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"Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt."
Gotthold Ephraim Lessing

 

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Viele Betroffene fragen sich, ob sich ihre Probleme, die sie ihr ganzes Leben schon mit sich herumtragen, mit der Diagnose ADS erklären lassen, und sie diese vielleicht gezielter angehen können. Hier die wichtigsten Symptome bei ADS im Erwachsenenalter stichwortartig einmal aufgelistet.
Sind mehrere dieser Symptome aus mehreren Bereichen durchgehend - und nicht nur hin und wieder - seit dem Kleinkindalter (Meist finden sich bei ADS'lern schon Auffälligkeiten auf den Grundschul-Zeugnissen) vorhanden, sollten sie einen Fachmann aufsuchen. Es könnte auch ihnen immer noch eine Aufmerksamkeits- Störung und eine mangelnde Impulssteuerung das Leben schwer machen.

 

Die 12 wichtigsten Symptome bei ADS

Gerade von Erwachsenen erwartet man, dass sie gelernt haben sich zu steuern, dass sie ihre Emotionen im Griff haben, ihr Leben organisieren, ihre Dinge angemessen geregelt bekommen und sich genügend konzentrieren können. Das schaffen natürlich auch viele. Aber es gibt auch Menschen, die es schwer damit haben und unglaublich viel Energie aufbringen müssen, um sich und ihren Alltag zu managen. Sie erleben immer wieder Frustrationen, obwohl sie sich tagtäglich bemühen, ihre Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Sie kennen ihre Defizite schon seit ihrer Kindheit. Nur hat jeder gehofft, dass sich das mit dem Eintritt in die Erwachsenenwelt " auswächst ".

Solche Defizite können sein:

1. unaufmerksam und ablenkbar

  • kurze Aufmerksamkeitsspanne und vermehrte Ablenkbarkeit bei Tätigkeiten, die nicht sehr stark motivierend sind
  • schnell wechselnder Brennpunkt des Interesses
  • Flüchtigkeitsfehler
  • häufig Unfälle verschiedener Art
  • verlieren beim Lesen den Faden und können sich den Inhalt nicht merken
  • überspielen Aufmerksamkeitstörung mit "Zigarettenpausen"
  • bekommen oft mangelndes Interesse vorgeworfen
  • Mangel an Ausdauer bei Aufgabenstellungen (beginnend in der Grundschule)

2. hyperaktiv und /oder verträumt

  • immer auf dem Sprung, innere Unruhe, insbesondere wenn Abwarten oder zuhören erwartet wird (z.B. Vortrag, Warteschlangen), unfähig zur Entspannung, Superreiz -suchendes Verhalten
  • oder/ und Tagträumerei, schaut Löcher in die Luft, geistesabwesend
  • ständiges Wechseln der Themen während eines Gesprächs, ständig neue Einfälle, "Sprechdurchfall"
  • oder/ und antriebslos, ohne Eigeninitiative, wortkarg und ziehen sich zurück

3. impulsiv

  • handelt ohne nachzudenken, oft unerwartet, lebt Gefühle sofort aus (besonders unter Alkoholeinfluss)
  • ungeduldig - abwarten fällt schwer; reizbar
  • Unterschätzen von Gefahr (z.B. Autofahren)
  • reagieren mit Wut und Streit auf Kritik, haben Schwierigkeiten dieses explosive Verhalten zu kontrollieren
  • Trägt "das Herz auf der Zunge"

4. vergesslich und schlechtes Kurzzeitgedächtnis

  • vergesslich, insbesondere bei alltäglichen Dingen
  • verlegt oder verliert dauernd Dinge (z.B. Schlüssel etc.)

5. wirkt zerstreut und chaotisch

  • Probleme beim Planen, des-organisiert, chaotisch
  • kein Überblick und wenig Strategie
  • Unfähigkeit Aktivitäten selbstständig in Angriff zu nehmen

6. Kommunikation und soziale Kontakte oft schwierig

  • mangelnde Einschätzung von sich und anderen
  • kann Gefühle und Ehrlichkeit der Mitmenschen schlecht einschätzen, Naivität
  • Integration in eine Gruppe – meist schwierig
  • hört nicht zu, wenig Blickkontakt, redet dafür ständig
  • "quatscht" häufig dazwischen

7. wirkt eigensinnig/eigenbrötlerisch

  • will seinen Willen durchsetzen
  • kann sich schwer einordnen/unterordnen

 8. sehr motivationsgesteuert

  • beginnt Aufgaben oft enthusiastisch, schließt sie häufig nicht ab
  • kann sich total begeistern oder auch verweigern, je nach Interesse
  • schnell Langeweile

9. Selbstwertgefühl im Keller

  • geringes Selbstwertgefühl, niedrige Selbsteinschätzung,
  • niedrige Frustrationsschwelle, überempfindlich bei Kritik

10. Stimmungslabil: Berg- und Talfahrten der Emotionen

  • starke emotionale Schwankungen, auch bei Kleinigkeiten
  • kleine Anlässe führen zu schnellem Wechsel von Wut, Aggressivität über Deprimiertheit zu Euphorie
  • affektive Reaktionen führen schnell zu sozialen Problemen
  • häufiges Leergefühl, Angstsymptome, Depressionen
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch bis Anhängigkeit
  • dissoziale Persönlichkeit
  • streitlustig und explosiv
  • leicht reizbar und schnell frustriert
  • leben in Extremen, haben keine "Mitte"

11. Mangelnde Leistung in Relation zu den Möglichkeiten/ Fähigkeiten

  • niedrige emotionale Intelligenz in Relation zu rationaler Intelligenz
  • braucht häufig Struktur von außen (ist dann aber zu ungewöhnlichen bzw. nicht erwarteten Leistungen fähig)

12. Arbeitsverhalten lässt zu wünschen übrig

  • Anfang schwer – lieber alles auf die lange Bank schieben
  • arbeitet nur unter Termindruck
  • zu hastiger oder zu langsamer Arbeitsstil
  • schlechte Zeiteinschätzung bzw. Zeiteinteilung
  • kommen immer zu spät
  • häufige - oft schwer erklärlicher - Wechsel der Arbeitsstelle und Verlust

Und das ist auch nur die Spitze des Eisberges:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Zwangshandlungen
  • Sucht
  • uvm.

können neben oder aus dem ADS raus entstehen. Wir sprechen hier von Komorbidität, d.h. dem Vorhandensein von zwei oder mehreren Störungen nebeneinander.

Ohne Zweifel hat auch das Umfeld entscheidenden Einfluss darauf, ob eine vorhandene ADS-Störung beim einen nur ein "wenig" Beeinträchtigungen auslöst, beim anderen jedoch zur Katastrophe wird. Die gleiche Person kann im Aufgabenbereich " Kreativität, neue Ideen " brillant sein, nach Umbesetzung des Arbeitsplatzes in den Aufgabenbereich " Organisation und Personalmanagement" jedoch versagen.
Oder der geregelte Arbeitsalltag wird gut bewältigt, dafür herrscht im Privatleben das Chaos.
Dies sind nur einige Aspekte, die wir bei der Betrachtung von ADS im Erwachsenenalter berücksichtigen müssen. Genauso vielfältig und individuell unterschiedlich sind deshalb auch die verschiedenen Ansätze, die für Erwachsene mit ADS Hilfe bieten.

Der Verlauf der Erkrankung vom Kindes- zum Erwachsenenalter ist durch einen Symptomwandel gekennzeichnet:

Grundschulalter:

  • Schulleistungsstörungen
  • Unruhe und Ablenkbarkeit im Unterricht
  • Teilleistungsschwächen
  • Ablehnung durch Gleichaltrige
  • Umschulungen und Klassenwiederholungen
  • emotionale Auffälligkeiten
  • oppositionell- aggressives Verhalten (30-50%)

Jugendalter:

  • Verminderung motorische Unruhe
  • Aufmerksamkeitsstörung
  • aggressiv - dissoziales Verhalten
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • emotionale Auffälligkeiten
  • geringes Bildungsniveau

Erwachsenenalter:

  • Verminderung motorische Unruhe
  • Organisations-- Defizit
  • Aufmerksamkeitsstörung
  • dissoziales Verhalten (20- 45%)
  • antisoziale Persönlichkeit (25%)
  • Alkohol- und Drogenabhängigkeit
  • geringer Beschäftigungsstatus


Manche Erwachsene mit ADS haben in einigen Bereichen - wie z. B. der Impulskontrolle - ganz gute Kompensationsstrategien entwickelt , in anderen Bereichen - wie z. B. dem Aufmerksamkeitsbereich - können Sie jedoch noch große Defizite haben.


 
Alle Hinweise/ Empfehlungen ohne jede Gewähr. Fragen Sie in Zweifelfällen immer einen Therapeuten/ Fachkundigen Ihres Vertrauens in einer persönlichen Begegnung. Sofern psychologisch-psychotherapeutische Methoden, Verfahren oder Techniken ausgeführt werden, wird keinerlei Gewährleistung über den Nutzen oder die Unbedenklichkeit dieser Methoden, Verfahren oder Techniken übernommen. Sofern Sie sich in Therapie befinden, sollten Sie diese Methoden auch nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Therapeut/In anwenden. Eine Haftung der AutorIn für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen!


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