Referat mit dem Thema AD(H)S!

      Referat mit dem Thema AD(H)S!

      Hallo ihr Lieben!

      Ich muss nächste Woche ein Referat mit dem Thema AD(H)S halten und hab irgendwie keinen Plan. Es fällt mir schwerer als sonst, ein Konzept zu erarbeiten, weil das Thema so komplex ist und ich auch persönlich betroffen bin. Ich dachte immer, ich kenne mich mit dem Thema aus, aber jetzt merke ich, dass ich es vor lauter Informationen und unterschiedlichen Standpunkten gar nicht zu fassen kriege.

      Ach ja, das Seminar handelt von Beratungsanlässen in der Schule (Gymnasium/Realschule). Also sollte ich wohl klären, wie man mit ADSlern im Unterricht umgeht, wie man ihnen helfen kann, aber auch die Eltern beraten,... .

      Als Einstieg wollte ich erstmal in die Runde fragen, was sich die Studenten unter ADS vorstellen, welche Meinung sie zu diesem kontroversen Thema haben. Gerade an der Uni hab ich sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht (Stichwort: Modediagnose).

      Dann vielleicht einen Film zeigen. Aber auch da gibt es wieder so viele.
      Und so ne Art Übung, die verdeutlicht, wie ein ADSler seine Umwelt wahrnimmt, also die Flut von Reizen, die nicht nur ungefiltert sondern oft auch verstärkt wahrgenommen werden.

      Aber im Moment herrscht in meinem Gehirn kognitiver Overload!

      Habt ihr ein paar Tipps und Anregungen? Oder eine geeignete Übung?

      LG
      ManintheMoon
      Wie lange soll der Vortrag dann gehen? Wie gut kennen sich die Leute damit aus?
      Also eventuell wirst Du kann nicht so in die Tiefe mitgehen könnnen...

      Nun, so ADS ungläubigen würde ich ja mal gerne dann auch den Folgen von ADS zeigen.. also gibt da so die Hochrechnung, was die fehlende Behandlung für Kosten verursacht.. indem es viele falsch behandelte ADSler gibt die von Behandlung zu Behandlung rennen und am Ende wird es nur schlimmer.. viele die in Frührente landen.. Das die Versicherungen auf jeden Fall die ADS Diagnose anerkennen - zum Nachteil. (aber wenn es ein kurzer Vortrag ist, dass ist dafür vielleicht zu wenig Zeit, um das zu klären)

      Hmm... die wichtigsten Mißverständnisse über ADS sind für mich erstmal, dass als Erkrankung zählt und das leider gerade oft in der Schule unter Behandlung nur Medikamentegaben vorgestellt wird. Vielleicht betonen, dass die anderen Behandlungsmethoden ebenso wichtig sind allen voran das ADHS-Training
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Und das es sich bei ADS um ein Spektrum handelt auf unterschiedliche Dimension - also es gibt leichte bis schwere Ausprägungn und die Problemhaftigkeit/Symptome von ADsler ganz unterscheidlich sein können. Das ADS an sich den ADSler keine Probleme bereitet - sondern dass es das negative Feedback aus der Umwelt ist

      Also vor allem wichtig, dass es immer stark von der Umwelt abhängig ist, wie stark sich die Symptome als Problem auswirken. Z.B. Pünktlichkeit haben viele ADSler Probleme und bekommen das nicht hin, auich wenn sie sich das vornehmen.. Arbeit mit festen Startzeiten riesenprobleme, aber bei Arbeit mit gleitzeit können sich dann ADsler gerade als besonders engagierte Mitarbeiter entpuppen.. die sich dann mit besondern viel Einsatz zeigen, länger bleiben usw. .. (wobei anderseits feste Arbeitszeiten für einen ADSler wiederum doch nicht ganz verkehrt sind wegen regelmäßigkeit usw)

      Also vielleicht wichtig, immer etwas positives zu nennnen.. also das ADS schon stark einschränken kann, aber nicth muß und oft durch gezielte individuelle Maßnahmen viele Probleme stark eigneschränkt werden...


      Vielleicht kurz nochmal auf die neurobiologische Ebene verweisen - ein Störung ganz am Anfang des Verarbeitungsprozesses..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Hallo PhlegmaWirbel,

      danke für deine Antwort und deine Anregungen.

      Das Referat soll höchstens 30 min dauern.
      Ich hab mit meiner Ergotherapeutin jetzt ein paar Punkte herausgearbeitet, die mir wichtig sind. Was du schreibst, ist mir auch wichtig, vor allem dass Medis allein keine Lösung sind und dass es alternative und ergänzende Hilfen und Maßnahmen gibt. Mir helfen z.B. Achtsamkeitsübungen, Sport und Zeichnen in der Natur.

      Ich würde auch gerne klarmachen, dass es sich vor allem weniger um eine Störung sondern um eine andere Art der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung handelt, die im positiven die ganze Welt zu einem aufregenden Rummelplatz werden lässt oder wie ein Blick durch ein Kaleidoskop, im schlechten Fall zu einer nervenden und lärmenden Baustelle.

      Ich denke, wenn man den Normalos sagt, dass sie mal vorstellen sollen, wie es wäre, wenn ihr Unterricht inmitten einer Baustelle stattfindet oder auf einem Jahrmarkt und ihnen dann klarmacht, dass das für einen ADSlern die normale Wahrnehmung ist, sie dann besser nachvollziehen können, was ADS bedeutet. Dass man kein Defizit an Aufmerksamkeit hat, sondern im Gegenteil zuviel und verstärkt wahrnimmt und die Schwierigkeiten in der Konzentration auf eine Sache also in der Ausrichtung liegen. Und dass diese Sensibilität für äußere Reize begleitet wird von inneren endlosen Gedankenassoziationen. Bei mir ist das zumindest so. Einer sagt "Baum" und mir kommt sofort Natur-Bio-Biounterricht-Herr Simon(mein Bio-Lehrer)- Einbaum- Wasser-Thor Heyerdahl...usw. in den Sinn und am Ende weiß ich gar nicht mehr, worums eigentlich ging.

      Aber eine solche Wahrnehmung hat ja nicht nur Nachteile, sondern auch Positves. Das sehe ich genauso wie du.
      Hältst du oder ihr anderen es für eine gute Idee, so eine Art Übung zu machen. Ich dachte, ich lasse 2 Studenten etwas laut vorlesen, mache noch Radio an und zeige mit dem Beamer visuelle Reize und halte dann eine Minute lang so mein Referat und dann frage ich, ob es den anderen leicht gefallen ist mir zu folgen.

      Das mit dem Spektrum finde ich auch eine gute Anmerkung und auch, dass ADS an sich keine Probleme bereitet, sondern eher, dass man nicht so recht ins System passt.

      Meine Ergotherapeutin hatte übrigens einen schönen, ermutigenden Gedanken. Sie betrachtet das Phänomen ADS und die zunehmende Häufigkeit der Diagnose unter spirituellen Gesichtspunkten und meinte, dass wir vielleicht in einer Zeit und Gesellschaft leben, in der mehr Menschen, die anders ticken gebraucht werden.
      Bei 30min würde ich keine Übung machen, denke, da ist die zeit einfach zu knapp.. ansonsten der Vergleich mit Baustelle oder Jahrmarkt finde ich gut.. vielleicht findest Du auch noch andere Vergleiche für anderer Probleme z.B. Impulsivität..


      Die Erklärung deiner Ergo finde ich süss aber würde ich nicht bringen - den die Zunahme liegt für mich an zwei Sachen - einmal dass man es einfach als soclhes erkennt und vorher waren es eben nur Macken (leichte Ausprägung) oder schlechter Charakter (vor allem bei starken Ausprägungen). Der zweite Grund ist, dass sich die Umwelt immer stärker so ändert, dass ADSler größere Probleme bekommen - mehr Ablenkung, Reizungen z.B. Werbung, Medien und anderseits Optimierung/leistungsdruck Optimal zu handeln / immer 100% Leistungsdruck bringen müssen usw.
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Hallo PhlegmaWirbel,

      danke für deine Tipps. Das Referat ist gut gelaufen. Ich denke, dass ich die Studies erreichen und auch bewegen konnte. Ich hab viel über das Anderssein bzw. die andere Wahrnehmung gesprochen (denn das ist ADS für mich und nicht eine Störung) und darüber, was "normal" bedeutet, also entweder der Norm zu entsprechen, oder, dass "anders sein" normal ist, weil eben jeder anders sprich einzigartig ist.

      Den Gedanken meiner Ergotherapeutin hab ich natürlich weggelassen. Fand ihn aber auch süss; )

      Lieber Gruß
      ManintheMoon

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ManintheMoon“ ()