ADS - mein steiniger Weg

      ADS - mein steiniger Weg

      Von Kindesbeinen an hörte ich die Sätze:
      Erst denken, dann handeln
      vorlautes, unkonzentriertes Kind
      zuviel Phantasie
      verlogen und egoistisch
      gib dir mehr Mühe
      strenge dich doch mal an
      flatterhaft
      usw.
      sicher könnte ich die Liste weiter ausführen.

      Diese ständigen Vorhaltungen gaben mir immer das Gefühl nicht liebenswert zu sein.Zwar strengte ich mich mächtig an, aber egal was ich auch tat, es ging daneben.
      Irgendwann fing ich an ein Ventil zu benutzen, dass mir den wahnsinnigen Druck nehmen konnte - ich ging in eine Essstörung.

      Als junge Frau lernte ich eine Professorin kennen die mit Asperger Autisten und ADS arbeitete. Sie versuchte mir zu erklären, dass meine Probleme durch ADS kämen. Entsetzt darüber, dass ich so ein "Ätzkind" sein sollte lehnte ich weitere Gespräche darüber ab.

      Erst als ich meinen 2. Mann vor 10 Jahren heiratete, der ein Asperger Autist ist, erkannte ich, dass diese Frau Recht hatte.
      Ich ließ mich von ihr testen und "bestand"mit Bravour. Nun wusste ich zwar - das ich auch zu diesen Nervmenschen gehörte, was mich eigentlich noch mehr niederschmetterte.
      Krampfhafter als zuvor versuchte ich "normal" zu werden.

      Inzwischen bin ich 53 Jahre alt und nun bin ich so erwachsen oder vielleicht resigniert , dass ich mich mit mir und was zu mir gehört auseinandersetzen möchte. Ich bin einfach zu müde, immer noch dafür zu kämpfen normal zu sein
      Lieben Gruß
      K.O.tin