Ein gutes Leben

      Ein gutes Leben

      Ein gutes Leben, was ist das überhaupt? Finden wir dies in der Karriere, Beruf, Finanzen, Bildung? Muss dies jeder für sich entscheiden oder gibt es eben doch DAS Ziel im Leben, quasi als absoluter Garant, dessen Erlangen also universal allen Menschen ein gutes Leben verschaffen würde? Und wenn es hierauf eine Antwort gibt, wie erreicht man dann dieses Ziel?
      Ich weiss für mich eine Antwort, würde aber gerne erst einmal von euch wissen was ihr hierzu denkt. Wer für sich keine klare Antwort weiss, kann sich dennoch gerne beteiligen und z.B. mitteilen, was seiner Meinung nach diesem guten Leben im Wege stehen könnte. Z.B. ist für mich definitiv die Unterordnung unter andere Menschen ein großer Stressfaktor, wovon ich mich langfristig weitgehend zu lösen versuche. Ich bin gespannt auf eure Antworten!

      PS: Dass dieses Thema in diesem Unterforum so deplatziert erscheint liegt schlicht daran, dass kein anderer geeigneter Ort vorhanden ist. Die meisten Bereiche drehen sich nur um die Frage wie man seine Defizite unter Kontrolle hält damit man "funktioniert". Aber darauf sollte sich das Leben eines Betroffenen mit AD(H)S nicht beschränken. Es sollte darüber hinaus auch um die Frage gehen, wie man trotz AD(H)S sein Leben erfüllend gestalten kann.

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      Nun, ich würde sagen, ja es gibt schon etwas, dass ein Leben zu einem guten macht und für alle gleich gilt.. und das ist, denke ich mir, dass man sich selbst so aktzeptiert, wie man ist. Oft ist das eng mit der sozialen Anerkennung verbunden und nur die wenigsten können sich davon lösen.

      Also zum Beispiel wenn ich als HartIV-Empfänger unglücklich sind, dann liegt es weniger an den reine Umstand, dass ich nur ganz wenig Geld habe, sodern mehr an der Erwartung der Gesellschaft, dass man zu arbeiten hat, aber auf keinen Fall auf den Kosten anderer leben soll usw. Und anderseits ist auch belastend, wenn einem niemand haben will. Und dazu dann Vorurteile, dass man sich zu wenig Mühe gibt usw.
      Ein Geringverdiener, der am Ende zwar fast genauso viel wie HartIV hat, aber keine Leistungen mehr bezieht, muß vielleicht genauso eingeschränkt leben wie der HartzIV-Empfänger leben, aber er kann sich schon mal besser fühlen, dass er keine weiteren Sozialleistungen beziehen muß und es kann ihn keiner vorwerfen, dass es faul ist.

      Trotzdem werden viele mit wenig Geld trotzdem unzufrieden sein, auch wenn sie soviel verdienen, dass sie sich jeden Monat Geld zurück legen können, weil man so mit Werbung zugeballert wird, dass man nur glücklich sein kann, wenn man jung, hübsch und erfolgreich ist und einen aktraktiven Job hat.. aber auch wenn man das alles hat, ist es immer noch keine Garantie, dass man glücklich ist... weil man vielleicht trotzdem irgendwelche Erwartungen nicht erfüllt z.B. als Frau, dass man zwar einen tollen Job hat, aber keine Familie oder andersherum.

      Deshalb denke ich mir, darf man ein gutes Leben nicht davon abhängig machen, welche Job man macht oder wieviel Geld man hat oder sonstiges.

      Ich denke mir, dass gerade unsere Leistungsgesellschaft, wo es heißt 'immer mehr, imme rmehr!" gerade dazu führt, dass die Erwartungen ins unermeßliche steigen und man unzufrieden ist, egal wie viel man erreicht
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      In deinem Beitrag steckt viel Wahrheit. Es wäre für mich zudem interessant zu erfahren, wieso man beispielsweise als AD(H)S'ler so viel Wert auf Anerkennung im Beruf legen sollte, wenn die Anstrengungen die man für die Anerkennung leisten muss in keinem Verhältnis zum letzteren stehen. Will damit sagen: Wieso ein ganzes Leben lang dem Geld hinterherrennen, um ein paar Komplimente für Oberflächlichkeiten zu erhalten? Ist es nicht im Gegenteil so, dass ein Mensch der sich bewusst für ein einfaches Leben in Bescheidenheit und Einfachheit entschieden hat, genau so stark von vielen Menschen anerkannt werden kann wie ein Bankmanager, der im materiellen Überfluss lebt? Das dem nicht immer so sein muss ist klar. Der Charakter der jeweiligen Person spielt hierbei sicher eine große Rolle, wo doch z.B. Hilfsbereitschaft, Integrität, Freundlichkeit und Kreativität unabhängig von der Dicke des Portemonnaies immer gern gesehen wird. Und selbst wenn Anerkennung überhaupt nicht das Wichtigste für ein gutes Leben ist, was könnte es dann sein?
      Zum Thema Arbeit habe ich übrigens ein interessantes Interview mit einem bedeutenden Denker gefunden, der das Ende der Arbeit prophezeit. Ich nehme an, dass er Recht behalten wird. Wenn aber die Arbeit zunehmend verschwindet, wie sonst könnte man sein Leben erfüllend gestalten wenn doch an der Arbeit so viel hängt? Akzeptanz mit der eigenen Situation ist das eine, aber offenbar brauchen die Menschen eine sinnvolle Beschäftigung, womit sie sich identifizieren, um zufrieden zu sein. Selbst wenn man diese Arbeit finden würde, so gäbe es immer noch die permanente Bedrohung entlassen zu werden, welches psychisch sehr belastend sein kann. Ich glaube, dass Menschen wie Gottfried DIE Antwort für sich gefunden haben. Er hat Kontrolle über die eigenen existentiellen Dinge, die Leben und Tod bestimmen; wie z.B. Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Verteidigung. Er ist zudem nicht abhängig von anderen Menschen, wird nicht kontrolliert und scheint auf den Fotos sehr sehr glücklich zu sein. Ich glaube, dass seine Freiheit, die Naturverbundenheit, die Autonomie insgesamt sein Leben erfüllt. Ich würde gerne ein Leben führen, das wie seines ist. Allerdings ist es so grundverschieden von meinem Leben, dass mich diese Vorstellung auch verunsichert. Dann vielleicht doch eher als HartzIV-Empfänger, Fließbandarbeiter oder überforderter studierter Wirtschaftsinformatiker?

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      In meinen Augen ein gutes Leben heißt:

      Mit dem zufrieden zu sein was man hat und ist - ohne eine Weiterentwicklung aus den Augen zu verlieren.
      Dieses ständige Streben nach höher weiter besser schneller mehr am meisten raubt Lebensenergie und zerstört Mensch, Natur und die Welt.

      Warum uns also selbst zerstören???

      Und nein, ich muss gar nie nix - nur sterben. Für mich haben also Argumente wie Arbeit, Leistung, Anpassung überhaupt keine Aussagekraft.

      Und wenn ich dann in meiner Erdhöhle hocke und mit einem antiken Handy rumspiele, mein selbstgesuchtes Essen verzehre und nicht friere - dann habe ich vielleicht mehr als Menschen, die Ihre Lebenszeit mit der Suche nach dem guten Leben verbracht haben weil sie dachten höher schneller besser weiter mehr am meisten sei das alleine Seligmachende.

      Bescheidenheit und Zufriedenheit mit dem Alltäglichen, das finde ich erstrebenswert.

      Daran arbeite ich relativ erfolgreich - nichtsdestotrotz habe ich Träume und Wünsche, bin aber nicht so blöde sie auf Teufel komm raus erreichen zu wollen sondern gehe nach dem Motto:
      ganz ruhig - mal sehen, was machbar ist.
      Vor 300 Jahren hätte man mich noch als Hexe auf dem Dorfplatz verbrannt

      Ich kenne die Regeln - aber die Regeln kennen mich noch nicht !

      Tausend Gedanken in einem leeren Kopf !
      .
      Felida....Perfekt!!!!
      Besser kann man's fast nicht sagen =) =) =)

      Das ist auch meine Meinung zu einem guten Leben.

      Zufrieden mit sich selbst und dem was man hat und ist.
      Ziele haben und Wüsche....aber die Erfüllung derer nicht zum Noplusultra machen.

      Ein zufriedener Mensch hat ein gutes Leben.
      Geld kann...muss nicht zufrieden machen.

      Ich bin zufrieden wenn ich nicht frieren, nicht hungern muss...wenn ich keine schlimmen Schmerzen habe, mein Kind gesund ist, usw.

      Es gibt viele Gründe zufrieden zu sein.....und abermilionen unwichtige Gründe unzufrieden zu sein.

      Die kleinen Dinge geniessen.....sich das Leben schn machen...auch wenn's nur im Kleinen ist.

      Ich bin zufrieden wenn ich mit einem 3 Euro Wein auf meinem 1,5 qm grßen Balkon sitze und die Billigresteblumen für paar cent aus dem Pennymarkt bewundere.... wie sie schön geworden sind und blühen.
      Ich bin zufrieden wenn die Sonne scheint und mein Gesicht sich aufwärmt...
      ich bin zufrieden wenn meine Kleine einen halben Tag voller Begeisterung einen Marienkäfer auf ihrer hand beschützt bis er getrocknet ist nachdem ich ihn aus dr Wassertonne gerettet hab.
      Ich bin zufrieden wenn in dem Baum vor meinem Haus die Vögel zum Morgen zwitschern und vergesse darüber mich zu ärgern dass ich wiedermal jetzt erst ins bett gehe...
      usw.

      Das Leben ist schön!!!!
      Und somit ist es auch gut....jedenfalls meins :]
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Bescheidenheit und Zufriedenheit mit dem Alltäglichen, das finde ich erstrebenswert.


      Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr ;).

      Wow, "ein gutes Leben". Kann man a-priori überhaupt wissen, was das ist? Ich weiß doch nur, was ein guter Tag ist, weil ich schonmal einen guten Tag erlebt habe. Ich für meinen Teil habe noch keine Vorstellung von "meinem" guten Leben. Was heisst überhaupt "gut"? So evolutionär betrachtet: gut ist, was für das Fortbestehen des Seienden gegenüber dem nicht-Seinden sorgt. Gut ist was nützlich ist.

      Warum sein Leben bewerten und mit Begriffen wie "gut" oder "schlecht" ankommen? Wir haben eh keine andere Wahl, als unser Leben zu führen.

      Und wenn es einem Hilft: Im zweifelsfall ist das eigene Leben eben einfach "gut" :D.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Descartes“ ()

      ob ein Leben gut ist liegt in der eigenen Perpektive.
      Ich finde mein Leben gut....andere vielleicht nicht aber das ist mir wurscht.

      Die vielen Guten Tage die ich erlebt habe neheme ih nicht als Vorbild für einen guten tag...denn sie sind so unterschiedlich und eben nie wiederholbar. Würde ich sie als Vorbild nehmen müsste ich ja imer danach streben das selbe nochmal zu erleben.

      Wenn ich über ein Gutes Leben nachdenke bedeutet Gut in dem Moment nicht das Gegenteil von Böse.
      Sondern gut = erfüllt, reich an Leben, reich an Freude und Zufriedenheit

      Ich lebe nicht für andere und nicht für die natur. Ich bin egoistisch und lebe mein Leben so wie es mir gefällt. Ich hole aus meinem Leben das Beste für mich heraus. Ich will am Ende des Lebens zufrieden sein damit wie ich die Erdenjahre rumgebracht hab. :D
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
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      Die vielen Guten Tage die ich erlebt habe neheme ih nicht als Vorbild für einen guten tag...denn sie sind so unterschiedlich und eben nie wiederholbar. Würde ich sie als Vorbild nehmen müsste ich ja imer danach streben das selbe nochmal zu erleben.


      Nicht als Vorbild, als Vorstellung von einem guten Tag, mit der du morgens aufstehst. Deine Idee von einem guten Tag.

      ob ein Leben gut ist liegt in der eigenen Perpektive. Ich finde mein Leben gut....andere vielleicht nicht aber das ist mir wurscht.


      Genau. Das hängt davon ab wie man sein Leben bewertet. Und wenn man weiß, dass das von einem selbst abhängt, ist man ein stück freier geworden. Man kann es auch einfach garnicht bewerten, oder gut. Was für einen am besten funktioniert.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Descartes“ ()

      Kann ich an meinem Lebensende auf ein gutes Leben blicken, wenn ich mich stets an den kleinen Dinge erfreut habe? Es ist sicher wichtig diese zu schätzen, aber für mich macht dies noch lange kein gutes Leben aus, da es mir ums Ganze geht. Um es mal provokant auszudrücken: Ich werde mit Sicherheit nicht kurz vor meinem Tod auf ein gutes Leben zurückblicken, nur weil ich jahrelang zuvor den Schinken vom Metzger meines Vertrauens so geil fand oder ich stets den 0,5l Krombacher, der "Perle der Natur", mit Genuss versoffen habe.

      Ich messe eher Aspekte wie Selbstverwirklichung, Macht, Familie, Freundschaft, Befriedigung von Sicherheitsbedürfnisse zur Beantwortung dieser Frage große Bedeutung zu. Vor allem der Selbstverwirklichung! Ein Marienkäfer auf meiner Hand wird mir diese Bedürfnisse leider nie befriedigen können, selbst wenn ich die Situation an sich schön finden würde.

      Ich glaube dass viele Menschen nicht glücklich sind, weil sie keine wichtigen Ziele im Leben haben. Die Menschen heute sind rastlos, da sie sich mit unwichtigen Zielen abzulenken versuchen. Ein Läufer wird immer schneller laufen, ein Gigolo immer mehr Frauen erobern, ein Wissenschaftler immer weiter forschen und ein Bankier immer mehr Geld verdienen wollen ohne dass sie jemals dauerhaft Befriedigung erfahren werden. Das ist eine Krise unserer technisch industriellen Gesellschaft, welche den Menschen durch technische Fortschritt die wichtigen Ziele und somit die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung genommen hat. Was könnten heute schon wichtige Ziele sein?

      Ich glaube, dass wirklich zufriedene Menschen auch mit Gelassenheit auf das älter werden blicken. Denn wer ständig auf die Uhr des Lebens schaut kann kein freies und losgelöstes Leben führen. Wer jedoch mit sich im reinen ist und sich selbst verwirklicht hat, wird auch seinen unvermeidbaren Tod akzeptieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Kraftakt“ ()

      Original von Kraftakt
      Kann ich an meinem Lebensende auf ein gutes Leben blicken, wenn ich mich stets an den kleinen Dinge erfreut habe? Es ist sicher wichtig diese zu schätzen, aber für mich macht dies noch lange kein gutes Leben aus, da es mir ums Ganze geht.


      Ich messe eher Aspekte wie Selbstverwirklichung, Macht, Familie, Freundschaft, Befriedigung von Sicherheitsbedürfnisse zur Beantwortung dieser Frage große Bedeutung zu. Vor allem der Selbstverwirklichung!


      Ich glaube dass viele Menschen nicht glücklich sind, weil sie keine wichtigen Ziele im Leben haben. Was könnten heute schon wichtige Ziele sein?

      Ich glaube, dass wirklich zufriedene Menschen auch mit Gelassenheit auf das älter werden blicken. Denn wer ständig auf die Uhr des Lebens schaut kann kein freies und losgelöstes Leben führen. Wer jedoch mit sich im reinen ist und sich selbst verwirklicht hat, wird auch seinen unvermeidbaren Tod akzeptieren.



      :D widersprichst du dir da nicht?
      Um am Ende genau das zu sagen was ich meine?
      Für mich ist das Ziel möglichst viele Tage zufrieden zu sein.
      Am Ende des Lebens möchte ich sagen können: Ich war mit dem Großteil meines Lebens zufrieden.
      UNd Zufriedenheit eines jeden einzelnen Tages liegt eben im Genuss der kleinen Dinge =)
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Ich glaube du verwechselst befriedigende Ablenkung mit wahrer Zufriedenheit. Natürlich können wir uns ein Leben lang täglich und stundenlang auf Foren oder Partys, mit Karriere oder Drogen ablenken und am Ende unseres Lebens einreden ein gutes Leben gehabt zu haben. Ein Alkoholiker empfindet z.B. Zufriedenheit wenn er sich mit seinen 10 Flaschen Bier auf einer 1,5qm großen Parkbank gemütlich macht und diese über den Tag verstreut verschlingt. Ein Workaholic empfindet Zufriedenheit, wenn er 60 Stunden am Tag arbeiten darf. Aber hatte er am Ende seines Lebens ein wirklich gutes Leben gehabt, weil er es stets verstanden hat sich von seiner tief sitzenden Unzufriedenheit mit zufriedenstellenden Belanglosigkeiten abzulenken? Es geht mir darum was diese tief sitzende Unzufriedenheit ausmacht und was die Ursache hierfür ist! Erst wenn diese beseitigt ist (das Wie ist die große Frage) und man ohne jegliche offensichtliche Ablenkungen dauerhaft auskommen kann, erst dann ist man mit sich im Reinen und hat den Weg für ein gutes Leben gefunden. Was ist z.B. mit der Selbstverwirklichung Schilfrose? Ist diese denn deiner Meinung nach nicht nötig, wenn man durch die Freude an den Kleinigkeiten oberflächliche Zufriedenheit erlangt hat?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Kraftakt“ ()

      =) ich glaube nicht dass ein Alkoholoker zufrieden ist wenn er sich besauft....jedenfalls nicht innerlich.
      Einen marienkäfer beobachten kann tief innerlich sehr zufrieden machen ;)

      Allein sich die Ruhe und die Zeit zu nehmen ganz in etwas kleines aber schönes versunken zu sein...das macht zufrieden...das löst die innere Zufriedenheit.
      Im hier und jetzt sein....das macht innerlich zufrieden.

      Selbstverwirklichung? Das ist sehr individuell.
      Ich für mich habe mich im 1. Drittel meines Lebens schon sehr zufriedenstellend verwirklicht.
      Für mich eine Menge Dinge auf die ich stolz bin.

      Ich bin stolz auf meine Ausbildung, ich bin stolz darauf das Fachabitur nachgemacht zu haben, ich bin stolz den schwer zu bekommenden Studienplatz bekommen zu haben, ich bin stolz dass ich mein Leben alleine hinbekomme, ein so tolles Kind zu haben, mein Studium wieder angefangen zu haben, es hinzubekomen alleinerziehend zu studieren...

      Selbstverwirklichung? Ich habe einen Beruf...ich bin dabei meinen Traumberuf zu erlernen den ich mit meinem erlernten Beruf kombinieren kann....ich verwirkliche mich selber ;)

      Vielleicht bin ich deshalb hauptsächich zufrieden mit meinem Leben.
      Klar gibt es immer einzelne tage oder gar Wochen mit denen ich nicht zufrieden bin...aber sie sind nicht mehr in der Mehrheit seit ich gelernt hab sie hinzunehmen =)
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Das traurige ist ja das viele Menschen eben nicht diese Möglichkeit haben sich in dieser zunehmend komplexer werdenden Welt zu verwirklichen. Dieses Problem ist eben kein Problem des Einzelnen, sondern der zunehmenden Entfremdung des Menschen von seiner Natur. Ein Mensch der in seinem Beruf gescheitert ist oder unglücklich am Fließband arbeitet oder sich im Beruf überfordert fühlt oder auch sonst keine gewinnbringende Talente für die freie Wirtschaft besitzt, wird es schwer haben auf der anderen Seite sich an den Kleinigkeiten des Lebens zu erfreuen und darin sein Lebensglück zu finden wenn er sich sonst nicht entfalten kann.

      Es gehört auch immer das große Ganze zur Zufriedenheit, welche Denker wie Abraham Maslow mit der Maslowschen Bedürfnispyramide zu konkretisieren versucht haben. Das oberste Ziel der Bedürfnispyramide ist nach Maslow die Selbstverwirklichung, welche du auch mit deinem bisherigen Beruf und zukünftigen Berufswunsch anscheinend auch erreicht hast. Ich will dich hierzu auch beglückwünschen, weiter so ! :-) Du musst aber verstehen, dass es womöglich schwierig und zugleich auch frustrierend für viele mitlesende und sinnsuchende AD(H)S'ler sein mag, wenn du die Selbstverwirklichung, welche du in deinem Beruf gefunden hast, aus der Betrachtung was überhaupt ein gutes Leben ausmacht, völlig ausblendest und die Kleinigkeiten im Leben als das Nonplusultra darstellst. Aber ich bin mir sicher, dass dies nicht deine Absicht war.

      Was aber macht denn nun ein Leben gut? Mit Sicherheit der Traumberuf den man ausüben darf. Was aber tun, wenn diese Möglichkeit einem nicht gegeben ist? Was dann?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Kraftakt“ ()

      Dass viele ihre Selbstverwirklung mit Traumberuf verbinden mag wahr sein, aber ist nicht zwingend.. denn das wird nur wenigen vergönnt und dazu reichen nicht alleine nur die Fähigkeit aus, sondern bedarf es auch Glück - dass man zudem Zeitpunkt sucht auch gerade entsprechend jemand gesucht wird bzw. wenn man irgendwas herstellt, dass jemand haben möchte, egal wie gut das Produkt ist.

      Ebenso kann sich Traumberuf herausstellen, dass dieser irgendwelche Schattenseite hat, die die guten Seiten nicht ausgleichen können. Zum Beispiel freischaffender Künstler.. um von seiner Kunst leben zu können, muß er regelmäßig irgendwas produziren, egal in welcher Stimmung ist.. oder er muß irgendwelche öden Aufträge machen z.B. Werbeanzeigen.
      Oder mit der Tätigkeit ist alles super, nur kommt als SEblstständiger nicht mit den Bürokrempel klar und häuft auf einmal einen großen Schuldenberg an, weil er einen Antrag nicht rechtzeitig abgab (einer Freundin von mir mal passiert).

      (und das Studium garantiert einem noch nicht, dass man hinterher einen entsprechenden Beruf findet... oder wie gesagt, man kann jeder zeit seinen Traumberuf verlieren..)

      Ich denke mir, wenn man ein gutes Leben nur davon abhängig macht, sich selbstverwirklicht hat, dann ist man zum scheitern verursacht und viel Glück, wenn es klappt.
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      aergh... sch*** Zeichenbegrenzung.. nun ist das letzte Drittels meines Beitrages weg, weil aus irgendeinen Grund das mit Kopieren in die Zwischen ablage nicht geklappt hat 8o X( X(


      ... deshalb nur kurz.. wenn gutes Leben nur von der Selbstverwirklichung abhänig ist.. dann müßten ja noch bis vor paar Generationen (also hier, an anderen Orten der Welt noch immer) alle Leute ein schlechtes Leben gehabt haben ... die hatten überhaupt keine Wahlmöglichkeiten.. ausser vielleicht der Adel und das gehobene Bürgertum.. aber der Rest blieb dort, wo er hinein geboren wurde.. und wenn er da ein Geschäft oder Bauernhof übernehmen konnte, dann konnte er sich immerhin vielleicht darüber etwas selbstverwirklichen.. aber als Tagelöhner mußte er sich genau an dem halten, was der sagte, der ihm Lohn bezahlte.. und dass man ihn Freizeit könnte auch nicht.. also z.B. Dienstmädchen mußten auch den ganzen Tag zur Verfügung stehen, und hatte nur ein paar wenige Jahre im Tag frei..
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
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      Naja....ich schwärme hier von dem was ich erreicht habe.
      Aber es ist mir nicht in den Schoß gefallen.
      Ich habe dafür gekämpft wie verrückt.
      Was heisst nicht die Möglichkeit haben?
      Ich bin der Meinung in Deutschland hat man IMMER die Möglichkeit!
      Ich hate das Gymnasium abgebrochen um meinen damaligen Traumberuf zu lernen. Eine Ausbildung die über 50 % (von den Männern :P) wieder abbrechen weil sie zu hart ist. Weil sie Blut und Schweiss kostet. Ich hab mich durchgekämpft. Ja ..es hat mir sogar gut getan die Schmerzen auszuhalten. Es hat mich stark und widerstandfähig gemacht.
      Nach ein paar Jahren dann im Berufsleben...als es schon anfing mich anzuöden weil nichts neues mehr kam und ich einfach nur noch Bauarbeiter war habe ich entdeckt dass es meinen von Kindheit an ersehnen Beruf tatsächlich gibt.
      Ich wollte mehr...ich wollte eine Gesellschaftsstufe höher wie der Handwerker.
      Ich hab gut verdient gehabt...aber ich habe hingeschmissen und hab ganz von vorne angefangen. Nur noch mit Bafög als Einkommen.
      Fachabitur nachgemacht, 2 Jahre Vorpraktikum in einer ganz fremden Stadt, einen Bewerbungsmarathon für's Studium (nur die Hälfte aller die alle Prüfungen bestanden hatten wurden genommen)

      Ich hätte an zig Stellen sagen können...ich hab nicht die Möglichkeit.
      Viele sind eben nicht bereit
      - weniger Geld zu verdienen
      - neu anzufangen
      - Familie und Freunde zu verlassen
      - auf alles zu verzichten um für ihre Träume zu kämpfen

      Was bedeutet nicht die Möglichkeit gehabt zu haben?
      Es ist nicht der einfache Weg seine Träume zu verwirklichen.
      Ich hätte jetzt alleinerziehend auch einfach eine Halbtagesstele annehmen können, richtig Geld verdienen....
      aber nein...ich habe mich entschieden meinen Traum nicht wegzuwerfen auch wenn es alleinerziehend ohne Familie und mit seeeeehr wenig Geld grenzwertig ist ein Studium zu schaffen.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Ich bin überzeugt dass ich deswegen noch nicht verzweifelt bin weil ich Freude an den kleinen Dingen habe...weil ich meinen Traum verwirkliche ohne darauf zu achten dass es auch nach dem Studium sehr schwer für mich wird. Ich weiss...egal wie widrig meine Lebensumstände sind...ich werde immer zufrieden sein mi meinem Leben....weil ich ein Optimist bin.
      Selbst im größten Chaos und Elend kann ich Freude empfinden...an einem Vogel, an einer Blume und an einem Marienkäfer...vor allem an dem Lachen meiner Kleinen.
      Das ist es was uns in allen Lebenslagen trotdem zu zufriedenen Menschen macht....Freude an den kleinen Dingen empfinden zu können.
      Denn wenn man das kann werden die großen Dinge nicht mehr so schwerwiegend.
      Es kommt nicht darauf an wie schnell man ist-
      sondern dass man sein Ziel erreicht
      8)
      Ich finde es auch wichtig, dass man sich über kleine Sachen freuen kann. Dass hat jetzt nichts damit zu tun, dass man sich nur mit Banalitäten zu frieden gibt.. sondern dass man das Leben auch so nehmen kann wie es kommt..

      Also ich sage mir, egal wie schlecht es läuft, es immer noch besser als in einem der armen Ländern zu leben, wo es ständig Bürgerkrieg gibt und wo das wenige was vorhanden ist, sofort wieder zerstört wird und wo ich als Frau keine Rechte habe und ein Mensch zweiter Klasse bin...
      Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
      The "Earth" without "art" is just "eh".
      Das ist natürlich ein Trost: anderen geht es schlechter. Für mich allerdings ein schwacher. Wenn es mir nicht gut geht, mir etwas weh tut - seelisch und/oder körperlich- dann sollte mir keiner mit "Dein Bein ist weg? Anderen geht es schlechter, denn die haben überhaupt keine Extremitäten!" kommen. Ich gebe mich dann meinem Schmerz hin, weine, tobe, schreie, tu mir selber leid. Aber dann muss es auch gut sein mit der Auszeit und ich lerne mit dem, was mir gegeben und genommen wurde zu leben oder ich ändere etwas an der Situation. Um Missverständnissen vorzubeugen: Beide Beine sind vorhanden ;-)