Medikinet und Amphetamin

      Medikinet und Amphetamin

      Guten Tag zusammen,
      sollte das Thema schonmal behandelt worden sein bitte ixh um Entschuldigung bzw. um eine Verlinkung auf das betreffende Thema. :)
      Nun zum Thema^^
      ich habe schon einige Dinge von meinem Arzt verschrieben bekommen, dazu gehören:
      Concerta, medikinet uns den sogenannten Amphetaminsaft.
      Das Problem bei allen Medikamenten (abgesehen von dem Saft[mit dem man kein Kraftfahrzeug führen darf]) ist das ich nach max. 20Minütigem Konzentrationsschub einen heftigen rebound bekomme.
      Durch meine Krankheit von ADS habe ich einiges ausprobiert, unter Anderem auch Amphetamin (was soll ich sagen, man möchte eben mal so gut konzentriert sein wie Andere).
      Der Kernpunkt ist, dass ich von Amphetamin keinen rebound bekomme(solange es nicht gesteckt ist).
      Kann mir dafür jemand Erklärung geben bzw. mir eine Alternative nennen?
      Wäre sehr dankbar für jeden Vorschlag.
      Denn wie jeder weis sieht die Sachslage Amphetamin leider nicht als Lernmittel, vor allem nicht wenns ums Autofahren geht.

      RE: Medikinet und Amphetamin

      Hallo Rayman,

      hilft dir Amphetamin gut? Und wie genau? MPH ist erste Wahl, gibt aber auch noch "2. Wahl" und da würde z. B. Bupropion darunter fallen. Das ist ähnlich zu Amphetamin, aber kein BTM.

      Direkt die Konzentrationsfähigkeit erhöht es nicht - zumindest konnte ich dann halbwegs meine Fehler rechtzeitig erkennen und beseitigen. Das war besser als nichts.

      Da ich keine ADS-Diagnose oder sonstwas sinnvolles bekomme, bleibt mir nur das. Hat auch ein paar Jahre gut gewirkt, reicht jetzt aber nicht mehr ...
      Rebound gibt es da überhaupt nicht (nicht offiziell und bei mir auch nicht).
      Wie sieht es mit "Hyperfokus" aus? Klappt das wenigstens? Das ist auch ein Hebel, an dem ich dauernd drehen muss. Für nur minimale Funktionsfähigkeit muss ich auch noch selbst für Antrieb sorgen.
      "Die Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die vom Bewusstsein der eigenen Macht herrührt." (Paul Cézanne)

      RE: Medikinet und Amphetamin

      naja...wenn die Wirkung dermassen schnell nachlässt scheint mir du bist unterdosiert.

      Wenn du die Wirkung von Amphetaminen kennst dann erwartest du vielleicht von den Medikamenten eine ähnliche Wirkung?

      Der UNterschied ist aber dass man die Wirkung nicht direkt spüren sollte sondern nur daran merkt dass man mehr leisten kann und mehr abrufen kann, bzw. länger konzentriert bleiben kann.

      Deine Beschreibung hört sich etwas ... pauschalisiert an.
      also dass du von allem Medikamenten nach 20 min Rebound hattest...

      das erscheint mir fragwürdig.

      zum einen weil die Wirkung ja erst so nach 20 min einsetzt,
      zum anderen weil die verschiedenen medikamente doch unterschiedlich wirken.
      Concerta z.B. sind retardiert - also man nimmt sie einmal täglich und sie setzen über 24 Stunden nach und nach immer wieder den Wirkstoff frei.
      Wie kannst du da nach 20 min Rebound haben????????
      Das Gleiche gilt für die Medikinet!!!!!!!!

      Hast du denn auch mal direkt wirkendes (unretardiertes) MPH probiert?
      Also Ritalin oder MPH von Hexal?
      Das kann man dann auch besser hochdosieren bis die gewünschte Wirkung erreicht wird.

      Dann kann ich nicht ersehen wie lange und mit welchen Dosierungen du eine Medikation probiert hast.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Schilfrose“ ()

      RE: Medikinet und Amphetamin

      Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen dass es einige Monate dauert um sich zu einer gut verträglichen und wirksamen Dosierung hochzusteigern.
      Und es dauert auch einige Zeit bis sich die Hirnstrukturen umstellen.
      Die Medikamente wirken nicht wie Drogen dass sie sofort reinknallen und einen deutlichen High- Effekt bewirken.

      Ich habe das Gefühl du erwartest da etwas falsches.

      Für eine Medikation brauchst du Geduld....und Selbstbeobachtung.

      Ich hatte erst nach 5-6 Monaten gemässigter Dosissteigerung den erwünschten Effekt.
      Da war ich dann bei 40-60 mg am Tag - je nach selbsteingeschätzer "verpeiltheit".

      Aber die erste Zeit hatte ich viel Kopfschmerzen im Vorderhirn - was meine Ärztin so erklärte:
      "naja, das sind Bereiche im Gehirndie bislang brachlagen und durch die MPH jetzt anfangen zu arbeiten.
      Das strengt das Gehirn erstmal verstärkt an was zu Ermüdung und Kopfschmerzen führen kann.
      Das Gehirn braucht einige Zeit um sich an die neue Denk-Kapazität zu gewöhnen.

      Vielleicht solltest du dich nochmal genauer über die medikamente erkundigen.
      Mir scheint dein Arzt hat dich da nicht intensiv genug informiert.

      zusammengefasst nochmal. Bei einer medikation geht es darum einen dauerhaften Effekt im Alltagsleben/Studium, etc zu erzielen.
      Nicht um einen kurzfristigen Kick oder einen Superschubser wie ihn vielleicht Amphetamin macht.
      Du sollst ja nicht 10 Stunden durchtanzen sondern ruhig und konzentriert deine Aufgaben erledigen :P
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Hallo, Schilfrose.

      Ich kann dir mit reinem Gewissen beipflichten, was die allgemeine "Hurra, ich bin geflashed." Aussage angeht.

      Allerdings muss ich sagen: seit ich jetzt (seit. knapp nem Monat) umgestellt bin auf ne Amphetaminsulfatlösung (10mg/ Gabe x 2 / Tag eventuell noch um 1-2mg/ Gabe steigerfähig), geht es mir deutlich besser und die Wirkung ist auch wirklich sofort spürbar:

      Aber nicht mit Sonnenscheineuphorie und Blümchenpflücklaune sondern eher so, dass ich mich nicht mehr getrieben von dieser doofen Billigswatchimmitation aus Polen im inneren konfrontiert fühle, die andauernd entweder stehen bleibt oder vorgeht und mich generell wie Fossibär auf Extasy jagd. XD Ich bin ruhig, habe keine spontanen Reaktionszwänge, nur weil mir gerade etwas durch den Kopf schießt, was mich verwirrt und die Merkfähigkeit ist ganz erheblich gestiegen.

      Bei MPH hatte ich generell entweder das Gefühl, es bringt gar nichts oder wenn ich eine höhere Gabe probierte, NUR diesen Tunneleffekt und plötzliche "Ich denke nach, mehr geht nicht"-Spontanaufderstraßestehenbleiber. Sprich es war sehr unangenehm.

      Und die Wirkdauer, sowie das "Raufkommen und Runterfahren" sind so sanft, dass ich es nicht wirklich wahrnehme, sondern nur spüre, wie ich laufe und laufe und laufe: quasi ein Durazellrammler.

      Drittes Phänomen bei der Lösung: ich fühle mich gleichbleibend stabil, was Stimmung und direkt daran knüpfend Umgang mit nicht so tollen Momenten/ Enttäuschungen anbelangt. Sprich Negativmomente werden schulternzuckend hingenommen und ich versuche dennoch nen guten Tag zu haben.

      Nachteil: das Einzige, was ich definitiv NICHT mit der Lösung merke: eine bessere Impulskontrolle. Ich bekomme wieder häufiger Wutausbrüche. *beschämt zu Boden schau* - Da muss ich dem MPH dann dochmal was Gutes nachsagen: es hat meine Impulskontrolle komplett kontrollierbar gehalten. :)
      Es gibt Schlimmeres, als ich zu sein: Atomkriege, Weltende, RTL II!
      !WOBEI! ich dazu sagen muss, dass ich a)

      ne Mischform von ADS habe und doch zeitgleich AUCH NOCH die reinhyperaktiven Problemchen mit dem Zappeln und dauerangetrieben sein.

      Ich kann es nicht besser erklären, als es sich wie folgt vorzustellen: mal ist man hyper und !hyperaktiv! zugleich, mal nur hyper und manchmal (zwar nur selten, aber dafür dann um so unerträglicher für mich) ist man hyper (sprich der Körper macht Irgendwas im Dauerzustand) und verträumt dennoch den ganzen Tag, weil man seine Gedanken komplett im "Nichts" verliert und nur noch der Körper da ist.

      und b) vermutet der Psychiater, zu dem es mich nun verschlug bei mir auch noch eine leichte autistische Begleitform (hatte ich zwar auch schon seit geraumer Zeit in Verdacht....trotzdem iwie Moppelkotze. XD).
      Es gibt Schlimmeres, als ich zu sein: Atomkriege, Weltende, RTL II!
      na das hört sich doch gut an mit dem Saft :)

      Bei jedem funktionieren die Medikamente auch etwas anders.

      hahaha...Impulskontrolle ist auch ein Riesen-Problem von mir.
      Ich nehm dagegen Strattera - die wirken auf den Noradrenalinspiegel.
      Leider helfen sie null bei Konzentration oder Merkfähigkeit.
      Sie machen mich nur ruhiger und wirken eben gegen dieses "hyper"-sein und gegen die Hyperaktivität von der du auch schreibst.

      Empfehlen würde ich sie aber nur in sehr schlimmen Fällen weil es ein Spiegelmedikament ist was über Monate eingeschlichen wird und doch sehr unangenehme Körperliche Nebenwirkungen hatte einige Tage bis der Gewöhnungseffekt an die Dosierung durch ist. Kaum hat man sie mal vergessen sind die Nebenwirkungen wieder verstärkt.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)