Meine Freundin dreht mit Medikinet total durch

      Meine Freundin dreht mit Medikinet total durch

      Hallo miteinander,
      Ich habe folgendes Problem. Seit 3 Jahren bin ich mit einer Frau 36J. zusammen. Wir verstehen uns prima und alles ist eigentlich in bester Ordnung (gewesen), zumindest aus meiner Sicht.
      Sie ist fast fertig mit dem Studium, aber ein paar wichtige Fächer fehlen noch. Da sie beim Lernen schon immer etwas unkonzentriert war, hat sie in einer Fachklinik einen mehrtägigen ADHS Test machen lassen. Dieser viel positiv aus, und es wurde die sofortige "Behandlung" mit Medikinet eingeleitet. Ich kenne Sie seit 5 Jahren,sie war immer ein sehr lieber,ausgeglichener und lebensfroher Mensch. Nach der ADHS Diagnose wurde ihr sofort Medikinet verschrieben.
      Das war vor einigen Wochen, seit der Einnahme geht es ihr ganz arg mies, massive Depressionen, Suizidgedanken, dann plötzliche wilde undefinierte Ängste danach Rückfall in Lethargie. Mit jeder Steigerung der Medikinet Dosis wurde es immer schlimmer, bis sie fast total durchgedreht hat. Trotz größter Mühe konnte ich sie kaum mehr stabilisieren.
      Ich hoffe man wird mich hier nicht steinigen, dafür dass ich mich als Laie in die "Medikation" des Arztes eingemischt habe, aber ich war so verzweifelt in Sorge um sie, dass ich ihr dringend geraten habe, das Medikament sofort abzusetzen. Bereits am ersten Tag wo sie das Medikinet weg gelassen hat, war sie wieder fröhlich, ausgeglichen, hatte keine Stimmungsschwankungen mehr, Freude am Leben und konnte den Alltag wieder bewältigen, was mit Medikinet überhaupt nicht mehr möglich war.
      Mit Tabletten sollte im Studium und Haushalt alles (noch) besser werden, aber es wurde eine einzige Katastrophe.
      Jetzt geht es ihr wieder gut, aber sie hat Angst es dem behandelnden Arzt zu sagen, dass sie das eigenmächtig abgesetzt hat.
      Was meint ihr, gibt es alternative Behandlungsmethoden?
      Dem Arzt trau ich nicht mehr über den Weg, er glaubt wenn er sie mit allem abfüllt was die Chemie bietet wird sie schon irgendwann "besser funktionieren".
      vielen Dank fürs geduldige Lesen
      euer
      Peter
      Hallo PPeter, herzlich Willkommen hier! :)

      Ich denke nicht (!!), das Medikamente das Non-Plus-Ultra sind, wenn es um ADS (und auch um sonstige Krankheiten) geht.
      Medikamente sollen helfen, müssen sie aber nicht immer - guck mal nach paradoxen Reaktionen auf Medikamente (hab den Link grad nicht, weil ich auf Arbeit bin 8)), aber es kann durchaus sein, dass sie etwas am Medikament nicht verträgt. Vielleicht den Trägerstoff?

      Auch wenn ihr euch schlecht fühlt, dem Arzt zu sagen, dass ihr die Medikamente abgesetzt habt: Sie sollen ihr ja helfen, und nicht die Lage verschlechtern - auch wenn es sich um Eingewöhnungsprobleme handeln kann (die treten oft auf, guck dich mal im Forum um, das ging hier sehr vielen so).

      Der Arzt klingt für mich auch nicht wirklich kompetent, aber das lässt sich aus deiner kurzen Schilderung nicht rauslesen, was genau er mit deiner Freundin vereinbart hat, also Dosis, Titration (also in welchem Abstand um wieviel mg die Dosis erhöht wird) und was sie im Fall von nicht-vertragen machen soll (oder vergessen oder zu viel genommen etc.)

      Auch wenn ihr ihm nicht traut, fragt ihn trotzdem noch einmal - und holt euch eine Zweitmeinung ein. Ein paar Adressen findet ihr hier. :)

      Grüße
      MizIsa
      Hallo PPeter,

      Es gibt einige ADSler die gar nicht oder sehr schlecht auf MPH reagieren. Aber es kann auch sein dass deine freundin nur eine kleine dosis braucht.

      Mit welche dosis hat sie angefangen?

      Sonst wenn sie auf diese wirkstoff schlecht reagiert, gibt es andere medikament und vielleicht wird ihr eine oder der andere helfen.

      Es gibt auch ADSler die ohne medis schaffen, da es andere möglichkeiten gibt.

      Es gibt auch planzliche präparat (eigene erfahrung) die auch helfen.

      Deien freundin kann vieles probieren, medis und alles anderes, und dann dass nehmen was ihr wirklich hilft.

      lg
      Mein Blog: http://papillonindigo.wordpress.com/ Ein leben mit ADS... Nie langweilig!
      Also wenn Deine Freundin so starke Nebenwirkungen hat, dann ist es auf jeden Fall das beste, die sofort abzusetzen. Das ist auch der Vorteil bei MPH, dass er sofort wirkt und Nebenwirkungen dann auch sofort weg sind. Für mich würde sich das auch erstmal nach einer Überdosierung anhören. Die optimale Dosis kann je nach ADSler zwischen 2,5mg bis 80mg liegen. Und das kann man nur durch probieren herausfinden. Auch würde ich dann noch einmal die Produkte einen anderen Herstellers probieren.

      Wie die anderen schon schrieben, Medikamentation ist nur ein optionaler Baustein, der eingesetzt werden kann, aber nicht muss. Vor allem wirkt MPH dann auch nur auf die Kernsymptome von ADS Impulsivität, Konzentrationsprobleme usw.. wenn die Probleme Deiner Freundin von woanders herkommen, dann helfen sie vielleicht so gut (also bei mir ist es auch so, dass MPH nicht so stark wirkt - zwar ausreichend, um es zu nehmen, aber kein Vergleich dazu, was andere berichten).

      Die andere Bausteine sind Coaching, Therapie (gerade bei Folgeerkrankungen bzw. zusätzlich auftretenden Krankheiten/Störungen wie z.B. Ängste, starke Selbstwertprobleme, Zwänge, Depression) und auch sehr oft sehr hilfreich - SHG Gruppen und Foren.

      Also wichtig, dass man erst erkennt, wie ADS funktioniert und wie man quasi 'tickt', dann das Verhalten ausmacht, was einem Probleme verursacht und sich dagegen Copingstrategie/Gegenstrategien überlegt.

      Mit einer ADS-Diagnose kann man übrigens im Studium Nachteilsausgleich und Studienhilfe beantragen. Das könnte dann sein, dass man jemand bezahlen kann, der für einen die Planung abnimmt, Vorlesungsmitschriften anfertigt, oder längere Abgabefristen oder Tausch mündlicher gegen schriftlicher Prüfung usw.. Je nachdem, an welcher Stelle man nun Probleme hat.

      Mit dem Arzt solltet Ihr auf jeden Fall darüber sprechen, wenn er irgendwelche Zicken macht, weil sie es aufgrund der starken Nebenwirkung abgesetzt hat, dann könnt ihr ihn vergessen!
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Hallo Peter

      ich reagierte am Anfang auch schlecht beim Cocerta.. Wenn es auslief ( nachmittags, hatte ich Selbstmordgedanken, sah alles schwarz). Ich rief den Arzt an, er reagierte sofort, ich bekam das Ritalin LA, damit hatte ich keine Probleme.
      Also entweder ein anderes Medikament oder eine viel kleinere Dosis ausprobieren. Und der Arzt müsste deine Partnerin ja echt am Anfang der Medikation nahe begleiten!

      Und falls kein Medikament hilft, evtl, eine 2. Diagnose oder wie von anderen erwähnt andere Strategien. Therapie, pflanzliche Mittelbetc.

      Alles Gute wünscht euch Spargel
      Vielen Dank für eure Antworten,
      Sie hat mit 10mg morgens und 10mg Mittags angefangen,da hats schon angefangen. Nach einer Woche wurde sie hochgestuft auf 20mg morgens+20mg mittags. Danach hat das ganz massiv angefangen, Depressionen,totales Durcheinander,Unkonzentriertheit, Sprunghaftigkeit, Suizidgedanken, dazu kam, dass ihr vom Essensgeruch schon schlecht wurde, sie musste sich zu jedem Bissen zwingen. Das wurde im Lauf der Wochen immer schlimmer, zum Schluß war sie so fertig und abgemagert, dass sie kaum mehr ihren Alltag bewältigen konnte, zu nichts mehr Lust hatte, nichts mehr Essen konnte,bekam massive Suizidgedanken die immer düsterer wurden. Seit sie damit aufgehört hat gehts ihr wieder richtig gut, sie kann jetzt auch wieder studieren. Eigentlich hat sie es nur genommen um sich besser konzentrieren zu können, aber wie gesagt, nach einem Monat Einnahme war sie total am Ende. Der Arzt wollte nun sogar die Dosis nochmal auf 80mg verdoppeln! Sie überlegt sich jetzt das trotzdem wieder zu schlucken damit sie es dem Arzt nicht sagen muss, dass sie es abgesetzt hat(te) und weil sie hofft, es immer zeitweise absetzen zu können wenn die Depressionen zu stark werden. Mir ist nicht wohl dabei, vor allem weil ich gesehen habe dass das Zeug aus einem lebensfrohen Menschen der eigentlich trotz der Diagnose gut mit seinem Leben klar kommt, einen Menschen macht, der mit nichts mehr klar kommt und an nichts mehr Freude hat.
      Dank euren Antworten werde ich Ihr empfehlen, nicht wieder damit anzufangen das zu Schlucken, bevor sie nicht mit ihrem Arzt darüber gesprochen hat. Wenn ich sehe, dass Sie ihren Haushalt und ihr ganzes Leben nicht mehr organisieren konnte seit sie das Zeug schluckt, frage ich mich sowieso was das für einen Sinn haben soll, so viele Nebenwirkungen nur um im Studium eine besser Note zu bekommen. Seit sie das Zeug nimmer nimmt, kann sie ihren Haushalt und ihr Leben wieder organisieren, daran war MIT Tabletten gar nicht mehr zu denken.
      viele Grüße
      Peter
      Hallo PPeter,

      das hört sich für mich nach einer massiven Überdosierung an! 8o
      Woher will der Arzt denn wissen, dass sie 2 x 10 mg am Tag braucht?? ?(

      Normal ist, dass man mit der kleinsten Dosis anfängt (5 mg, kleinere Tabletten gibt es nicht, man kann sie aber "teilen" *ahem*...die bröseln dann aber leicht) und nach einer Woche um 5 mg erhöht. Je nachdem, wann die Wirkung einsetzt und wie lange sie anhält, kann man erhöhen oder auch die Dosis verringern, oder auf ein anderes Medikament umsteigen - oder es auch ganz weglassen, wenn man garnicht reagiert...deine Freundin reagiert allerdings.

      Was der da macht ist lebensgefährlich! :evil:

      Nach einem Monat auf 80 mg...das geht garnicht mit diesen Symptomen.

      Nur zur Sicherheit: Sucht euch einen anderen Arzt der sich mit ADS bei Erwachsenen auskennt (Adressen findet ihr z.B. hier im Forum oder über die Krankenkasse), und lasst von ihm nochmal überprüfen, ob die Diagnose wirklich stimmt. Nicht um euch die neu gewonnene Erklärung der Problematik oder Sicht der Dinge zu nehmen, sondern um sicher zu sein, dass auch das behandelt wird, was behandelt werden soll bzw. kann, und sie nicht z.B. Tabletten schluckt, weil sie sich zu viel aufhalst (ja, gibts auch bei Normalen ;)) und trotzdem irgendwie durchhalten muss und dazu noch hoch perfektionistisch ist.

      Ich sage nicht dass sie kein ADS hat, aber holt euch trotzdem eine zweite Meinung ein, und erst recht zur Medikation.

      Viel Glück!
      Ganz ehrlich, der Mann muss verrückt sein, die Dosis noch erhöhen zu wollen bei diesen "Nebenwirkungen". Und mit 80 mg am Tag wäre ich wahrscheinlich schon tot. Ich habe nie mehr als 30-50 mg am Tag genommen, je nachdem wie es mir eben ging. Und immer nur 5 mg aufeinmal. Am Ende dann alle Stunde und 15 min. Das ist individuell ganz verschieden.

      Aber man kann anhand deiner Erzählunen sicher sagen, dass sich euer Arzt nicht auskennt!
      Warum habt ihr solche Angst, nicht mehr dorthin zu gehen bzw. das Medikament abzusetzen? Ihr wisst, dass MPH nur kurzeitige Wirkung hat und deshalb jederzeit abgesetzt werden kann, oder? MPH ist nicht mit Antidepressiva zu verwechseln.

      Hier haben viele schon ein gewisse Rebellion gegen den Arzt hinter sich. Man kann manchmal einfach nicht genau das tun, was sie einem verordnen und das muss man auch nicht in diesem Fall. Bei MPH muss man selbst ausprobieren welche Dosierung einem gut tut (ich spreche hier von kleinen Dosen, nach oben hin ist man natürlich nicht frei zu schlucken was man will ...)
      Wer keinen Mut zum Träumen hat, der hat auch keine Kraft zum Kämpfen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rosalie“ ()

      Hallo PPeter,

      Ich finde, ihr habt richtig gemacht und ich finde sinnlos dass sie wieder diese medis nimmt in so eine dosis wenn es ihr nicht gut tut!

      Sie hat mit 10mg morgens und 10mg Mittags angefangen,da hats schon angefangen. Nach einer Woche wurde sie hochgestuft auf 20mg morgens+20mg mittags.


      Bei manche ADSler ist es die richtige dosis, aber bei manche anderen ist es viel zu viel!!! Ich habe mit 2,5 mg angefangen und schon eine wirkung gespürt. 5 mg war ideal und 10 mg zu viel (ich hatte anders reagiert wie deine freundin, ehe euphorisch und aufgedreht).

      Es ist auch so dass diese medis, in der richtige dosis bei 70% die fälle hilft, aber überdosiert ist noch schlimmer...

      Also, wenn sie wirklich doch probieren will, dann einmal ganz wenig und schauen wie es ihr dabei geht. Vielleicht sogar an eine freie tag.
      Danach hat das ganz massiv angefangen, Depressionen,totales Durcheinander,Unkonzentriertheit, Sprunghaftigkeit, Suizidgedanken, dazu kam, dass ihr vom Essensgeruch schon schlecht wurde, sie musste sich zu jedem Bissen zwingen. Das wurde im Lauf der Wochen immer schlimmer, zum Schluß war sie so fertig und abgemagert, dass sie kaum mehr ihren Alltag bewältigen konnte, zu nichts mehr Lust hatte, nichts mehr Essen konnte,bekam massive Suizidgedanken die immer düsterer wurden.


      Hat sie es der arzt gesagt? Es ist sehr wichtig!
      Der Arzt wollte nun sogar die Dosis nochmal auf 80mg verdoppeln!


      ...
      Mein Blog: http://papillonindigo.wordpress.com/ Ein leben mit ADS... Nie langweilig!
      ...Wusste er wie es ihr sonst gegangen? 8o 8o 8o So wie ich weiss ist therapeutische dosis bis 60 mg. Klar, es gibt einige die etwa mehr brauchen, aber über 60 mg am tag sollte der arzt sehr vorsichtige sein.

      Da musst ihr mit der arzt reden und wenn schon gemacht, entweder ein andere suchen oder selber dosis finden auf vernünftige art. Da der optimale dosis nur durch probieren zu finden ist, muss man ehe selber suchen. Jede woche mehr ist schon richtig, aber mit viel weniger anfangen, nur ein einahme pro tag die erste woche (um überhaupt zu schauen wie es tut und wie lange) und sofort weniger nehmen wenn sich der zustand verschlimmert. Als wenn jemand sich mit 2,5 mg ehe schlecht fühlt (es gibt!) dann nicht weiter...

      Mein arzt hat mich ziemlich frei gelassen bei herausprobieren: Ich war schon durch internet informiert und sowieso hatte ich angst von diese medis.

      Dann noch etwas: wenn sie ohne medis ihre alltag gut in griff hat, kann sie wahrscheinlich auch weiter ohne medis weiter so schaffen. Wissen was sie hat, einiges besser verstehen, lernen noch besser zu kompensieren kann wirklich reichen.

      Medis sind ehe empfohlen wenn der leidendruck gross ist: man schafft der studium (oder ausbildung) nicht, es droht eine kündigung oder trennung oder man hat mindenstens 1 bereich in sein leben trotz viele anstregung nicht im griff. Alles doch in griff haben aber dauer erschöpft zu sein ist auch dann ein grund medis zu nehmen.

      Wenn es ohne medis auch gut geht, sehe ich kein sinn mehr medis zu nehmen.

      lg
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      Hallo,
      Nein, sie hat mit dem Arzt noch nicht gesprochen. Sie war an einer großen Uniklinik, die auf seelische Erkrankungen und ADS bei Erwachsenen spezialisiert ist. Die haben 3 Tage lang diverse Tests gemacht, mit Hirnscan und allem möglichen. Man hat sie in eine Studie aufgenommen um das Präparat an ihr zu testen, wie gesagt, in der ersten Woche 10mg+10mg täglich, nach ca. 10 Tagen 20mg+20mg, nach knapp 4 Wochen hätte sie glaub schon auf 40mg+40mg hoch sollen. Verordnet wurde eine Schachtel 50Stück 10mg, danach eine Schachtel mit 20mg pro Tablette, davon sollten dann 2 Morgens und 2 Mittags genommen werden, aber das hat sie schon vorher nicht mehr ausgehalten. Der behandelte Arzt ist in dem Institut, ca. 100km vom Wohnort entfernt und nur nach Terminabsprache erreichbar, zudem gerade im Urlaub. Der Arzt meinte seine Untersuchungen hätten ein "hochgradiges ADHS" ergeben was eine hohe Dosierung erfordern würde. Komisch finde ich, dass wir seit 3 Jahren zusammen sind, uns seit 5 Jahren kennen, und mir das nie aufgefallen ist. Sie hatte keinerlei Probleme im Alltag, hat 15 Jahre lang den Haushalt gemanagt mit 2 Kindern, nebenher Abitur gemacht, lediglich dass sie eben nun im Studium bei längeren Vorlesungen teils Konzentrationsmangel auftrat. Wobei sie eben viel Stress hat, nun als Alleinerziehende, mit dem Exehemann wegen der Kinder. Sonstige Alltagsprobleme hatte sie nicht, wie dabei mal eben "hochgradiges" ADHS raus kommen kann was 80mg pro Tag erfordert, bleibt für mich als Laie unverständlich. Danke für eure Antworten.
      Hallo PPeter,

      Wenn es eine studie war, kann ich einiges besser nachvollziehen. Dabei kann man eine studie jede zeit abbrechen, ohne es begründen zu müssen! Bei wie sie auf medis reagiert sollen die ärzten (aber eben, wenn sie nichts wissen) sofort abbrechen damit.

      Wenn der arzt so weit ist, ist er sicher per email oder telefonisch zu erreichen. Was mit medis jetzt machen kann auch so gut geklärt werden.

      Ich hatte deine freundin auch nicht als hochgradierte ADSler eingestuft! Es erstaunt mich auch. Sie hat ein leben wo mancher nicht-ADSler auch an ihre grenzen kommen können.

      Ich kenne viele ADSler die ihre alltag im griff haben (ausser chaos im wohnung), aber sie sagen doch dass sie nach eine volle arbeitstag sehr müde sind. Ist so was bei deine freundin?

      Mein arzt meinte zu mich, ich sei deutlich ausgeprägte ASDSlerin aber gut kompensiert (intelligent + sturkturierte, stabile elternhaus). Mehr als eine teilzeitstelle, ohne kinder schaffe ich nicht, auch mit medis.

      lg
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      Wenn als erstes Problem Konzentrationsstörungen auftreten und davor lief alles super (mit größerer Belastung) und nur erst jetzt es zu einem 'richtigen' Problem wird, dass sie deshalb fachliche Hilfe aufsucht, wundert es mich auch etwas, dass sie als hochgradig ADSler eingestuft wird (könnte natürlich sein, dass Deine Freundin sehr gute Kompensationstrategie entwickelt hat und vielleicht auch immer ein ADS-freundliches Umfeld...).

      Aber das je stärker ADS ausgeprägt ist, man eine umso höhere Dosis braucht, wäre für mich auch neu. Mir kam da gerade die Überlegung, ob sie dass jetzt in der Studie gerade untersuchen und deshalb Deiner Freundin das verschrieben haben...

      Unabhängig davon finde es aber schlecht, wenn der Arzt nicht erreichbar ist, wenn sie mit den Medikamenten erst anfängt. Wenn er in Urlaub ist, dann muss eine Vertretung geben.
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      raus aus der Studie, neuen Arzt suchen und mit unretardierten MPH erstmal beginnen.

      Normalerweise wird als erstes Medikament ein unretardiertes genommen weil man damit besser zwischen Einnahmemenge und Wirkung dfferenzieren kann.

      MPH braucht zudem (jedenfalls in den meisten Fällen) eine gewisse Anlaufzeit bis die Wirkung durchkommt und der Körper sich eingewöhnt hat.
      Immerhin bewirkt das MPH ja schon eine ziemliche Veränderung im Gehirn. Das geht nicht von jetzt auf gleich und wenn man direkt mit 2x10mg retardiert anfängt ist das natürlich eine enorme Umstellungsbelastung für das Gehirn, was vielleicht die starken Nebenwirkungen hervorruft.

      Ich selber hatte mit 1x 5mg angefangen und das wurde wöchentlich um 5 mg gesteigert...also sehr langsam. Bis ich meine "Wohlfühldosierung" hatte habe ich fast 3 Monate gebraucht.
      Dafür aber mit den Unretardierten nie Nebenwirkungen.

      Die Mediinet habe ich vor kurzem neu begonnen weil sie eben die einzigen sind die die Kasse übernimmt - aber ich hatte auch das Gefühl die Nebenwirkungen sind deutliher wie eine Wirkung.

      Also ich halte speziel von dem medikinet nicht viel.
      Geht übrigens vielen so wenn du hier mal in den entsprechenden Threads liest.

      Ein Arzt der nicht erreichbar ist und dazu noch so weit weg ist auch ein Unding.

      Gerade in der Anfangsphase muss eine Rücksprache mit dem Arzt innerhalb weniger Tage möglich sein.

      Hört sich jedenfals alles nicht gut an - und ich verstehe deine Bedenken.

      Die Diagnose an sich hört sch gut und ausführlich an - also geh ich davon aus dass sie andere Ursachen die Konzentrationssörungen verursachen ausgeschlossen haben.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Nochmal zu hochgradigem ADS - das habe ich auch, aber würde von meiner Umwelt nie so eingeschätzt werden.
      Zum einen weil meine Umwelt die Dramatik meiner Probleme nicht zu sehen bekommt, zum anderen weil ich auch viele Kompensationsstrategien fahre um nicht aufzufallen.

      Dass deine Freundin so widrigen Lebensumständen gut getrotzt hat kann ich auch nachvollziehen - ADSler sind "Katastrophenmenschen".
      Bedeutet : je schlimmer eine Situation desto besser kommen die Kräfte eines ADSlers zum Vorschein.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      achso: Ganz wichtig ist auch sich genau aufschreiben bei welcher Dosierung welche Nebenwirkungen aufgetreten sind.
      Und vor allm dies auch den behandelnden Ärzten der Studie mitzuteilen.

      Meiner Meinung nach funktioniert das Medikinet nämlich nicht und es ist ein Unding dass das Medikament was am schlechtesten wirkt (jedenfalls ist das mein Eindruck je mehr persönliche Berichte ich darüber lese) als einziges von der Kasse übernommen wird.

      Es ist also wichtig dass ei Studien sowas aufgenommen wird. Vielleicht kann ja endlich mal bewiesen werden dass dieses Medikament nicht geeignet ist und das erhöt die Chancen dass endlich auch die funktionierenden MPH-Produkte von der Kasse übernommen werden.

      Also unbedingt notieren welche Probleme auftraten.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen.
      Im Moment geht es meiner Freundin wieder gut, die ganzen Nebenwirkungen waren sofort weg nach Absetzten des Medikinets. Ich hab ihr jetzt eben mal das LTO 3 besorgt, ist was rein Pflanzliches. In manchen Foren habe ich von leichteren ADS Störungen schon gute Berichte gelesen, dass es was bringen soll, vielleicht ist es auch nur Mumpitz und Geldmache, ich weiß es nicht.
      Ihr kennt das sicher ist von herb-e-concept.
      Was den Arzt betrifft, eigentlich sollte er ein absoluter Spezialist sein, an der namhaften Uniklinik.
      Ich denke auch, dass ihr recht habt, man hat sie in kürzester Zeit total überdosiert. Sie wollte jetzt wieder damit anfangen, naja, ich hab sie gebeten, zunächst mal das LTO3 zu probieren, das schadet wenigstens nicht, und dann beim nächsten Termin erst mal mit ihrem behandelnden Arzt über die Problematik zu reden, bevor sie selbst wieder anfängt an sich "rumzuexperimentieren". Ich habe hier öfter gelesen, andere Medikamente, welche von der Kasse nicht bezahlt werden, wären oft besser, was meint ihr damit, Concerta, oder Ritalin?
      Gibt es hier irgend einen Trend, was bei den meisten Leutem eine gute Wirkung mit "vertretbaren Nebenwirkungen" hat?
      Noch weiß der Arzt das gar nicht, weil sie noch keinen neuen Termin ausgemacht hat. Ich glaub den nächsten Routinetermin hat sie erst, wenn die Schachtel mit den 20mg Tabletten bei einer Dosierung von mindestens 40mg evtl. auch 80mg Tagesdosis aufgebraucht ist.
      Es ist ihr peinlich dem Arzt zu sagen, dass ihr Freund sie dazu überredet hat das Zeug abzusetzten bis sie die Nebenwirkungen "gebeichtet" hat.
      Sie fühlt sich so, als hätte sie den Arzt hintergangen, indem sie seine Medikation bzw. Anweisungen "eigenmächtig" geändert bzw. nicht befolgt hat.
      Viele Grüße
      Peter
      huh, leider kenne ich die Gefühle Deiner Freundin nur zu gut, dass sie jetzt den Arzt täuscht/hintergeht, weil das abgesetzt hat. :S

      Aber bei so starken Nebenwirkung war das 100% berechtigt! Und auch wenn sie keine Nebenwirkungen hätte, wäre es vollkommen okay, wenn sie die absetzen würden, weil sie sich vielleicht damit nicht wohl fühlt.

      Denn es geht doch um ihre Gesundheit!!! Und nicht darum, dass der Arzt vielleicht einen willigen Patienten hat... sie nimmt die Medis doch nicht zum Gefallen des Arztes, sondern für sich selber! Deshalb hat sie auch das letzte Wort was sie nimmt!

      Kannst Du eventuell mit ihr zusammen den Termin aus machen? Und sie begleiten?


      Also anfangen sollte man mit unretardierten - und damit erst die optimale Dosis finden. Welcher Hersteller besser ist, kann man nicht so pauschal, jeder verwendet etwas andere Inhaltstoffe und da kann es dann von eigenen biochemischen Zuständen in Körpern abhängen, was man am besten verträgt. Deshalb würde ich erstmal mit den billigsten anfangen (das war glaube MethylpheniTAD) und dann das nächst teuere nehmen.

      MethylpheniTAD läßt sich allerdings doof zerteilen und zerbröselt schnell.. wenn sie eine besonders kleine Dosis mit 1/4-Tablette braucht, dann ist es vieleicht besser lieber ein teueres zu nehmen - also Ritalin läßt sich gut teilen, wie es bei anderen Herstellern ist, weiß ich nicht so genau.
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Und dann ist noch die Möglichkeit des Amfeatminsaftes - hier in D. müssen es Dir die Apothekn zu mischen und bekommst Flasche mit Pipette bzw. besteht die Möglichekit, dass auch in Tabletten umzufüllen, aber damit fällt folgender Vorteil von Amfetaminsaft weg - das man mit ihn noch besser eine kleinere Dosis nehmen kann.

      Amfetamin wirkt bei manchen besser als MPH (bzw. die MPH kaum Wirkung haben). Also wieder eine Sache zum Ausprobieren.. ich nehme auch Amfetamin.
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      vielen Dank für eure Antworten, als nicht ADSLer und Aussenstehender gewinne ich somit viele neue Erkenntnisse.
      Meine Freundin hatte nun endlich gestern den Termin bei ihrem Arzt, dem sie gestehen musste, dass sie das Medikinet wegen den gravierenden Nebenwirkungen bei 40mg in der dritten Woche absetzen musste. Sie bekam ja wie gesagt tiefe Depressionen, konnte nichts mehr essen und war im Gegensatz zu ihrem "Normalzustand" total verpeilt, hatte zu nichts mehr Lust und hat nichts mehr auf die Reihe bekommen.
      Ich habe es mir schon gedacht, der behandelnde Arzt meinte das sei alles Unsinn, es wäre ein Fehler gewesen die Behandlung abzubrechen, dass die Depressionen und die ganzen Begleiterscheinungen mit den Tabletten gar nichts zu tun hätten, er sagte allen Ernstes, das sei REINER Zufall, dass das wenige Tage nach der Einnahme angefangen hat, und am nächsten Tag nach Beendigung der Medikinet Einnahme wieder vorbei gewesen sei. Mit dem Medikament habe das absolut nichts zu tun. Aber ich kenne meine Freundin seit 4 Jahren derartige Beschwerden hatte sie noch nie, so verpeilt war sie noch nie, und 1 Tag nach Ende des Medikinets ist alles wieder normal, aber mit den Tabletten hat das gar nichts zu tun, so eine Aussage ist in meinen Augen unmöglich, kann der Arzt das Problem nicht sehen, oder weill er es nicht?? Meine Freundin meinte sie müsste seinen "Verordnungen" vertrauen, seitdem will sie nicht mehr mit mir darüber reden. Sie will mir auch nimmer sagen ob sie das Zeug wieder nimmt, aber ich befürchte schon, heute nur ein Tag danach, hab ich wieder einen Anruf bekommen, sie sei so deprimiert, aber sie will über das Thema nicht mehr mit mir reden weil ich ihr gesagt habe, dass ich von ihrem Arzt nichts mehr halte nach so einer Aussage.
      Reagiere ich da über oder falsch wenn ich ihr rate dem Arzt nicht mehr zu vertrauen?