiten sollte, kann ich es mir nicht leisten wieder so zippelig und vergesslich zu sein. Allein deshalb, wäre es wichtig eventuelle Medis sofort zu bekommen.
      Von mir auch ein herzliches Willkommen! :)

      Ich drücke die Daumen, dass Du bald eine passende Behandlung bekommst!

      Auch wenn die Medikamente bei Dir gut wirken sollten, ist es kein Wundermittel. Du wirst vielleicht erstmal etwas ausprobieren müssen, ebenso sollte zur Behandlung noch zumindestens eine Art ADHS Training gehören, wo Du Strategien lernst, mit problematischen Situationen umzugehen. D.h. die ADS Behandlung besteht aus mehreren Bausteinen, aber sollte nie nur aus Medikamentation bestehen. Wie stark Deine ADS Symptome als Probleme auftreten, hängt auch immer stark von Deiner Umwelt ab.

      Also z.B. was für eine Job hast Du gemacht, wo zu hipplig und zu vergeßlich war? WEnn Du eher Hypie bist, dann wirst Du vermutlich nie mit einen Bürojob glücklich werden, sondern solltest Dich nach einen Beruf umsehen, wo Du ständig in Bewegung bist. Vielleicht brauchst Du auch irgendwas, wo Du regelmäßig mit irgendwelche 'Kastrophen' umgehen mußt sei es eher echte Katastrophen wie ein Feuerwehrmann, der versucht einen Brand unter Kontrolle zu bekommen oder eine Schulsekretärin aka gute Seele der Schule, wo Schüler (und Lehrer und Ämter :D) auf alle gutdurchdachten Planungen durch irgendwelche Maßnahmen durcheinander bringen können und die Schulsekträrin einem Chaos gegenübersteht und improvisieren muß, während nebenbei andere Schüler mit anderen Problemen bei Ihr einfallen.

      Da mußt Du dann schauen, gab es schon mal Jobs, mit denen Du gut klargekommen bist und Deine Probleme nur stark abgechwächt oder überhaupt nicht auftraten?

      Und eventuell ist eine normale Beziehung auch nicht das wahre für Dich?

      Dann gibt es noch so weitere Strategie z.B. Achtsamkeitsübungen oder über Kopfhörer laut Musik hören..

      .. wenn Du Hypie bist, dann sollte der erste Lösungsansatz immer aus Sport und viel Bewegung bestehen...

      Nun, auf jeden Fall viel Erfolg dass Du Deine Probleme in Griff bekommst,

      Gruß,
      phlegmaWirbel
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Ich erkenne mich auch zu 100% wieder.
      Bei mir wurde es festgestellt nachdem ich in Lahnstein auf der Geschützten Station war.
      Meine Testung hat ca 4 Stunden gedauert plus viele Psychologischer Gespräche.

      Ich bin auch der Mischtyp aber noch dazu Bipolare Störung und Emotional Instabiler Typus mit aggressivem verhalten.

      Laut Psychiatrie

      PS: Bei mir wirkt medikinet sehr gut aber ich bekomme noch 100 mg Seroquel und 900 mg Ergenyl Chrono dazu.

      Aber Medikamente sind finde ich nur zur Unterstützung und ein Segen für uns.
      Trotzdem sollte man auch regelmäßig eine Psychotherapie machen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „djlobo“ ()

      Es war ein Bürojob. Mir wurden ein paar Sachen erklärt und die jeweiligen Schritte dazu. Nach kurzer Zeit hatte ich die ersten Schritte schon vergessen... und das passiert öfters. Ich habe auch schon andere Jobs gemacht, eher Praktikas. dort war ich am anfang sehr langsam, nach 2 Monaten ging es dann viel besser. aber wenn du im Job nach einer Woche nicht gut bist, bist du raus! Ist leider so....

      Für mich wäre es wichtig erst die Medikamente zu bekommen. Dann kann ich auch eine Pychotherapie anfangen, hauptsache ich bekomme was... ich bewerbe mich auch ausserhalb Deutschland. und könnte es mir nicht leisten nach einer woche wieder in Deutschland zu sein.

      @djlobo: Waum sollte eine Psychotherapie gemacht werden? Ich war schon bei einem Psychologen... geholfen hat es mir aber nicht wirklich.
      Du solltest Dir jetzt nicht zuviele Hoffnung auf das Medikament machen, es hilft schon, aber es ist kein Wundermittel. Es könnte auch sein, dass Du zu den non Respondern gehörst, bei dem MPH nicht wirkt... da gibts dann auch noch andere, die Du ausprobieren kannst. Aber es wird eventuell noch etwas dauern, bis Du das optimale gefunden hast.

      Also ich will Dich jetzt nicht entmutigen, aber nicht dass Du total enttäuscht bist, wenn Du es endlich ausprobieren kannst und es nur minimale Verbesserungen mit sich bringt.

      Bei mir fällt die Wirkung auch eher bescheiden aus.. also zwar noch ausreichend, dass ich dafür Geld bezahle (nehme Amefatminsaft und Attentin, der nicht von der KK bezahlt wird), aber es überhaupt garnicht mit dem zu vergleichen, was andere berichten, die da vielleicht erzählen, dass sie damit ihr leben komplett umkrempeln konnten.

      Deshalb solltest Du Dich auch nicht nur auf Medikamente konzentrieren. Sondern auch so etwas wie ADHS Training machen.. wo Du ADHS kennenlernst und wie Du problematische Verhaltensweisen in Griff bekommen kannst.

      Medikamente wie MPH/Medikinet wirken auf die Primärsymptome.. das wären solche Sachen wie Impulsivität und Konzentration etc. . Aber gerade als erst in Erwachsenenalter diagnositizierter ADSler gesellen sich oft noch andere Probleme hinzu... das können ungünstige Verhaltensweisen, Zwänge, Ängste etc. sein.
      Und an diesen Folgeerkrankungen können die typischen ADS Medikamente nur geringfügig etwas ändern..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      Wohin ins Ausland willst Du Dich bewerben? Warst Du schon mal in den Ländern, wo Du Dich hin bewerben willst und hast Ahnung von der Kulutur dort?

      Ich frage, weil Du ziemlich verzweifelt nach einen Job zu suchen scheinst und Du dafür alles in Kauf nehmen würdest. Aber ich denke, man darf nicht die Anforderungen unterschätzen, wenn man in ein fremden Land mit fremder Kultur ist.. Denn wenn es Dir dort schlecht geht, Du vielleicht einen kompletten Zusammenbruch erlebst, könnte es auf einmal ein großes Problem sein, dann dort eine entsprechende Behandlung zu finden... oder eben einfach wieder zurück zukommen. ALso nur als Hinweis, ich weiß ja nicht, was Du bis jetzt gemacht hast und eventuell warst Du schon viel im Ausland (Oder zumindestens in den Ländern, wohin Du Dich bewerben müßtest).

      Dazu muß auch gesagt sein, dass wenn Du hier dann MPH verschrieben bekommst, es Probleme geben kann, wenn Du sie dann im Ausland nehmen willst..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      Ansonsten fällt mir zum Thema Ausland noch folgendes ein : Es gibt 'adhs-freundlichere' und 'ADHS-feindlichere' Länder.

      Zum Beispiel in Schweiz und Japan sind noch schlimmer bezgl. Leistungsdruck und den Druck, sich konform zu verhalten. Wenn Du dann dort anfängst zu arbeiten, könnte es eventuell noch schlimmer als hier werden..

      Bei Brasilien sieht es wieder anders aus, zumindestenst höre ich immer wieder, dass die Leute viel locker und lebenslustiger drauf sind. Dort würdest Du eventuell überhaupt nicht negativ bzgl. Deinen ADS Problemen auffallen und würdest vielleicht besser klarkommen als hier.

      Deshalb meine Empfehlung, bewerbe Dich nicht in ein x-bel. Land, wo Du was bekommen würdest, sondern schau, ob die Kultur dort zu Deinem Wesen passen würde.
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      Weiterin kam mir der Gedanke, dass Du Dir vielleicht viel zu großen Druck machst, möglichst schnell voll leistungsfähig sein zu müssen.

      Du hast halt Probleme. Die mußt Du erstmal in Griff bekommen. Und vorher wirst Du keine 100% Leistungsfähigkeit erreichen können, vielleicht wird Deine Leistungsfähigkeit bei der Behandlung sogar nochmal einbrechen... weil Du Dich evenutell mit verdrängten Problemen auseinander setzen mußt oder auch nur das Umgewöhnen von ungünstigen Veraltensweisen sehr kräftezerrend ist.

      Ich kann mir gut nachvollziehen, dass Du da auch unter großen Druck stehst und das sicherlich auch von allen Seiten zu hören bekommen wirst. Aber Du wirst auch erstmal geduldig mit Dir sein müssen, bis die Behandlung voll anschlagen wird und Du Deine Probleme in Griff bekommen wirst. Das kann bei jedem ADSler unterschiedlich lange dauern. Eventuell geht es bei Dir auch schnell.. aber wie gesagt, sei nicht enttäuscht, wenn es nicht so schnell gehen sollte.
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      djlobo schrieb:

      Das sehe ich genauso perfekt erklärt.
      Ich bin leider nicht so der der was genau erklären kann ;-)))


      Danke :)

      Ich habe das Gefühl, dass ich immer viel zu langatmig mit meinen Erklärungen bin und einfach nicht in der Lage bin, mich kurz zu fassen... ausser ich überarbeiten einen Text tagelang.. *redface* *lässig* Und denke ist, dann immer doof, weil viele auch wiederum Probleme haben damit, lange Texte zu lesen....
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      PhlegmaWirbel schrieb:

      Danke

      Ich habe das Gefühl, dass ich immer viel zu langatmig mit meinen Erklärungen bin und einfach nicht in der Lage bin, mich kurz zu fassen... ausser ich überarbeiten einen Text tagelang.. Und denke ist, dann immer doof, weil viele auch wiederum Probleme haben damit, lange Texte zu lesen....

      Das kenne ich genau so wie bei mir auch. Ich bin oft so tief in meiner "Welt" in der alles so logisch und so authentisch richtig erscheint, und jedesmal wenn ich das in die Wirkliche Welt übertragen möchte, bleibt nur noch "käase" übrig. Und ich erwische mich dabei wie ich jeden Beitrag den ich geschrieben habe 10000000mal berichtige damit andere die nicht in meiner "Welt" sind diesen auch einiger maßen nachvollziehen können.
      Info: Ein kleiner gemeiner Zwerg namens "Legasthenie", hält mich leider öfter davon ab, fehlerfrei Sätze und Wörter zu formulieren als mir lieb ist. ?(
      Du solltest Dir jetzt nicht zuviele Hoffnung auf das Medikament machen, es hilft schon, aber es ist kein Wundermittel. Es könnte auch sein, dass Du zu den non Respondern gehörst, bei dem MPH nicht wirkt... da gibts dann auch noch andere, die Du ausprobieren kannst. Aber es wird eventuell noch etwas dauern, bis Du das optimale gefunden hast.Also ich will Dich jetzt nicht entmutigen, aber nicht dass Du total enttäuscht bist, wenn Du es endlich ausprobieren kannst und es nur minimale Verbesserungen mit sich bringt.Bei mir fällt die Wirkung auch eher bescheiden aus.. also zwar noch ausreichend, dass ich dafür Geld bezahle (nehme Amefatminsaft und Attentin, der nicht von der KK bezahlt wird), aber es überhaupt garnicht mit dem zu vergleichen, was andere berichten, die da vielleicht erzählen, dass sie damit ihr leben komplett umkrempeln konnten.Deshalb solltest Du Dich auch nicht nur auf Medikamente konzentrieren. Sondern auch so etwas wie ADHS Training machen.. wo Du ADHS kennenlernst und wie Du problematische Verhaltensweisen in Griff bekommen kannst. Medikamente wie MPH/Medikinet wirken auf die Primärsymptome.. das wären solche Sachen wie Impulsivität und Konzentration etc. . Aber gerade als erst in Erwachsenenalter diagnositizierter ADSler gesellen sich oft noch andere Probleme hinzu... das können ungünstige Verhaltensweisen, Zwänge, Ängste etc. sein.Und an diesen Folgeerkrankungen können die typischen ADS Medikamente nur geringfügig etwas ändern..

      Ich will mein Leben nicht komplett umkrempeln. Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert (im positiven). Ich bin noch etwas hippelig, vor allem wenn ich einen neuen Job anfange.... da setze ich mich sehr unter Druck und verstehe dann nichts mehr.... im Moment geht es um die Konzentrantion, die mir fehlt.

      Ungünstige Verhaltensweisen habe ich seit langem nicht mehr. Ich habe mich in den letzten Jahren sehr beruhigt und die Aggressivität hat komplett nachgelassen. Ich bin noch impulsiv, wie schon als Teenager, aber auf eine andere Weise.

      Weiterin kam mir der Gedanke, dass Du Dir vielleicht viel zu großen Druck machst, möglichst schnell voll leistungsfähig sein zu müssen.Du hast halt Probleme. Die mußt Du erstmal in Griff bekommen. Und vorher wirst Du keine 100% Leistungsfähigkeit erreichen können, vielleicht wird Deine Leistungsfähigkeit bei der Behandlung sogar nochmal einbrechen... weil Du Dich evenutell mit verdrängten Problemen auseinander setzen mußt oder auch nur das Umgewöhnen von ungünstigen Veraltensweisen sehr kräftezerrend ist.Ich kann mir gut nachvollziehen, dass Du da auch unter großen Druck stehst und das sicherlich auch von allen Seiten zu hören bekommen wirst. Aber Du wirst auch erstmal geduldig mit Dir sein müssen, bis die Behandlung voll anschlagen wird und Du Deine Probleme in Griff bekommen wirst. Das kann bei jedem ADSler unterschiedlich lange dauern. Eventuell geht es bei Dir auch schnell.. aber wie gesagt, sei nicht enttäuscht, wenn es nicht so schnell gehen sollte.

      Ja, das hat auch mit meiner Erziehung zu tun: meine Eltern sind beide Akademiker und wollten immer die "perfekte Tochter". bisher habe ich sie aber immer enttäuscht.