Wann ist ein stationärer Auffenthalt sinnvoll?

      Wann ist ein stationärer Auffenthalt sinnvoll?

      Also nun wurden mir von mehren empfohlen, dass ich eine stationäre Therapie machen sollte, weil so vieles bei mir nicht anschlug und ich in einer stationären vielleicht dann auch mal abseits vom Alltag an meinen Probleme arbeiten könnte.

      Aber irgendwie bin nicht so begeistert, erst war es noch - mittem im Studium, dass ich dadurch keine Zeit verliere wollte, weil ich ja jeder zeit durchstarten wollte und es mich zu sehr zurück werfen würde (natürlich, hätte ich da gleich eine gemacht, hätte es angesichts meiner langen Studienzeit überhaupt nicht geschadet).
      Und dann war auch die Angst, dass ich am Ende weggesperrt werde, wenn ich da mein inneres offenbare.

      Dann sagte ich mir auch, meine Probleme bestehen im Alltag, wie soll ich an ihnen arbeiten, wenn ich komplett aus diesem rausgerissen werde?

      Nun, dann wurde es mit meiner Antriebslosigkeit immer schlimmer im Studium, dann machte ich auch eine 3. Therapie, die zwar schon etwas Fortschritt brachte, aber die schlimme Antriebslosigkeit wurde nur noch schlimmer und ich war der Überlegung wieder stärker zugeneigt mit einer stationären, also dass vielleicht meine Probleme, zwar hauptsächlich im Alltag zu stande kommen, aber nur bearbeitet werden können, wenn ich mich nicht im Alltag befinde.. also ein kaputtes Zahnrad in einer Maschine kann man auch nicht im laufenden Betrieb dieser austauschen, sondern muss sie vorher anhalten..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".

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      ... nun ist endlich meine DA abgeben, somit ein Faktor weg, der für Druck sorgt..
      und naja, nun tendiere ich wieder mehr gegen einen stationären Aufenthalt.

      Denn was ich so in Foren lese ist oft negativ, das Ärzte und Therapeuten sich dort nicht mit ADS auskennen, auf ihren Ansichten beharren. Und was dort gemacht wird (was ich mal so las), da frag ich mich, bringt es mir überhaupt etwas... also Einzelgespräche würde nur was bringen, wenn sich der Therapeut mit ADS auskennt (oder entsprechend empathisch veranlagt ist), irgendwelche komische Gruppentherapien brauche ich auch nicht, ich denke, dass wird dann besser über SHGs abgedeckt, und dann irgendwelche Bastelkurse/Malen etc. klar würde mir Spaß machen, aber dafür muss ich nicht irgendwo hinfahren.

      Nun, meine Eindruck ist auch, dass die Leute, die positiv über den stationären Aufenthalt berichten, vielelicht dann auch einen total zusammenbruch hatten bzw. bei denen überhaupt nichts mehr geht. Und das trifft auch mich nicht zu.

      Und dann habe ich eine Freundin, die schon x-mal eine Therapie gemacht hat und immer ohne großen Erfolg und die letzte auch abbrach, weil es nur schlimmer wurde..

      Deshalb frage ich mich, wann ist eine solche Therapie sinnvoll (bzw. wär esie für mich sinnvoll?).

      Vermutlich ist erstmal wichtig, zu wissen an was ich genau arbeiten möchte.. da würde ich meine negativen Gedanken als Hauptübeltäter sehen.. weil ich sehe, ich komem schon voran, nur ich habe zuviele Kampffronten gleichzeitig
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      Liebes Phlegma,

      mh, da dreht sich aber viel in Deinen Gedanken.. von: wenn Du nicht im Alltag bist, kannst Du auch nicht lernen darin klarzukommen oder.. wenn Du nicht erstmal aus dem Alltag raus darfst um gesünder zu werden kannst Du auch nicht im Alltag klarkommen, weil sich das Hamsterrad immer weiterdreht.. usw.

      hey, ich kann es so gut verstehen, ich würde auch erstmal denken, oh Gott, was wird da mit mir passieren und komme ich da jemals wieder raus aus so ner Klinik. Von allen die ich aber kenne die das schon mal durch-gemacht haben, ist aber mein Eindruck anders, der Aufenthalt war eher kurz (6 Wochen) oder im Notfall drei Monate und hat immer eine ganz entschiedene Besserung gebracht..


      An Deiner Stelle (und ich überlege das auch alles manchmal) würde ich folgende Sachen versuchen rauszufinden:

      A) Kann ich es mir ganz realistisch (finanziell, arbeitsplatzmässig, privat) so hin organisieren (mit Hilfe von Freunden/Familie, mit geplanter Pause mit Sicherheit des Wiedereinstiegs, ..), das ich drei Monate in meinem Alltag fehlen kann (ohne großes schlechtes Gewissen gegenüber irgendwem)? Und wenn das umsetzbar wäre, wie fühlt sich das dann an? Vielleicht wie eine Entlastung? Oder doch nicht, weil Du doch lieber andere Dinge machen möchtest?

      B) Welche Kliniken gibt es denn (sauviele verschiedene, das kann auch komplett verwirren, wenn man sich die Frage stellt, welche es sein soll: verhaltensorientiert/psychoanalytisch/psychosomatisch/blablabla) aber ich meine: in Hinsicht der ADS Thematik? Mittlerweile MUSS es da doch ein paar gute und professionelle Angebote direkt zu dem Thema geben?


      Du findest sicher was im Internet oder kennt hier jemand nicht auch schon ein paar gute Adressen?
      Dann wären Deine Vorstellungen und Fragen VIEL konkreter und Du könntest Dich bestimmt richtig entscheiden!

      Liebste Grüße!
      Mira
      'Bored dog is evil dog.'

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Ich_bin_heu“ ()

      Hallo liebe Phlegma,

      hast du denn schon einen Klinikplatz in Aussicht? Ich wills dir nicht verregnen, aber es kann sein, dass in deiner Wunschklinik, wen du sie dann gefunden hast, ein Dreivierteljahr erst mal kein Platz ist, weil da alle hinwollen. Was machst du in der Zeit? Würde dich die Wartezeit abschrecken oder entmutigen?

      Klar kannst du dich auch auf die Schwelle stellen und drauf bestehen, dass sie dich aufnehmen (ablehnen dürfen sie dich nicht), aber ob das dann auch für die gesamte Dauer der Therapie bei einer einzigen Klinik bleiben wird? Ich glaube, wenn sie voll sind, dürfen sie dich verlegen. ?(

      Wenn ich deinen letzten Satz lese
      Vermutlich ist erstmal wichtig, zu wissen an was ich genau arbeiten möchte.. da würde ich meine negativen Gedanken als Hauptübeltäter sehen.. weil ich sehe, ich komem schon voran, nur ich habe zuviele Kampffronten gleichzeitig
      , denke ich nicht unbedingt an ADS - das Problem haben andere Leute auch, es könnte sich theoretisch also auch jemand dafür eignen, der sich vorrangig damit beschäftigt, und der nicht auch noch auf ADS spezialisiert ist - dafür halte ich eine Begleitung im Alltag für sinnvoller.
      Ich meine das so: Negative Gedanken vermindern lernen kann man, ADS verhindern geht nicht ;)

      Nur mal so als Gedankenanstoß...

      Was du auch tust, ich wünsch dir alles gute dabei. :) Du bist eine starke Persönlichkeit, du bekommst das hin! :)
      Hey Phlegma,

      woher kam der Vorschlag?

      von deinem Arzt, Therapeuten oder freunde und Verwandte?

      Ich würde auf jeden FAll ma fragen, warum dieser Vorschlag an Dich herangetragen worden ist. Was erhoffen sich die die Vorschlagen, von diesem Schritt, welchen Vorteil hättest Du darauf.

      Wenn das Freunde und Verwandte vorschlagen, warum machen Sie das, wissen Sie selbst nicht mehr weiter, oder haben die Erfahrungen dass es besser werden kann.

      Wenn dein Arzt oder Therpeut das Vorschlagt, kann Du ja mit ihm diskutieren, warum die ein Mehrwert in Deiner Therapie darin sehen.

      Ich denke Deine hauptansprechpartner sollten deine Ärtze & Therapeuten sein, ich denke nicht dass du im Internet so fündig wirst

      Am ende entscheidest Du, was für Dich das Beste ist. Brauchst Du stationär, oder gehts auch anderst?

      Ich habe noch keine Erfahrung mit ambulanter, geschweige denn stationäre Therapie. Aber stationär wäre für mich immer eine ultima ratio, wenn garnichts mehr geht.
      Stay Hungry. Stay Foolish!
      Danke für Eure Antworten :)

      @Ich_bin_neu
      Nun bin ich erstmal arbeitslos, so wäre es dann erstmal kein Problem, wenn ich weg wäre...(wobei ich jetzt nicht weiß, wie es aussieht mit den Fixkosten bezahlen.. ob das von Jobcenter übernommen wird oder ob dafür dann die Krankenkasse zuständig ist). Privat bin ich auch nirgendends eingbunden (mhm, Korrektur ab Januar werde ich zwei Kurse halten, die dann bis ca. März gehen...).
      Eine Klinik habe ich auch noch nicht in Aussicht, weil ich mich überhaupt noch nicht drum gekümmert habe.. und wüßte auch nicht so genau, worauf ich achten sollte.. es sind vermutlich weniger die reinen ADS Probleme, die ich da behandeln würde, aber was genau, keine Ahnung - also so vage negative Gedanken, aber welche Therapie dafür angemessen... meine Verhaltenstherapeutin wollte mit mir nicht daran arbeiten.. meine ADS Ärztin meinte aber, dass es sehr wohl im Rahmen einer VT gemacht werden könnte.
      Ich würde dann mal gerne Gestlatungstherapie ausprobieren, aber wenn ich die komplett selber bezahlen müßte, dann würde ich sie mir nicht leisten können.. oder keine Ahnung, was es sonst noch alles an Therapieformen gibt. Vielleicht brauche ich auch garkeine Therapie, sondern es würde nur reichen wenn ich ein Hobby hätte, was ich mit anderen ausführen könnte und mich dort aktzeptiert und anerkannt fühlen würde...
      Also wenn ich jetzt so betrachte, dann sehe ich, ich kämpfe ja auch an allen Fronten und mahe da auch kleine Fortschritte, nur es fehlt mir etwas Energie für größere Schritte... und wenn ich nicht spürbar voran komme, dann führt dass irgendwann zur Verzweifelung, Selbstvorwürfen, die mich dann wieder blocken..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      @MizIsa
      Ich glaube auch eher, dass eine Begleitung im Alltag sinnvoller wäre für mich... nur in welcher Form ist die Frage.. wobei ich auch das GEfühl habe, gute Freundschaften wären dann auch vollkomemn ausreichend...

      @1/f-Rauschen
      Also wie gesagt, der Vorschlag kam von Ärztin und Therapeutin, deshalb will ich ihn auch nicht ganz verwerfen, wobei ich auch etwas das Gefühl habe, dass sie ihn deshalb machten, weil ich sie nicht weiter wußten... bzw. weil das, was sie mit mir gemacht haben, kaum zu Erfolgen führte
      Ja, stationäre würde ich auch eher nur als dann sinnvoll sehen, wenn garnichts mehr geht.. aber bei mir geht es ja schon noch.. nur leider alles auf den letzten Drücker ein Minimum... und damit habe ich mir vermutlich alle Chancen auf ein Job verbaut, auch der private Bereich ist kaum befriedigend... so dass ich sage, meine probleme stellen zwar schon einen starken Einschnitt da, aber sie sorgen nicht für ein Totalblackout...
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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