Partner ADS?

      Partner ADS?

      Liebe Community,

      Ich wende mich an euch, da ich denke, dass ich seit fast 6 Jahren mit einem ADSler verheiratet bin. Drauf gekommen ist er vor kurzem selbst, als er einen Artikel über einen Arzt mit ADS gestolpert ist und sich darin wiedergefunden hat.

      Er würde sich selbst gerne testen lassen, weiß aber nicht wohin man sich wenden kann. Vielleicht kann uns jemand helfen?
      Wir haben aufgrund vieler Eigenschaften seinerseits, welche aufgrund von ADS bestehen könnten, auch schon seit langem Beziehungsprobleme. Vor kurzen haben wir auch schon eine Eheberatung aufgesucht, hatten bisher aber nicht das Gefühl, dass wir dort weiterkommen.

      Zu den Problemen... (Siehe unten - hatte die max. Zeichen Überschriften)

      Natürlich kann eine richtige Diagnose nur ein Arzt stellen, aber was denkt ihr?

      Für mich ist es wahnsinnig schwer die Beziehung so aufrecht zu erhalten, da ich es bisher einfach persönlich genommen habe und mich von ihm immer verarscht fühlte.

      Wenn wir ruhig darüber reden, dann klappt es evtl. Mal ein paar Tage, aber dann ist wieder alles dahin.

      Was können wir tun? Wir lieben uns ja eigentlich und haben Kinder...

      Gruß ruhigerpol

      RE: Partner ADS?

      :: Kann mich leider fast nie auf ihn verlassen, da er besprochene Dinge entweder gar nicht oder nur unzureichend erledigt. Dies führt sehr oft zu Streit.
      :: Er lügt mich an oder sieht die Dinge wirklich nicht. Hab ich nicht so ganz raus.
      :: Er muss über alles diskutieren und will ständig recht behalten
      :: Er will ständig seinen Kopf durchsetzen und kann nicht erkennen, dass auch andere Bedürfnisse haben
      :: Er kann Zeit sehr schlecht einschätzen, macht alles auf den letzten Drücker und setzt damit die ganze Familie unter Druck, da er mit Zeitdruck eigentlich gar nicht klar kommt
      :: Er lässt sich bei Aufgaben wie bspw. Spüler einräumen immer von anderen Dingen wie Nachrichten auf dem Handy lesen oder unseren Kindern ablenken und geht einfach mit ihnen Spielen, obschon die Arbeit nicht erledigt ist. Wenn ich ihn darauf anspreche reagiert er meist gereitzt und wir geraten in Streit
      :: Er kann sich Regeln nicht merken. Z.B. Hände waschen vorm Kochen, welches Handtuch wem gehört, wohin welche Gegenstände gehören. Auch wenn ich es einmal täglich jahrelang sage
      :: Wenn er sich etwas vorgenommen hat und es aus familiären Gründen nicht klappt oder verschoben werden muss, ist er gereizt und geistig abwesend
      :: Er ist wahnsinnig unordentlich und unstrukturiert
      :: Wenn wir essen gehen o.ä. kann er nicht lange sitzen bleiben und steht meist unter einem Vorwand (Sohn möchte zum Spielplatz) auf und lässt mich alleine sitzen
      :: Er ist mit seinem Beruf sehr unzufrieden, da er viel im Büro (Meetings) sitzen muss. Kann den Beruf aber mangels Alternative nicht wechseln.
      :: Er hat Alpträume, dass er wieder in der Schule sitzen muss, weil sein Abi im Traum nicht mehr anerkannt wird
      Hallo ruhigerpol,

      erstmal herzlich willkommen hier. *smile2*

      Das was du da beschreibst, hört sich schon stark nach ADS an.

      Weil solche Symptome aber auch auf alle möglichen anderen Störungen zurück gehen können, ist es wichtig, das von einem Fachmann abklären zu lassen.

      Leider ist es immer noch schwierig, einen Arzt oder Therapeuten für Erwachsene mit ADS zu finden und dann sind die Wartezeiten bis zum ersten Termin auch noch sehr lang.
      Ich glaube, hier sind nicht sehr viele Münchener aktiv, aber du kannst ja mal im Unterforum stöbern: ads-bei-erwachsenen.de/wbb2/board.php?boardid=46
      Ansonsten ist es sicherlich hilfreich, sich an lokale Selbsthilfegruppen zu wenden oder an ADHS Deutschland e.V.. Ich glaube, über den Verein kann man auch an Adressen von Ärzten kommen.

      Was man tun kann, gibt es vieles. Der erste Schritt ist verstehen. Was passiert warum und was steckt dahinter. Davon ausgehend kann man dann konkrete Lösungen für den Alltag finden.

      Der erste Schritt ist also informieren, beim Arzt, bei anderen Betroffenen und/oder lesen, lesen, lesen.

      Auch wenn es noch nicht klar ist, dass es ADS ist, schadet es nicht, damit schon anzufangen. Der Anfang der Veränderng besteht darin, sich selbst neu zu bewerten. Das heißt nicht unbedingt speziell zu sagen: "Ich habe ADS", das lässt sich reduzieren auf: "Ich bin anders." Was man beides noch erweitern kann um den Satz: "Und das ist ok."
      Das heißt nicht, dass man sich darauf ausruhen sollte, aber das ist eben der Ausgangspunkt, den man akzeptieren muss. Und von dort aus kann man weiter arbeiten, mit einem Ziel vor Augen.
      Da die Problematik ja ähnlich zu sein scheint, lohnt sich Lektüre zu dem Thema ja trotzdem irgendwie, jedenfalls im Hinblick auf die Strategien im Umgang mit den Problemen.
      Gerade wenn es bei euch Familien- und Beziehungsprobleme sind, empfehle ich persönlich ja das Buch "Lass mich, doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus. Ich find das ist auch ohne speziell auf ADS einzugehen ein gutes Buch für Problembeziehungen. Wobei persönliche Beziehungen aller Art gemeint sind, auch freundschaftliche und verwandtschaftliche.
      Mir hat das Buch nicht nur geholfen, mich selbst zu verstehen, sondern tatsächlich auch meinen Liebsten ohne ADS. Unser Streitverhalten hat sich jedenfalls massiv gebessert.

      In München lohnt es sich bestimmt, die Stadtbücherei aufzusuchen.

      Noch eines: Wenn bei deinem Mann tatsächlich ADS festgestellt wird, solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass eure Kinder auch betroffen sein könnten, da das ja vererblich ist. Man muss nicht unbedingt überreagieren deswegen, es scheint ja so, als wären eure Kinder noch nicht auffällig geworden. Aber wenn Probleme bei euren Kindern gehäuft auftreten sollten, sollte das auch im Hinblick einer möglichen ADS angegangen werden.

      Liebe Grüße!

      RE: Partner ADS?

      Guten Abend!

      Bin auf der Suche nach Hilfe auf dieses Forum gestoßen und finde mich in den Beiträgen von Ruhigerpol wieder, mit dem Unterschied, dass ich weiß, dass mein Freund ADS hat.
      Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Als wir nach ein paar Monaten Chaos endlich offiziell zusammen gekommen sind, bekam er seine Diagnose und war erst einmal froh, Klarheit zu haben. Er erklärte mir, was es mit ADs auf sich hat und ich informierte mich selbstständig im Internet.
      Es treten also die schon beschriebenen Verhaltensweisen auf, die Ursachen sind klar, aber es kommt trotzdem zu Konflikten. In einigen Punkten kann ich ihn jedoch auch sehr gut verstehen, weil ich ähnlich ticke, weshalb er schon des Öfteren die Vermutung äußerte, ich sei ebenfalls betroffen. Ob dem so ist, weiß ich nicht. Ich versuche ihn zu verstehen, ihn zu unterstützen, ihm zu helfen. Interessant hierbei ist, dass ich selbst absolut chaotisch bin, nie weiß, wo mein Schlüssel ist, meine Unterlagen immer verstreut sind und ich garantiert vergesse, die Wäsche aus der Waschmachine auch wieder rauszuholen (ich hasse Wäsche waschen, es sind einfach zu viele Arbeitsschritte für eine unattraktive Aufgabe), jedoch ruft er mich manchmal sogar an, um zu erfahren, wo sein Schlüssel ist (und ich weiß es!), ich versuche Ordnung in sein Chaos zu bringen und sortiere auch mal seine Wäsche.
      Trotzdem kann ich nicht aus meiner Haut, denn bei allem Verständnis und allen Bemühungen, möchte ich ebenfalls Verständnis, Aufmerksamkeit und Rückhalt. Ich bin noch immer seine Freundin und emotional sehr gebunden.

      RE: Partner ADS?

      Das aktuellste Ereignis ist, dass er sich weigert eine Therapie zu machen. Er informiert sich ständig, besonders wenn es um Medikamnete geht. In diesem Bereich hat er einiges ausprobiert und versucht das richtige für sich zu finden. So weit so gut. Nur kommen zum ADS auch noch komorbide Störungen hinzu, nämlich Angst und Depression. Diese äußern sich oftmals stressbedingt und unterschiedlich stark, jedoch habe ich schon einige extreme Situationen miterlebt. Er selbst hat sich nachTherapiemöglichkeiten erkundigt und war bereit, eine zu beginnen. Jetzt allerdings möchte er nichts mehr davon wissen und ist überzeugt davon, es ginge ihm gut, er sei aus seiner Stress-Situation raus und brauche keine Therapie. Ich allerdings denke, dass eine alleinige Therapie mit Medikamenten (u. a. Antidepressiva) nicht die Lösung ist und er sich nachhaltig helfen lassen sollte, was nicht nur unserer Beziehung zu Gute kommen würde, sondern auch seinen übrigen Zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie der Alltagsbewältigung. Spreche ich ihn darauf an, kommt es zum Streit. Ich habe schon auf vielfältige Weise versucht mich zu erklären, um ihn nicht in die Ecke zu drängen, oder ihm vor den Kopf zu stoßen, aber am Ende eskaliert es doch immer.
      Ich bin langsam am Ende mit meinem Latein und zweifel natürlich auch an mir. Ich weiß, dass ich begrenzte Möglichkeiten habe, das ein oder andere einsehen muss und mich ebenso immer selbst hinterfragen sollte.
      Ich könnte noch einige andere Themen anbringen, Beispiele bringen etc., aber ich lass es erst einmal gut sein und bin gespannt auf weitere Beiträge, bzw. Antworten zu meinem Beitrag.

      Vielen Dank und liebe Grüße!

      RE: Partner ADS?

      Original von BenutzerIn
      Ich bin langsam am Ende mit meinem Latein und zweifel natürlich auch an mir. Ich weiß, dass ich begrenzte Möglichkeiten habe, das ein oder andere einsehen muss und mich ebenso immer selbst hinterfragen sollte.

      Das was du schreibst macht mich beim lesen sehr traurig. Das allererste was mir einfiel ohne Dich und deine Situation genauer zu kennen. Das du mal dringen Abstand von Euch brauchst. Wie auch immer das aussehen mag, so wie es jetzt ist ist keinem Von Euch geholfen. Gerade deine Unzufriedenheit die du beschreibst und die ich selber gut nachvollziehen kann, tut mir irgendwie beim lesen selber weh und macht mich traurig.
      Aber Er kann sich wohl zur zeit nicht anders verhalten.
      Ich kann Dir/Euch eher davon Abraten eine Therapie mit Antidepressiva zu machen, für mich sind diese Antidepressiva(gerade bei ADS) eine Einbahnstraße die nirgendwo hinführt.
      Ich möchte dir aber auch Beschreiben das man kaum gute Ärzte findet, gerade von Psychiatern wird man gerade dazu genötigt Antidepressiva einzunehmen, gerade auch weil die allermeisten Psychiater von ADS/ADHS keine Ahnung haben. Gerät man mit ADS an den falschen Arzt ist man als Patient verraten und verkauft. Ich habe selber sehr viele Schlechte Erfahrungen mit Psychiatern gemacht. Wenn er in keine Psychosomatische Klinik gehen oder, und auch keine Psychotherapie machen möchte. Dann hast du nur noch die Chance das du dir für DICH professionelle Hilfe suchst und ggf. in Anspruch nimmst. Die Belastungen die du durch Ihn hast "KÖNNTEN" dich auch psychisch Krank machen. Jetzt im Moment glaube ich zieht ihr euch nur gegenseitig runter. Und das nimmt kein Ende bis sich einer von Euch verändert. Deine Unzufriedenheit frisst du entweder in dich rein oder haust ihm diese Verbal wieder um die Ohren. Wie lange möchtest du so weitermachen?

      alles gute euch.
      Info: Ein kleiner gemeiner Zwerg namens "Legasthenie", hält mich leider öfter davon ab, fehlerfrei Sätze und Wörter zu formulieren als mir lieb ist. ?(

      RE: Partner ADS?

      Vielen Dank für Deine Antwort!
      Die Problematik einer Therapie mit Antidepressiva ist uns bekannt, da er vor seiner Diagnose auf Depression behandelt wurde, was wirklich kontraproduktiv war. Der behandelnde Neurologe kannte sich in der Tat nicht mit ADS aus. So hat sich mein Freund selbst informiert, die Antidepressiva abgesetzt bzw. ausgeschlichen und sein Arzt hat ihn an eine Expertin verwiesen. Trotzdem bekommt er leichtere Antidepressiva. So, wie ich ihn erlebe, bin ich mir nicht sicher ob diese Expertin die richtige Wahl ist. Somit war ich eben froh, als er eine Klinik aufsuchen wollte, in welcher Menschen mit ADS speziell behandelt werden.
      Das ich einen gewissen Abstand brauche, ist mir klar und wird mir immer klarer. Ich tendiere nämlich dazu, mich zu sehr vereinahmen zu lassen. Dieser Abstand äußert sich bei mir, indem ich wegfahre und Freunde besuche. Das wiederum schürt seine Verlustängste, er reagiert mit Unverständnis und stellt die Beziehung in Frage. Was für mich sehr kräftezehrend ist, da ich gewisse Mechanismen erkenne und sogar Ursachen finden kann, jedoch bin ich vor emotionalen Reaktionen nicht gefeit. Ich möchte meine Freiräume erhalten bzw. neu schaffen, was für mich eigentlich in keinem Widerspruch zu unserer Beziehung steht. Also, beschäftige ich mich nun intensiver mit dem Thema ADS (und Partnerschaft) und versuche dabei Verhaltensweisen an mir zu erkennen. Ich versuche also mich insgesamt mehr auf mich und meine Verhaltensmuster und Reaktionen zu konzentrieren und mich zu verstehen. Es könnte wirklich sein, dass ich auch betroffen bin, denn einige Syptome finde ich bei mir wieder, auch solche, die schon Lehrer oder Eltern kritisierten.

      RE: Partner ADS?

      Ich denke, das ist ein Anfang.
      Jedoch kann ich mir vorstellen, dass es für ihn nicht einfacher wird, da er sich zwar mit dem Thema beschäftigt, aber auf eine Weise, die nicht nachhaltig scheint. Ich bin nicht sicher, was die Zukunft bringt, aber ich wünschte mir, es würde ihm gut gehen, er könnte mit sich und seinem ADS umgehen und hätte gute Menschen um sich. Falls ich einen Beitrag dazu leisten könnte, würde mich das natürlich erfreuen.
      Kannst Du konkretisieren, warum Du meine Unzufriedenheit nachvollziehen kannst und sie dich traurig macht?
      Liebe Grüße

      RE: Partner ADS?

      Liebe BenutzerIn,
      ich finde deine Bemühungen toll. Ich erkenne mich in dem wie du deinen Freund beschreibst selber wieder. Ich glaube das es am allerwichtigsten ist das ihr aus eurem negativen Kreislauf heraus findet. Dazu kann es helfen Fachliteratur zu lesen, aber ich glaube auch das es nicht hilft wenn man sich zu tief in dem Thema verliert. Und alle Verhaltensweisen des Partners aufgrund der Literatur zu verstehen glaubt.
      Sehr häufig haben ADSler zusätzlich auch wirklich richtig echte Persönlichkeitsstörungen, und dann können die "Tipps & Analysen" aus der ADS-Fachliteratur sehr kontraproduktiv sein. ADS ist ein sehr komplexes Thema. Und es kann auch nicht sein das du die ganze Arbeit machen tust, und er nur Medikamente nimmt. (Ich hoffe das es nicht so ist.)
      1.Wichtig für Ihn ist das er jemanden hat auf den er sich verlassen kann, und der auch bleibt wenn er mal Emotional über das Ziel hinausgeschossen ist, und Ihm verzeihen kann.

      Ich bin ähnlich, Freiräume meiner damaligen Freundin haben mich emotional so wuschig gemacht, das ich es nicht ausgehalten habe und so ernsthaft mit meiner Freundin Schluss machen wollte, obwohl wie sich im Nachhinein raus gestellt hat gar nichts gewesen war.
      Es war nur meine Emotionale Sicherung durchgebrannt, und ich dachte bevor sie mit mir Schluss macht, mache ich das lieber selber, weil ich das Gefühl nicht aushalten konnte das sie mich in (meiner) Wahrheit gar nicht leiden konnte. Weil sie auch an mir ständig am rummäkeln war, und ich das ALLES persönlich genommen habe. Und ich habe mich selbst deswegen nicht mehr toll gefühlt war der Überzeugung nicht (mehr) liebenswert zu sein.
      Info: Ein kleiner gemeiner Zwerg namens "Legasthenie", hält mich leider öfter davon ab, fehlerfrei Sätze und Wörter zu formulieren als mir lieb ist. ?(

      RE: Partner ADS?

      2. Was ich denke das für euch wichtig ist das ihr gemeinsam wieder positive Erfahrungen macht, und gemeinsam Herausforderungen meistert, und euch dadurch Positiv bestärkt. Für mich ist und war es Immer unheimlich wichtig zu wissen (zu erfahren) jemanden zu haben der auf meiner Seite steht und mich positiv wahrnehmen und bestätigen kann.
      Dazu kann man vieles machen, allerdings sollte in keinem Fall die ADS/Depression Symptomatik im Mittelpunkt stehen. Ihr könntet eine gemeinsame Radtour machen, oder gemeinsam Geschirr abwaschen wer mehr fertig bekommt. Am Anfang geht im wesentlichen darum spielerisch positive Bestätigung zu erfahren.
      Dabei solltest du beachten das er durch sein ADS emotional deine Gefühle lesen kann, und er diese intuitiv auf die Authentizität überprüft. Und er komisch werden könnte wenn das für ihn nicht übereinstimmt. Es bringt nichts ihm dabei etwas vor zuspielen. Also lieber möglichst authentisch bleiben.
      Es kann mitunter passieren das er Versucht dich zu testen, und er Himmel und Hölle in Bewegung bringt nur um wieder negativ bestätigt zu werden. Und bei Erfolg all das infrage zu stellen was du bis dahin gesagt/gezeigt hast. Also ist es für dich wichtig Authentisch, und bei dir zu bleiben. Sich nicht drauf einzulassen, bei sich selbst bleiben, ggf Grenzen zu setzen, aber Ihn auch nicht negativ bestätigen.
      Das ist häufig ein Drahtseilakt, das weiß ich. Aber ihn positiv (emotional) zu bestärken ist das das wichtigste glaube ich, und das sollte so authentisch sein wie möglich. Die Emotionale Welt ist häufig ALLLES was bei einem ADSler zählt.
      Es ist wichtig das es authentisch ist, das du, du selbst bist. Zu ihm hältst, aber nicht alles mit dir machen und nicht alles aushalten kannst. Er muss einfach auch Verantwortung mit übernehmen lernen üben.
      Info: Ein kleiner gemeiner Zwerg namens "Legasthenie", hält mich leider öfter davon ab, fehlerfrei Sätze und Wörter zu formulieren als mir lieb ist. ?(

      RE: Partner ADS?

      3.Er möchte keine Therapie machen? Vielleicht kann er (noch) nicht anders. Gleichzeitig ist es aber wichtig das er an sich Arbeitet auch Psychotherapeutisch. Abgesehen von seinen ADS Spezifischen Schwierigkeiten. Ist es wichtig das er seine Gefühle und seine Bedürfnisse erkennen, reden, und beschreiben kann. Das kann lange dauern, ich habe Jahre dafür gebraucht.
      Ich habe damit immer große Schwierigkeiten gehabt (als Mann ohne hin). Vielleicht wäre Ergotherapie erstmals ein guter Einstieg in die Therapiewelt, es gibt viele Ergotherapeuten die sich mit ADHS/ADS und Depressionen auskennen. Es wird dort nicht so sehr auf das geschaut was nicht funktioniert, sondern eher darum jemanden positiv zu bestätigen. Inzwischen haben die Ergotherapeuten auch die Erlebniswelt der Erwachsenen entdeckt, und behandeln nicht mehr ausschließlich ADHS Ritalin Kinder. Eine Überweisung dafür bekommt man von einem Psychiater oder Nervenarzt, Depressionen bei/durch ADS-Patienten ist nichts ungewöhnliches. Und häufig vorhanden.
      Info: Ein kleiner gemeiner Zwerg namens "Legasthenie", hält mich leider öfter davon ab, fehlerfrei Sätze und Wörter zu formulieren als mir lieb ist. ?(

      RE: Partner ADS?

      Als letztes möchte ich versuchen dir zu beschreiben, warum das was du geschrieben hast, mir weh tut und es mich traurig macht. Ich habe die glaube mich sehr gut in andere hinein versetzen zu können. Und auf eine besondere Art Empathisch zu sein.
      Einerseits empfinde ich DICH in dem wie du deinen Freund beschreibst. Eine tiefe Verzweiflung, Enttäuschung und auch Wut. Aber auch eine Art Sehnsucht die euch verbindet.
      Gleichzeitig glaube ich auch zu erkennen wie e sich wohl für dein Freund anfühlen muss, überall falsch zu sein, nirgends zu funktionieren, und immer nur der Arsch zu sein. Und stets nur negativ bestätig zu werden oder deswegen im (negativen) Mittelpunkt zu stehen(zu müssen). Und gleichzeitig nichts dagegen machen zu können weil man eben mit ADS nun mal eben so ist. Und irgendwie nichts dafür zu können.
      Es fühlt sich so ungerecht und so gemein an. Es ist zum verzweifeln. Selbst für mich als außenstehender und auch betreffender ADS/Träumer(zugleich).
      Ich glaube aber auch mich in deine Welt ein-zu-fühlen und diese nachvollziehen zu können. Dass es dich eben total ankotzt einen nicht funktionierenden Freund zu haben, der zur Zeit zur Zeit eben auch wegen seiner Depressiven Phase, so gar nicht auf deine Bedürfnisse eingehen kann.
      Irgendwie kann ich beide Seiten emotional nachvollziehen, aber gleichzeitig kann ich nichts gegen diese Gemeinheit machen. Ich fühle dabei eine, deine oder eure Verzweiflung. Und das tut mir weh und macht mich eben traurig. Darum möchte ich mir die Zeit nehmen und Antworten. Ich hoffe ich konnte dir ein kleinen Einblick in meine eigene ADS Welt, ermöglichen.
      Es ist schon so spät, ich kann nicht mehr schreiben
      Ich wünsche euch alles Gute.

      gruß
      Info: Ein kleiner gemeiner Zwerg namens "Legasthenie", hält mich leider öfter davon ab, fehlerfrei Sätze und Wörter zu formulieren als mir lieb ist. ?(

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