Ritalin und Lernen

      Ritalin und Lernen

      Nehme nun seit kurzem Ritalin. Es macht mich eher duselig im Kopf, Tunnelblick ja, aber ohne Fokus auf den Stoff bzw. den Text. 1000 andere Sachen fallen mir ein, lenken mich ab. Der Versuch dies auszublenden ist zwecklos. Ist eigentlich schlimmer als vorher. Ich werde zwar nicht mehr müde nach der früher obligatorischen knappen Stunde Arbeitspensum, aber dafür arbeite ich nun noch ineffektiver.

      Kennt ihr das? Oder nehme ich vllt. zu viel / zu wenig? Über die Dosis kann ich nichts sagen, da ich gerade an einer Doppelblindstudie zu Ritalin teilnehme.
      Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
      Mhm, wenn Du gerade an eienr Studie teilnimmst, dann kannst Du vermutlich gerade die Dosis nicht verändern.. ansonsten würde ich raten, ausprobieren.
      Es könnten je nach Tageszeit unterschiedliche Dosishöhe am besten sein und bei manchen beträge die Differenz zwischen optimaler Dosis und Überdosierung nur 2,5mg..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      ja, der Körper gewöhnt sich! Was aber nicht heißen sollte, dass man immer mehr davon braucht. Die Nebenwirkungen und extreme Wirkung des MPHs lassen nach einiger Zeit nach. Ich find es schwer, dann zu wissen, ob überhaupt noch eine Wirkung vorhanden ist. Und vor allem muss ich sagen, ist die Wirkung des MPHs auch jeden Tag ein bisschen anders bei mir. Es kommt mir so vor, als könne mein Gehirn an manchen Tagen selber ganz gut ausgleichen. Manchmal fühle ich mich wohler ohne MPH!

      Aber gut, meine Erfahrungen sind vielleicht auch etwas verwirrend ... ?(
      Wer keinen Mut zum Träumen hat, der hat auch keine Kraft zum Kämpfen.
      Hallöchen, das Problem kenne ich und leider kann es beides bedeuten, über oder Unterdosierung. Das macht eine Diagnose schwierig. :)
      Ich für meinen Teil kämpfe da mit der Tagesform, je nachdem sind 20 mg zu viel, oder auch viel zu wenig. Derzeit hoffe ich mal mit den Retard bessere Ergebnisse zu erzielen, aber selbst da habe ich extreme Schwankungen von einem Tag zum nächsten und leider kann ich im voraus nie sagen was ich bräuchte, das merke ich dann immer hinterher. :D Erzähl mal mehr darüber, sind alle Tage gleich? Was sagt deine Ärztin dazu?
      Original von Rosalie
      ja, der Körper gewöhnt sich! Was aber nicht heißen sollte, dass man immer mehr davon braucht. Die Nebenwirkungen und extreme Wirkung des MPHs lassen nach einiger Zeit nach. Ich find es schwer, dann zu wissen, ob überhaupt noch eine Wirkung vorhanden ist. Und vor allem muss ich sagen, ist die Wirkung des MPHs auch jeden Tag ein bisschen anders bei mir. Es kommt mir so vor, als könne mein Gehirn an manchen Tagen selber ganz gut ausgleichen. Manchmal fühle ich mich wohler ohne MPH!

      Aber gut, meine Erfahrungen sind vielleicht auch etwas verwirrend ... ?(


      Bei mir fluktuiert die Wirkung ebenfalls. Schade das es dafür keine eigne ICD gibt wie bei Parkinson, das würde das ganze etwas dramatischer darstellen. Das man irgendwann meint keine Wirkung mehr zu haben ist ok. Man gewöhnt sich halt an den optimierten Zustand. Wenn man wissen will ob es noch wirkt, absetzen und abwarten man wird es merken. Das man immer mehr braucht ist unwahrscheinlich, wir haben es ja im Kopf und nicht wie die Diabetiker, da kann es schon mal dazu kommen das die Insulineinheiten in schwindelnde Höhe steigen weil der Körper auf die Pipianfangsdosen nicht mehr so anspricht.
      Was Du beschreibst klingt nach einem Dosierungsthema.


      Bei mir kommt der Effekt darauf an, welche Bedingungen das Medikament vorfindet:
      - bin ich erschöpft, kann ich mich entspannen
      - bin ich alleine,fit und will was erledigen, gelingt mir das ohne viel Theater - wenn ich mir vorher einen Überblick verschafft habe, was ich machen will
      - bin ich alleine, fit und ohne Plan, kann es sein, dass ich konzentriert an einer unwichtigen Sache stundenlang hängenbleibe, ähnlich wie dem Hyperfokus
      - bin ich unter Leuten bin ich teils kühler, pragmatischer und teils aufgedrehter, ungefilterer (mehr ich (ads), weniger Maske) - deswegen nehme ich es selten unter Leuten
      ~ ~ Leinen los ~ ~ Segel setzen ~ ~ Ahoi! ~ ~

      ..... &.... Frühling ist eine Einstellung! :] ...... &......
      Original von Planlos
      Was Du beschreibst klingt nach einem Dosierungsthema.


      Bei mir kommt der Effekt darauf an, welche Bedingungen das Medikament vorfindet:
      - bin ich erschöpft, kann ich mich entspannen
      - bin ich alleine,fit und will was erledigen, gelingt mir das ohne viel Theater - wenn ich mir vorher einen Überblick verschafft habe, was ich machen will
      - bin ich alleine, fit und ohne Plan, kann es sein, dass ich konzentriert an einer unwichtigen Sache stundenlang hängenbleibe, ähnlich wie dem Hyperfokus
      - bin ich unter Leuten bin ich teils kühler, pragmatischer und teils aufgedrehter, ungefilterer (mehr ich (ads), weniger Maske) - deswegen nehme ich es selten unter Leuten


      Ja und Nein. Wenn man eine gute Einstellung gefunden hat, sollte diese die überwiegende Zeit gut sein. Dennoch gibt es Fluktuationen je nach den Situationen wie Du sie beschreibst. Bei sind diese ähnlich. Je nachdem wie die Stoffwchsellage gerade ist, ist auch der Verbrauch. Eine 100% optimale Einstellung wird es nicht geben, es sei denn der Körper regelt es selbst. Wenn das so wäre, bräuchten wir ja keine Medis. Im Prinzip sind wir auf eine gewisse kontinuierlichkeit angewiesen (hey das kann ich in meinem eventuellen Widerspruch einbauen wenn mein Antrag auf Schwerbehinderung abgelehnt wird). Das ist bei Parkinson auch so, nur haben diese noch das Problem, das sie im laufe der Zeit mehr brauchen als am Anfang. Das liegt eben daran das es eine neurodegenerative Sache ist. Wir haben unseren "Defekt" fest von Geburt an. Trotzdem fluktuiert der MPH-Verbrauch je nach Situation. Ich glaube jetzt verlaufe ich mich gedanklich gerade wieder.
      Original von Vejun
      Original von Planlos
      Was Du beschreibst klingt nach einem Dosierungsthema.


      Ja und Nein. [...] Ich glaube jetzt verlaufe ich mich gedanklich gerade wieder.


      Nee, Vejun, die Lösung ist viel banaler, mit dem Satz oben bezog ich mich nicht auf den Post von Dir, der vor meinem war, sondern auf den Eingangspost von Mooswutzel, das hatte ich leider unklar ausgedrückt.

      Aber die Ansätze, was du schreibst, mit der Kontuierlichkeit und so, dass ist ein großes Thema, weil ja gerade die Unberechenbarkeit beim ADS so doof ist.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Planlos“ ()

      Tja seltsam, Dosis konstant, Wirkung verschieden. Beim Gras kann man es auf die Ernte schieben (hab ich gehört :P), aber bei einem Medikament?

      Ich kann aber heute was mich betrifft vorerst etwas entwarnen. Die Wirkung setzt sehr langsam ein, es ist wirklich ein samftes Anschieben, eigentlich kein Unterschied zu Tagen, wo ich mich ohne MPH natürlich gut fühle.

      Gestern war es wie auf Koks, bzw. wie ich mir sowas vorstelle, ein bißchen auch wie bekifft. Ich konnte unglaublich gut mit Leuten reden, konnte Gespräche aufrecht erhalten, bekam haufenweise positives Feedback, fühlte mich dabei aber die ganze Zeit etwas unangenehm und wie benebelt. Ich hätte daher eigentlich mit gegenteiligen Reaktionen gerechnet. Das verwirrt mich zusätzlich, denn eigentlich sollte es ja so sein, dass meinGegenüber es positiv bemerkt, wenn ich mich gut fühle und umgekehrt. Aber da spielt sicher auch meine etwas narzistische Veranlagung mit rein. Der Narzist pendelt ja immer zwischen Depression und Grandiosität und gestern hatte ich eben fast so eine Art Allmachtsgefühl, aber genau das hat mir auch Angst gemacht und ich habe dem Gefühl nicht getraut, weil ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe, dass, wenn ich mich gut fühle, ich Andere oft vor den Kopf stoße oder künstlich, aufgedreht und abgehoben und damit unsymphatisch wirke. Na und das war eben diesmal nicht so. ich war weniger impulsiv glaube ich und habe meine Worte besser gewählt, auch ohne nachzudenken, einfach aus dem Bauch raus. Wenn jetzt noch der Nebel verschwindet, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Aber wie gesagt, heute ist sowieso wieder alles ganz anders. Achje: ein ewiger Prozeß, dieses Leben! Zusammengefaßt bin momentan recht zufrieden mit dem Zeug, wohl auch, weil es neu und interessant ist. :]

      Eine Sache macht mir aber noch Sorgen, mein Blutdruck ist ziemlich hoch. 151 zu 87 bei 80 Puls. Normalerweise ist er bei 120 zu 80, die Systole auch mal etwas höher, aber nie bei 150. Kennt ihr das?
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Moosmutzel“ ()

      Das war bei mir in der ersten Zeit auch ein Problem. Ich war beim Treppensteigen schon aus der Puste! Mein Körper hat sich immer mehr daran gewöhnt. Mittlerweile mach ich mit dem MPH sogar mehr Sport, bin ausdauernder und fühle mich wohler. Ich gehe auch mitten in der Wirkzeit des MPHs joggen. An manchen Tagen, wenn ich müde bin oder kränklich, hab ich wieder die alten Nebenwirkungen.
      Ich kenn mich nicht genau aus mit den Zahlen und Werten. Aber mein Hausarzt hat gemeint, es sei in der Eingewöhnungsphase bei vielen Leuten so und ich solle schauen wie es sich entwickelt. Ich würde schon abklären lassen, ob das noch im annehmbaren Bereich ist! Bei mir war es das und dann hab ich mir keine Sorgen mehr gemacht.
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      Also: Ich hab das Ritalin abgesetzt, ist schwierig zu erklären. Ich glaub zwar immer noch, dass es eine echte Hilfe sein kann, aber ich denke die Dosis war wohl doch zu hoch und sowieso ist es bei einem Medikament wie diesem, wo die genaue Dosis ja eine wichtige Rolle für die Wirkung spielt völlig dämlich, sich auf eine Doppelblindstudie einzulassen. Aber ich bin wieder ein Stück klüger und kenne vor allem den entscheidenden Unterschied. Ich habe manchmal nachmittags nach Mittagsschlaf und Kaffee eine sehr gute Phase, wo ich aufgeräumt und ausgeglichen bin. So könnte es mit der richtigen Dosis wahrscheinlich immer sein. Aber zum Ende hin war es eigentlich so, dass ich immer depressiver von dem Zeug wurde, also die letzten 2 Tage. Gut war es immer dann, wenn die Wirkung zum Abend hin langsam abflaute. Nun bin ich aber erstmal wieder der alte hibbelig/lethargische Typ und muß erstmal aus eigener Kraft weiterrudern.
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      Hab`da mal eine Frage: Kennt das jemand, dass sobald die Wirkung von MPH nachlässt, dass ADS doppelt so stark ist?...(ich spüre das irgendwie subjektiv). Also ich verliere mein Zeitgefühl, fühle mich total verwirrt im Kopf...Ist das der berühmte Rebound..?
      Ich nehme aber auch nur das Kurzwirksame.
      Krawehl! Krawehl!

      Taubtrüber Ginst am Musenhain, trübtauber Hain am Musenginst. Krawehl! Krawehl!

      (Loriot)
      Oh ja so iss es....
      aber kommt immer darauf an wieviel mg man genommen hat...denn einen Spiegel an Sich hat man ja eh nicht...also nicht bei den Kurzeingestellten Konsumentierern....

      Hm...das das Ritalin einen verändert ist ja schon irgentwie auch Klar...
      aber mach da auch grad so ne Phase wieder durch schlimm.
      und dabei ging es mir Anfangs damit wirklich Super....
      Experimentiere ja eh immer noch rum...hab da noch kein Mass gefunden /LEIDER))))))

      Nervt nur....und ist Saumässig Anstrengend....
      Das Leben ist ein Film, in dem man leider nicht immer die Hauptrolle spielt....!
      Was haltet ihr denn davon, wenn man das Ritalin nur dann nimmt, wenn man grad seinen Arsch garnicht hoch bekommt? Das hätte auch den Vorteil, dass sich ein evtl. Gewöhnungseffekt nicht oder nur sehr langsam einstellt. Selbst mein Arzt sagt, er rät seinen Patienten eigentlich imemr, das Ritalin am WE oder im Urlaub wegzulassen. Obwohl er auch meint, wenn man es nur zu Prüfungen nimmt, gewöhnt man sich eben keinen grundlegend gesunden Arbeitsstil an, sondern macht dann alles nur in so Hau-Ruck-Schüben, und das macht es letztenendes nur schlimmer, da man die alten falschen Gewohnheiten nur noch mehr vertieft.

      Tja, schwierig. Ich werde mir aber so bald wie möglich nochmal richtig Ritalin geben lassen, um auch wirklich sicher zu sein, dass die Dosis stimmt. Nur im Rahmen einer Studie.. 8o nie wieder!
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      Wenn ich das MPH nur nehme bevor etwas wichtiges ansteht, ist es für mich, als würde ich eine Droge nehmen: mal kurz was einwerfen, um besser zu funktionieren. Mir geht es viel mehr darum durch das MPH eine bessere Grundhaltung zu gewinnen, mit der ich dann auf Dauer besser zurechtkomme. Ich möchte das MPH so lange nehmen bis ich mich gefestigt fühle (nach einer langen Krise) und auch andere Lebensbedingungen habe schaffen können. Dann werde ich die besseren Umstände nutzen und wieder versuchen, ohne MPH zurechtzukommen. Ich weiß aber, dass ich in bestimmten PHASEN erneut MPH brauchen werde.
      Es geht eigentlich ja nicht darum mit dem MPH rein die Konzentration zu fördern, sondern auch darum ausgeglichener zu sein und die Selbstwahrnehmung zu verbessern/ zu ändern. Das ist ganz ganz wichtig! Und das erreicht man nicht, wenn man mal kurz was für die nächsten 2 Stunden einwirft!
      Wer keinen Mut zum Träumen hat, der hat auch keine Kraft zum Kämpfen.
      ja...das stimmt! Hab sie in letzter Zeit auch nur genommen wenn was wichtiges anstand....aber ich merke (und das leider immer erst nach ner gewissen zeit) dass so alte ADS-Gewohnheiten sich einschleichen.
      Suchtbedürfnis ...ob I-Net, TV, Essen, Kaffee, Kippen, Sex...
      Ohne bin ich immer angetrieben...auch wenn ich mich dabei euphorisch und gut fühle. Aber es nervt mich dass ich nicht konsequent einen geregelten Tagesablauf hinbekomme.
      Ich vergess aber auch andauernd die MPH....eigentlich denk ich immer nur an die Morgendliche.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)