Verwirrung

      Hi,

      Bei mir wurde vor ca 1 1/2 Jahren ADHS diagnostiziert, was eher durch zufall Geschah. Diese Diagnose löste aber komische Gefühle aus, denn einerseits war es wohl beruhigend zu wissen das man endlich weis, was mit einem nicht stimmt. Denn die vielzahl an Dingen die man an sich nicht versteht und nicht weis wieso, ist schwer von alleine auf einen Nenner zu bringen.

      Wie zB. wieso man seine Gedanken nicht bündeln kann, diese immer irgendwo herumschwirren und man die außenwelt wie durch ein Nebel sieht... oder man auf einer Beerdigung ist und alle tieftraurig sind und man vom Verstand her zwar weis was los ist, aber irgendwie das Geschehen nicht mit Gefühlen in Verbindung bringt...

      Nur um ein, zwei Beispiele zu nennen, von Vergesslichtkeit, chaotisch sein und und und weiterzumachen.

      Jetzt kam es aber, dass meine Familie, heißt meine Eltern und meine Frau so irgendwie garnicht mit diesem Thema klar kommen... Will heißen dass sie dies garnicht ernst nehmen und es mit Vorurteilen sehen.
      Ich habe mein Abi gemacht, bin zwar zweimal sitzen geblieben (weil ich ja immer so Faul wäre), studiert und mein Diplom gemacht, Noten sind zwar stark Wechselhaft aber bestanden ist bestanden=)
      So jetzt ist nun so, dass zB. meine Frau von ihrer Psychologien gesagt bekommen hat, dass man als Erwachsener nur ADHS haben kann (was mich sehr geärgert hatte, weil diese Person mich nicht kennt und mich nich einmal gesehen hat), wenn dies schon im Kindesalter nachgewiesen worden wäre (Meine Mutter meint da mal den Kinderarzt gefragt zu haben) und ich es damit ja garnicht so weit gebracht hätte.
      Da ich Durch die Abschlussarbeit und Nebenher viel Stress hatte, war ich die letzte Zeit schlecht drauf, was natürlich gleich auf das Medikinet geschoben wurde und diese mich zu einer zweiten Meinung gedrängt haben.
      habe jetzt einen Termin zu einer weiteren Untersuchung bei einem anderen Institut, welchen ich auch vorhabe zu nutzen.

      Bzw. wäre das nun die 3te Meinung, da ich seit ca. einem halben Jahr in Therapie bin und mit meiner Therapeuten noch einige Tests gemacht habe und sie wir viel darüber geredet haben...

      Naja das Fazit ist eigtl. dass ich die Diagnose niemanden aufgedrängt habe, nicht als Entschuldigung für Fehlverhalten und verlange auch keine Sonderbehandlung...

      Aber fühle mich irgendwie nicht für ernst genommen und irgendwie in die Ecke gedrängt und bin total verwirrt, denn erst durch die Diagnose und dann durch die Infragestellung ändert sich meine Psychische Betrachtung meiner selbst ständig und mir fällt es schwer damit umzugehen.

      grüße und vielen Dank für die Gedult.

      RE: Verwirrung

      Original von Uschumbel


      So jetzt ist nun so, dass zB. meine Frau von ihrer Psychologien gesagt bekommen hat, dass man als Erwachsener nur ADHS haben kann (was mich sehr geärgert hatte, weil diese Person mich nicht kennt und mich nich einmal gesehen hat), wenn dies schon im Kindesalter nachgewiesen worden wäre (Meine Mutter meint da mal den Kinderarzt gefragt zu haben) und ich es damit ja garnicht so weit gebracht hätte.


      Schwachsinn! Gerade der hypoaktive Typ fällt in der Kindheit kaum auf und wir ziemlich oft übersehen und gar nicht diagnostiziert. ADS heißt auch nicht, dass du dich überhaupt nicht konzentrieren kannst, sondern dass du eine viel kürzere Konzentrationsspanne hast als andere Leute. Außerdem kannst du natürlich einen akademischen Grad erreichen, denn deine Intelligenz ist ja nicht eingeschränkt, sondern eben nur die Fähigkeit dich längere Zeit auf Dinge zu fokussieren, die du als uninteressant empfindest.
      Solche Fachleute liebe ich ja abgöttisch! X( Lass dich nicht unterkriegen.
      Kämpfe um das, was dich weiterbringt. Akzeptiere das, was du nicht ändern kannst und trenne dich von dem, was dich runterzieht.

      Da war ich ja

      Da war ich ja, war bei dem dr. Schubert in mannheim und war dort auch sehr zufrieden.
      Der meinte, dass dies zu 100% zutrifft und seitdem kann ich teilweise auch besser mit umgehen, bzw weis wieso manche Dinge so sind... Außerdem war vorher alles viel unkontrollierter, weil es eben für mich normal war. Da saß ich eben manchmal mit wem im Gespräch und Hör scheinbar diesem zu obwohl meine Gedanken woanders sind, aber ständig am nicken usw bin:-/
      Man bekommt halt mit der zeit recht gute schauspielerische Fähigkeiten :-)

      Verstecken tu ich das normal auch, zb immer was in der Hand haben, was niemand stört.
      Oder gehe Dingen aus dem weg undundund.

      Was hingegen nicht wegzubekommen ist, ist dieser Automatismus... Sobald ich im Auto sitzt schaltet sich das Unterbewusstsein ein wie ein Autopilot... Der verstand läuft mit Tagträumen usw nebenher.
      Ist bei mir bei sehr vielen Tätigkeiten so, dass sich der Körper schon beinahe schon anfühlt wie ein Roboter der den verstand trägt( mir fällt leider keine bessere Umschreibung ein:-) ) und dieser sich um seine Sachen kümmert.

      Aber Versuch sowas mal nem Familienangehörigen zu erklären... Die meinen dann nur, ja jeder hängt mal seinen Gedanken hinterher!

      Naja jetzt hab ich noch einen Termin im Zi. In mannheim und wenn die dort dies bestätigen, wollen die wohl sicher sein das es so ist...