Könnte hier in eine "normale" partnerschaftsmodel leben?

      Könnte hier in eine "normale" partnerschaftsmodel leben?

      Hallo alle,

      Was ich meine damit ist: zusammen wohnen, familie gründen und auch die "traditionelle rolleteilung" leben...

      Ich merke dass ich es einfach nicht kann... Zu glück habe ich keine kindern. Aber haushalt machen während er arbeitet geht hatte ich auch probiert... Ich merke dass ich mich dort nicht entfalte und dass es einfach nicht geht.

      Ich brauche auch meine freiraum und kann mich schlecht vorstellen mit jemand dauernd eine wohnung zu teilen.

      Nach lange versuchen, immer mit der eindruck dass es nicht wirklich etwas für mich ist, habe ich mich entschieden mit mein freund etwas anders zu probieren: jeden schaut zu seine haushalt, ich bleibe meistens in meine wohnung und wir sehen uns 2 mal die woche um die beziehung zu geniessen ohne das blöde haushaltkram (oder nur kochen + abwaschen).

      Wie sind eure erfahrungen damit?

      lg
      Mein Blog: http://papillonindigo.wordpress.com/ Ein leben mit ADS... Nie langweilig!
      hey.
      also ein zusammenleben als ADHSler mit einem 'normalen'?
      puhhhh seeehr anstreng!
      ich persönlich merke, dass meine vorigen Partner echt gelitten haben.
      mal klammert man extrem , mal kommt der Vulkan und man will seinen Freiraum. dazu kommt ich hab den tick seeeehr pingelig zu sein.

      meine Familie hat es nach den jahren natürlich ertragen- ist ja klar.
      allerdings mein neuer Partner ist auf see seit einem halben jahr- wir kennen uns noch nicht so sonderlich gut und lange u wohnen dennoch zusammen.
      ich habe jetzt schon leichte panik- wenn er kommende Woche zurück ist! wie es wird!
      Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt
      Hey!
      Mit einem "normalen" Partner zusammenleben geht durchaus, setzt aber das Verstehen der Problematik durch den Partner voraus, möchte ich mal behaupten. Mein Mann kennt sich damit recht gut aus und unterstützt mich sehr, was aber manchmal für ihn auch anstrengend ist, zumal er durch seine Arbeit schon in ähnlicher Weis belastet ist und dann zuhause manchmal sozusagen keinen Feierabend hat, wenn ich mal eine anstrengende Phase habe. Das könnte wohl nicht jeder aushalten, dazu gehört schon ein gewisses "Talent", innere Ruhe... Und beide müssen sich gegenseitig unterstützen. Jeder hat seine Fehler, niemand ist perfekt! Es muß eben passen!Warum sollte das nicht gehen?
      Claudia
      "Was hilft's! Sein Herz ist eng und all sein Geist ist in diesen engen Käfig eingefangen, eingeklemmt."
      Nietzsche
      Stimmt!: Was ist schon perfekt? Den Anspruch habe ich nicht. Ich liebe meinen Mann mit all seinen Fehlern und er mich auch. Vieles muß man einfach akzeptieren und wenn das mal nicht geht, muß man sich zusammensetzen und gemeinsam eine Lösung erarbeiten, was auch mal Zeit kosten darf. Mensch, die Grundlage muß stimmen, dann geht alles!
      "Was hilft's! Sein Herz ist eng und all sein Geist ist in diesen engen Käfig eingefangen, eingeklemmt."
      Nietzsche
      also ich versuch schon drauf zu achten, dass all das, was ich mir hier an umständen schaffe, damit mein alltag einigermaßen reibungslos läuft, dann später auch bei mehreren menschen gut läuft.
      er müßte beim haushalt halt verständnis haben, dass manche sachen so (kompliziert) laufen müssen (z.b. groß und beschriftet wie im kindergarten), weil es sonst garnicht läuft.

      er müßte bereit sein, alles organisatorische mit mir zu besprechen und zu planen und sich daran zu halten.

      und auch emotionale sachen zu besprechen. das mache ich jetzt schon mit den kerlen und sie finden es zwar ungewohnt, sind aber ganz froh, wenn es extra dafür geschaffene anlässe gibt, wo man kleinigkeiten besprechen kann, bevor sie zu nervig werden.

      gerade am anfang find ich schlaf- und essensgewohnheiten ganz wichtig einfach mal abzuchecken, worauf jeder da so achtet. wenn man es weiß, findet man einen kompromiß, wenn nicht kommt es leicht zu mißverständnissen. und ein paar worte zum hygienekorridor (der geht von zu sauber bis zu dreckig und bei jeder person verläuft der akzeptable hygienekorridor unterschiedlich, weiter drüben oder weiter herüben und ist unterschiedlich breit).

      wegen zu zweit wohnen mach ich mir insgesamt keine sorgen. das hatte ich schonmal, das lief ganz gut. da hatten wir ein haus gemietet und jeder sein eigenes zimmer und wir haben mal da mal hier geschlafen und er hat abends in seinem zimmer gelernt, ich in meinem zimmer was anderes gemacht, das lief gut.
      ein raum zum zurückziehen wäre super, wenn sich das mal platzmäßig ausgeht.
      ~ ~ Leinen los ~ ~ Segel setzen ~ ~ Ahoi! ~ ~

      ..... &.... Frühling ist eine Einstellung! :] ...... &......
      wie ich das mit familie wuppen soll, weiß ich noch nicht, aber das wird auch klappen.
      wenn ich genug platz für RIEßEN-REGALE habe, wo ich idiotensicher mein zeug reinstellen kann, das ich täglich benutze, dann wird das schon.

      und trotz kinder ein kleiner rückzugsraum, wo ich kurz die tür zumachen kann (wenn er da ist), kurz alleine sein, pause, das wäre gut. das zimmer kann ja dann jeder nutzen.

      und einen turnraum will ich auch, fast wie eine turnhalle, mit hoher decke, geeignetem boden, aber äh, das war jetzt nicht die architektur-wunsch-liste, oder? :D

      nee, also ich werde meine nächste wohnung versuchen echt ads-barriere-frei einzurichten.
      so dass man leicht überall rausputzen kann, nicht zuviel zeug drin ist, die alltäglichen sachen einem regelrecht ins auge springen, kleine chaos-oasen da sind, wo das chaos noch bleiben darf usw.
      hab gestern in der küche eine brett hingebohrt, da kommen tee, teekanne und wasserkocher drauf, weil sonst werd ich nie zum teetrinker. wenn ich all das zeug immer verräumen muß, klappt das einfach nicht. wenn ich es jetzt direkt vor der nase habe, dann sind die chancen viel höher.
      schwamm und besteck auch noch drauf und dann ist auf der arbeitsfläche die anzahl der dortigen gegenstände gleich null. dann weiß ich auch, wann ich mit putzen/aufräumen fertig bin. wenn die arbeitsfläche komplett leer ist.
      sonst häuft sich da gleich wieder sonstwas an.

      sowas müßte er halt verstehen und mitmachen.
      das wird schon hinhauen.
      bin da guter dinge!
      also was ihn angeht. wie ich selbst das schaffen soll mal einen alltag mit kindern ohne zusammenklappen weiß ich noch nicht, aber das wird auch werden.
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      Du sagtest:
      also was ihn angeht. wie ich selbst das schaffen soll mal einen alltag mit kindern ohne zusammenklappen weiß ich noch nicht, aber das wird auch werden.
      Haha, das ist ja normalerweise nichts, was in der Praxis gleichzeitig passiert, -rein technisch liegen da mindestens 9 Monate Anpassungsphase zwischen den Dingen. 8)
      Aber hast schon recht, eine Umstellung ist das definitiv, -bin auch nicht die geborene Hausfrau. -Nein, ich empfinde den Haushalt eher wie meine persönliche Hölle. Aber was tut man nicht alles für sein Glück!
      "Was hilft's! Sein Herz ist eng und all sein Geist ist in diesen engen Käfig eingefangen, eingeklemmt."
      Nietzsche
      och die 9 monate schwangerschaft und das erste lebensjahr (oder zumindest die ersten lebensmonate) will ich so chillig wie möglich gestalten. je nach finanzieller situation würde ich sogar einen kredit aufnehmen, damit eine putzfrau da ist, und andere sachen, die mit geld leichter sind als selber gemacht (bügelfrau, handwerker, steuerberater, gärtner, obstkistelieferung, nur als beispiele, hab noch nicht konkret drüber nachgedacht) und alles mögliche was man canceln kann (stammtische, projekte, renovierungen).

      ich hör ständig immer nur von den eltern die fix und foxi sind im ersten jahr.
      das will ich nicht.
      da wo ich sommer-aupair war die mutter wollte ausschlafen. d.h. vom aufwachen der kleinen kinder (4 jahre & 8 monate) von 6h/7h bis ca. 10h sollte ich die kinder beaufsichtigen und ruhig halten (spazierengehen, ins erdgeschoß, garten).
      hab ich damals nicht verstanden. jetzt schon.
      gibt genug kreative lösungen.

      solche erleichterungen sind aber möglicherweise nur für kurze zeit finanzierbar, was danach kommt, macht mir noch etwas angst. v.a. das zweite kind soll dann immer noch so der faktor sein, der dann als letztes quentchen zum ausbrennen noch gefehlt hat.

      wir werden sehen, ich will mir auf jeden fall die ersten wochen und monate so schön wie möglich gestalten und lasse da lieber einen urlaub, klamotten udn sonstwas ausfallen und investiere darin.
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      mein bruder sein patenkind (ist ein zwei wochen alt) mußte jetzt spontan ins krankenhaus. er fragte den vater ob er irgendwas machen könnte und der meinte, sie waren so überstürzt aufgebrochen, dass in der küche noch alles rumstand, essen und so. also ist er hin und hat 1,5h küche gemacht, durchgewischt, blumen gegossen. die mutter war so happy nach der sorge um das baby nicht noch vergammeltes essen in der küche wegmachen zu müssen.

      das ist fast eine geschäftsidee hab ich mir überlegt. ein haushaltsservice für frischgebackene eltern, der einfach pragmatisch das macht, was ansteht in den ersten wochen. sei es jetzt zum reifenwechseln fahren oder putzen oder einkaufen oder das geschenk für die oma besorgen, päckchen von der post holen uvm.
      ist natürlich dann eine frage der marge, was das kosten müßte inkl. versicherung.
      für alte leute gibt es das ja auch. :)
      warum nicht auch für eltern. warum müssen die sich so abplagen. ?(

      naja, da denk ich mal zur gegebenen zeit drüber nach. ;)
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      Hallo zusammen

      Planlos, deine Idee ist super. Solche Dinge kommen langsam immer mehr auf. Dank Internet! Es gibt schon Plattformen wo man spontan nach so Sevices fragen kann und sie auch angeboten werden.

      Aber in eine Stadt nur für diese Stadt eine Aufziehen könnte echt super sein. Man müsste sie einfach gut bekannt machen. über die sozialen Medien etc.

      Es gibt ja auch genug Studenten, Senioren, Arbeitslose die mit solchen Einsätzen beidseitig helfen könnten. Das bringt ja auch den helfenden etwas Geld und auch positives Feedback und Zufriedenheit!

      Bezüglich meinem Stino Mann. Wir kennen uns seit wir 18 sind. Fast 20 Jahre lang (mit 3 Kindern) gab es wenig Probleme wegen meinem ADHS.

      Die letzten Jahre hat es uns krass geschüttelt, auch nach der Diagnose und meiner medikamentösen Therapie. Erst seit ein paar Monaten ist es besser. Ich versuche bei Streit vor meiner Explosion raus zu gehen und er lässt mich dann auch. Früher hielt er mich zurück und war dann über meine bösen Explosionen erschreckt und verletzt.

      Jetzt kann ich nach einer kurzen Abkühlung gefasster sagen was mich stört. Das kommt bei ihm an und ich muss mich nicht noch entschuldigen.

      Gruss
      ah supi, wenn sowas schon gibt, dann muß ich das nicht selber gründen, sondern nur wenn ich schwnager bin googlen. check, haken dran, abgehakt, wieder was erledigt :D :D :D

      bei dir funktioniert das mit dem rausgehen auch? gut!

      es gibt ja diesen stillen stuhl, wo die kinder hinmüssen, wenn sie zu aufgedreht sind (in diesen nanny-sendungen).
      habe mir gedacht ich mache so einen stillen stuhl für alle familienmitglieder und nicht nur der draufsitzt muß still sein sondern auch die anderen sollen nix zu ihm sagen (z.b. weiter provizieren).
      dann nutz ich den nämlich auch ab und zu und er wird nicht als bestrafung wahrgenommen sondern als (hoffentlich sogar) willkommene auszeit.

      muß ma guckn, wenns dann gut läuft mach ich aus dem stillen stuhl ein stilles sofa :D
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      Die Idee ist genial. Bei uns war das finanziell gar nicht denkbar. Mein Mann hat noch studiert, ich hatte gerade meine Fremdsprachenschule angefangen (heimlich, weil meine Eltern mir mit Rausschmiß gedroht hatten, würde ich wieder zur Schule gehen) und habe mich damals mit Kellnern finanziell über Wasser gehalten. Die Schule habe ich dann geopfert, damit wenigstens er sein Studium achen konnte, während ich als frische Mutter mit Promo angefangen habe. Das war so krass, wir hatten nix! Und ich mit meinem unerkannten und unbehandelten ADS mit emotionalen Bomben. Niemand hat uns damals eine Chance gegeben, daß das gut gehen könnte. Und heute sieht das schon ganz anders aus. Aber eine Putzfrau und eine Haushälterin hätten uns ganz schön weiter geholfen!
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      Nietzsche
      Partnerschaft ist nicht immer einfach - mit Kindern auch nicht.

      Wenn man ADS-ADHS hat, muss man damit rechnen, dass man das an die Kinder weitervererbt...leider.....und das bedeutet auch viel Kraft für die Schulzeit eines solchen Kindes...

      Aber irgendwie geht es immer weiter...aus Erfahrung sprich...mit Höhen und Tiefen...Partnerschaft jetzt schon 24 Jahre, 3 Kinder....
      Aber wirklich nicht einfach, nein wahrhaftig nicht.

      Aber vieles hätte ich dann auch im pos. Sinne nicht erlebt, bereichert halt auch :).

      Und Bange machen gilt ja nicht :D.

      LG Schneeflocke
      Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;).